Transparentes Museum

Nach der Modernisierung öffnet sich die Hamburger Kunsthalle weit – und dies nicht nur im wörtlichen Sinne: Das Transparente Museum lĂ€dt Sie, unsere Besucher*innen ein, uns in die Karten zu schauen!

Was sind die Aufgaben eines Museums? Welche aktuellen Beispiele gibt es fĂŒr das Sammeln, Forschen, Bewahren, Vermitteln? Welche Kriterien haben wir fĂŒr unsere Entscheidungen? Wer unterstĂŒtzt uns dabei? Und was denken Sie eigentlich darĂŒber?

Das Transparente Museum, im Erdgeschoss gleich hinter dem Café, legt dies beispielhaft in neun ThemenrÀumen mit Kunstwerken aller Epochen offen.

DafĂŒr werden Kunstwerke medien- und abteilungsĂŒbergreifend miteinander in Beziehung gesetzt. Durch neue, auch interaktive Informations- und Vermittlungsebenen wird der â€șTatortâ€č Museum transparent und ein anderer, detektivischer Blick auf die Meisterwerke gewagt. Restauratorische Einblicke, GrĂŒnde fĂŒr KĂŒnstlerrahmungen und museale Umrahmungen, historische PrĂ€sentationsprinzipien, Besucherverhalten oder auch Unterscheidungsmerkmale von Original, Kopie und FĂ€lschung: Konkrete Beispiele aus der Hamburger Kunsthalle machen schlaglichtartig Aspekte der Arbeit eines Museums, quasi â€șbackstageâ€č, sichtbar. »Mit der Kunst reflektiert sich das Museum selbst und seine von ihm entwickelten Bezugssysteme.« (Werner Hofmann, Direktor der Hamburger Kunsthalle 1969-1990).

Ermöglicht durch: Nordmetall Stiftung, Commerzbank-Stiftung, Böttcher-Stiftung und Behörde fĂŒr Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg 

Publikation zum »Transparenten Museum«

Die Hamburger Kunsthalle beschreitet mit ihrer PrĂ€sentation Transparentes Museum neue Wege: Aufgrund dieser großen Aufmerksamkeit fĂŒr das Transparente Museum ist nun eine Publikation erschienen, in der die bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse dokumentiert, evaluiert und reflektiert werden. Damit kommt die Kunsthalle dem Wunsch zahlreicher Multiplikator*innen und Expert*innen aus der Fachwelt verschiedenster Museen und Hochschulen nach, auch die Konzeptionsprozesse, die gesammelten Erkenntnisse und die Reaktionen auf das Projekt transparent zu machen. Die umfassende Publikation Transparentes Museum. Dokumentation, Reflexion, Evaluation und Kontext eines Pilotprojektes ist zweisprachig (Deutsch/Englisch) und ab sofort als Print-Ausgabe sowie als kostenlose Open-Access-Version fĂŒr alle Interessenten erhĂ€ltlich. Erstmalig stellt die Hamburger Kunsthalle damit eine wissenschaftliche Publikation online ĂŒber das Fachportal arthistoricum.net frei zur VerfĂŒgung. Die Autor*innen sind sowohl junge als auch renommierte Forscher*innen, die den Blick auf dieses besondere Ausstellungs- und Vermittlungsprojekt und seine mögliche Weiterentwicklung lenken. Mit der Veröffentlichung leistet die Kunsthalle einen wichtigen Beitrag fĂŒr die (Selbst-)Bildungsprozesse der Besucher*innen, vor allem aber auch der Museumsinstitution selbst auf ihrem Weg der Öffnung und stetigen Erneuerung.

Kulissenwechsel

Kulissenwechsel in den ThemenrĂ€umen und ein begleitendes Veranstaltungsprogramm sorgen fĂŒr eine abwechslungsreiche inhaltliche Schwerpunktsetzung. Ab sofort prĂ€sentiert eine ĂŒberarbeitete Fassung u.a. drei neue ThemenrĂ€ume: Zu Kriterien der Konservierung angesichts von möglichen LichtschĂ€den, zur Wiederentdeckungen des ehemals zentralen MĂŒnzschatzes im Depot und zu Fragen der PrĂ€sentation bzw. Verdeckung eines der grĂ¶ĂŸten GemĂ€lde der Kunsthalle. Weiterhin zu sehen sind u. a. die beliebten RĂ€ume zur Entdeckung einer FĂ€lschung, KĂŒnstlerrahmung und Vermittlung. Neue Filme und eine speziell entwickelte App laden ein, den »Tatort Museum« auch weiterhin einem nicht-Fachpublikum transparenter zu machen.

Tipps zur PrÀsentation

App zum Makart Saal der Hamburger Kunsthalle

Zur Schau stellen – vom Zeigen und Verbergen eines monumentalen Kunstwerkes. Wie, warum und wohin kann das grĂ¶ĂŸte GemĂ€lde der Kunsthalle einfach verschwinden? Ganze 50 qm misst das Historienbild »Der Einzug Kaiser Karls V. in Antwerpen« von Hans Makart. AufwĂ€ndig und bĂŒhnenhaft zeigt der Wiener KĂŒnstler in dem monumentalen Werk ein historisches Ereignis, den Festzug des Kaisers in die flĂ€mische Handelsstadt Antwerpen von 1520. Nach der erfolgreichen Tournee durch ganz Europa kauft die Kommission fĂŒr die Verwaltung der Kunsthalle das Werk 1881 an. Seitdem hat es wechselvolle PrĂ€sentationen an prominenter Stelle im Obergeschoss des Altbaus erlebt. Denn ob, wann und wie ein Werk ausgestellt wird, beruht auf unterschiedlichsten Kriterien, die wir hier verdeutlichen: Seit  Mai 2016 scheint das monumentale Werk verschwunden zu sein. Verfolgen Sie hier einige Stationen dieser spannenden Geschichte des Zeigens und Nicht-Zeigens eines der Hauptwerke der Kunsthalle – und gestalten Sie in der App Ihre eigenen WĂŒnsche fĂŒr den »Makart-Saal«.

Bildbeschreibungen zu „Wir Drei“ Kopie nach Philipp Otto Runge  Von Julius von Ehren (1864-1944)  © Hamburger Kunsthalle / bpk  Foto: Elke Walford

Ein Bild, 13 Stimmen

Besuchen Sie unsere Hörstation und erfahren Sie, wie unterschiedlich ein Kunstwerk interpretiert werden kann. Ob SchĂŒler_in oder Museumsdirektor_in, ob Wissenschaftler_in oder Rapper_in – hier können Sie bisher 12 verschiedenen Beschreibungen des GemĂ€ldes Wir Drei  lauschen
 und was sehen Sie?

Willkommen in unserem »Speakers Corner« von hier aus oder von zuhause können Sie uns Ihre Aufnahme senden, vielleicht werden Sie die nĂ€chste »Stimme des Monats« und fĂŒr alle auf dem 13. Knopf hörbar.

WĂ€hlen Sie +49 (0)40-428 131 333. Unser Anrufbeantworter nimmt ihre Beschreibung auf. Oder senden Sie uns ihre Sprachaufnahme.

Feedback und Einsendungen

Transparentes Museum 2016-2017

Unsere Fries-App
Erfahren Sie Hintergrundinformationen zum Parthenon-Fries aus der SÀulenhalle aus unserer multimedialen Fries-App , sie die dauerhaft im Café Das Liebermann finden.