Sonderveranstaltung / Sammlung

Rosa und Anna Schapire - Sozialwissenschaft, Kunstgeschichte und Feminismus um 1900

Buchvorstellung und PodiumsgesprÀch mit Prof. Dr. Burcu Dogramaci und Dr. Leonie Beiersdorf

Ort: Veranstaltungsraum der Galerie der Gegenwart
Teilnahme 8 €, Studierende bis 30 Jahre 5 € (fĂŒr Nichtmitglieder zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Die aus einer jĂŒdischen Familie in Brody (Galizien) stammenden Schwestern Rosa und Anna Schapire sind heute weitgehend vergessen. Rosa Schapire (1874–1954) ist als Kunsthistorikerin und passionierte Sammlerin und Förderin der Expressionisten immerhin in kunstinteressierten Kreisen ein Begriff. Dagegen verschwand die Sozialwissenschaftlerin, Übersetzerin, Lyrikerin und Publizistin Anna Schapire (1877–1911) fast gĂ€nzlich aus der öffentlichen Wahrnehmung. Allenfalls tauchte ihr Name im Zusammenhang mit dem des bedeutenden österreichischen Nationalökonomen und Wissenschaftstheoretikers Otto Neurath auf, dessen Ehefrau sie bis zu ihrem frĂŒhen Tod war – ohne dass freilich ihr intellektueller Anteil an seiner Forschung groß ErwĂ€hnung gefunden hĂ€tte.

Der von Burcu Dogramaci und GĂŒnther Sandner herausgegebene Sammelband „Rosa und Anna Schapire – Sozialwissenschaft, Kunstgeschichte und Feminismus um 1900“ will dies nun korrigieren. Mit 12 BeitrĂ€gen aus unterschiedlichen Fachrichtungen rekonstruiert das Buch das Umfeld der Familie in Brody, heute Teil der Westukraine, und erzĂ€hlt anschaulich die Biographien zweier außergewöhnlicher Frauen, die zu den ersten promovierten Akademikerinnen im wilhelminischen Kaiserreich gehörten. Trotz unterschiedlicher Lebenswege verband beide das ausgeprĂ€gte Interesse an Kunst und Literatur sowie das Engagement fĂŒr Sozialismus und Frauenbewegung.

Anna Schapire starb 1911, wenige Wochen nachdem sie ihren Sohn zur Welt gebracht hatte, an den SpÀtfolgen der Geburt. Rosa Schapire musste 1939 nach England emigrieren, wo sie im Jahr 1954 starb. Die Herausgeberin Burcu Dogramaci und die Mitautorin Leonie Beiersdorf stellen ihr Buch und das ungewöhnliche Leben der beiden Schwestern vor.

Sonderveranstaltung / Sammlung

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Von 2009 bis 2013 luden das Literaturhaus Hamburg und die Hamburger Kunsthalle zwanzig namhafte deutsche Autorinnen und Autoren ein, sich mit ihrem Lieblingsbild aus den BestÀnden der Kunsthalle zu befassen und ihren persönlichen Zugang in einem Essay niederzuschreiben.

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