Das Hamburger Kinderzimmer

Ein »Spielraum fĂŒr den Anfang der Kritik«
von Olafur Eliasson

Wir haben mit dem KĂŒnstler Olafur Eliasson (geb. 1967 in Kopenhagen) in der Galerie der Gegenwart etwas ganz Besonderes geschaffen: einen Seh-, Erlebnis- und Spielort, in dem Kinder und Erwachsene Kunst ganz nah entdecken. Der Raum ist angefĂŒllt mit einem pfiffigen Steckspiel, mit dem jeder fĂŒr sich oder alle gemeinsam eigene Werke entwerfen und ausstellen können. Die ebenfalls hier ausgestellten Kunstwerke alter Meister und die Spielstationen fĂŒr alle Sinne regen dazu an, immer wieder neue Formen zu erfinden.

Wer in der Kunsthalle mit Mama und Papa, Oma und Opa oder Freunden Spannendes erleben und entrĂ€tseln will, den laden wir ein, die Ausstellung und die Spielstationen in unserem Hamburger Kinderzimmer zu besuchen und die kostenlose Wanderkarte zu benutzen. Sie fĂŒhrt mit RĂ€tseln, Spielen und Informationen vom Hamburger Kinderzimmer aus in die ganze Sammlung zu 600 Jahren Kunst.

Unsere neue Wanderkarte fĂŒhrt Euch auf spielerische Entdeckungsreise quer durch die Sammlung ausgehend vom Hamburger Kinderzimmer. Und dieser mit dem KĂŒnstler Olafur Eliasson entworfene Spielraum hĂ€lt nicht nur musterhafte GemĂ€lde, Skulpturen, Graphiken, Videos, RĂ€tsel und Spiele bereit, sondern zudem tausende bunte StĂ€bchen: Hier könnt ihr mit Eurer Familie ganz eigene Spiele im Raum entwerfen, ausstellen und so selbst zu Mustermeistern werden!

Wir danken der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen fĂŒr die Erwerbung des Structural Evolution Projects und des Spielraumes fĂŒr den Anfang von Olafur Eliasson. Die Familienausstellungen und Wanderkarten werden großzĂŒgig gefördert von der Hans Brökel Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Kultur. Wir danken ebenfalls der Malschule in der Kunsthalle e. V. fĂŒr die UnterstĂŒtzung.

Aktuelle Ausstellung

mit+ein-ander

24. Juni 2018 bis Ende 2019

Unter dem Thema »mit+ein-ander« erwartet der kunstvolle Spiel-, Seh- und Erlebnisraum Kinder ab 6 Jahren mit ihren Familien. WĂ€hrend das zentrale Werk von Olafur Eliasson zum gemeinsamen Stecken, Bauen und Spielen einlĂ€dt, verlocken weitere neu prĂ€sentierte GemĂ€lde und Skulpturen zum Nachdenken und –fĂŒhlen ĂŒber die Bedeutung von Zusammenhalt, persönlichem wie gesellschaftlichem.

So leuchtet das ĂŒber drei Meter hohe GemĂ€lde »Fatifa« (2005) des zeitgenössischen KĂŒnstlers Daniel Richter neu im Kinderzimmer. Wie auf einem fliegenden Teppich sitzen hier Menschen beieinander. Wenn sie sich gut aneinander festhalten, wird sie keine Welle und kein Sturm so schnell auseinanderreißen. Ob sie dazu bereit sind und wo sie wohl landen werden? Auch im Kinderzimmer stellt die Kunst immer Fragen des Lebens, und so hat Richter beim Malen an Tarifa gedacht, den sĂŒdspanischen Hafen, der Afrika am nĂ€chsten liegt. Dorthin versuchen heute noch viele Menschen zu fliehen. Doch welche biblischen Fluchtgeschichten gab es schon bei den alten Meistern? Seit wann gibt es Freundschaftsbilder in der Kunst und was haben sie mit den heutigen FreundschaftsbĂŒchern gemeinsam? Welche Geschichten vom familiĂ€ren Miteinander wurden schon vor 200 Jahren in  Marmor gehauen? Und wie wĂŒrdest Du heute Deine beste Freundin oder Deinen besten Freund verewigen?

Diese und viele weitere Fragen stellen sich im Kinderzimmer spielerisch und familiengerecht– mit Kunstwerken und mit vielen Mitmach-Stationen wie der Hörhöhle, einem Kugellabyrinth und viel mehr Spielen fĂŒr alle Sinne!

Spannende, an Familien kostenlos abgegebene Spiel- und Infokarten laden schließlich ein, weitere Höhepunkte quer durch die Sammlung im gemeinschaftlichen Rundgang zu entdecken und spielerisch zu erleben, wie KĂŒnstler seit vier Jahrhunderten dicke Freundschaften und fröhliches Miteinander gestalteten.

 

Vergangene Ausstellungen

spiel-t-rÀume

30. April 2016 bis 3. Juni 2018

RĂ€ume fĂŒr TrĂ€ume von vielen Spielen – nicht weniger bietet die neue Ausstellung und Wanderkarte im Hamburger Kinderzimmer. Denn auch KĂŒnstler spielten und spielen gerne selbst, zudem malten, modellierten oder skizzierten sie Kinder vertieft ins Spiel. Ob vor 300 Jahren in der Wohnstube mit den Eltern bei nichts als einer Kerze und den Schatten der eigenen Bewegungen, oder vor 100 Jahren im Kinderzimmer mit Puppe, Bauklötzen und Eisenbahn, ob heute mit schrĂ€gen KostĂŒmen oder gestern mit Herrn Messer und Frau Gabel am Tisch, ob drinnen oder draußen, in Bewegung oder Ruhe, gemeinsam oder gegeneinander: Immer eröffnen die Spiele eine eigene Welt, hier können Spielzeuge zum Leben erweckt werden, Neues wird konstruiert, Rollen einstudiert und selbst erfundene Spielregeln ausprobiert. Die schöpferischen VorgĂ€nge im Spiel sind denen der Kunst zutiefst verwandt, daher hat der KĂŒnstler Olafur Eliasson fĂŒr uns den »Spielraum fĂŒr den Anfang der Kritik« entworfen, mit dem er Erwachsene und Kinder wieder zum gemeinsamen Spiel anregen möchte. »Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt« (Friedrich Schiller, 1759-1805, Über die Ästhetische Erziehung des Menschen, 1795)

Die Ausstellung vereint in dem mit einem raffinierten Stecksystem angefĂŒllten Spielraum »Hamburger Kinderzimmer« GemĂ€lde, Skulpturen, Grafiken und Videos aus 300 Jahren Kunst- und Spielgeschichte. Sie bietet an Hör- und Spiel-Stationen Einblicke in die Vergangenheit verschiedener Spiele und Spielzeuge zum Ausprobieren. Die Spiel-Wanderkarten lĂ€dt schließlich ein, von Lucas Cranach ĂŒber Philipp Otto Runge bis Gerhard Richter weitere Kunstwerke auf einer spielerischen Reise quer durch die Sammlung zu entdecken.