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Mona Hatoum
Deep Throat, 1996
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Mona Hatoum

Deep Throat, 1996

Mona Hatoum

Deep Throat, 1996
Tief im Rachen
Der Tisch in Mona Hatoums Arbeit Deep Throat ist fĂŒr eine Person gedeckt. Karg zwar, aber ausreichend fĂŒr eine einfache Mahlzeit. Der Teller dient dabei allerdings nicht zum Servieren der Speisen, sondern wird zur Leinwand fĂŒr eine filmische Reise in den Mund und Rachen einer unbekannten Person. Die Kamera gleitet langsam hinab in den Schlund. Die rot glĂ€nzende Außenwand der gezeigten Welt wirkt gleichermaßen bedrohlich und verletzlich. Die surrealen Aufnahmen des menschlichen Rachens sind seltsam intim. Die latente GewalttĂ€tigkeit, die der Kamerafahrt durch das verletzliche Verdauungssystem eigen ist, verstĂ€rkt das aufkommende Unbehagen ebenso wie der zweideutige Titel. Deep Throat ist auch der Titel eines seit den 1970er Jahren populĂ€ren Pornofilms. Linda Lovelace, die Hauptdarstellerin des Films, wurde zunĂ€chst in der Öffentlichkeit als Sinnbild einer selbstbestimmten Frau gefeiert. Sie erklĂ€rte jedoch spĂ€ter, zu den sexuellen Handlungen im Film gezwungen worden zu sein. Tilman Walther