Der erste Direktor der Kunsthalle:
Alfred Lichtwark
Schon vor hundert Jahren begeisterte sich der Kunsthallendirektor und Vorkämpfer der deutschen Kunstspädagogik, Alfred Lichtwark, für den frischen Blick des Laien, in dem er Amateurfotos ausstellte, Hausfrauen an der Gestaltung des Jahrbuchs der Kunsthalle mitwirken ließ oder Mädchen einer "Höherentöchterschule" am Sonntag ins Museum lud, um jeweils ein zeitgenössisches Werk aus der Sicht und der Lebenserfahrung der vierzehnjährigen Schüler zu betrachten.
Bis heute sind die daraus entstandenen "Übungen in der Betrachtung von Kunstwerken" (erstmals 1898 gedruckt) eine spannende Lektüre geblieben.
Denn der Direktor nahm die spontanen und unbefangenen Jugendlichen genauso ernst wie Bürgermeister, Senatoren und die einflußreichen "Pfeffersäcke" der Hansestadt, von denen viele die ersten Impressionistischen Ankäufe (z. B. Monets Früchtestilleben, erworben 1896) als "Spinat mit Rührei" beschimpften.
Die Malschule der Hamburger Kunsthalle
1968 ergriffen einige junge Kunststudentinnen, wie der damalige Direktor Alfred Hentzen schrieb, die Initiative und begründeten die ersten Kindermalkurse. Daraus entwickelte sich die Malschule. Nachdem das Kunsthistorische Seminar aus der Kunsthalle ausgezogen war, konnten dort feste Atelierräume eingerichtet werden. Mittlerweile sind das Angebot und der Andrang so groß, dass auch die Erweiterung in den Räumen der Museumspädagogik kaum mehr genügen. Zumal mittlerweile nicht mehr nur die klassischen Kinderkurse – für Kinder zwischen 5 und 14 Jahren über 12 Wochen jeweils 1,5 Stunden - angeboten werden. Kurse für Jugendliche, Familien und ein breites Programm für Erwachsene mit Werkstatt-, Druck- sowie Sprachkursen, außerdem bereichern Bildbefragungen und Exkursionen das Programm. Ebenso spielt die Malschule eine wichtige Rolle in pro Jahr 10 Wochen Ferienprogramm und auch ein Großteil der rund 3.000 gebuchte Führungen verbindet die Bildbetrachtung mit einer praktischen Aktion. 1998 wurde vom damaligen Leiter der Abteilung Museumspädagogik Thomas Sello der Förderverein Malschule in der Kunsthalle e.V. begründet. Die mittlerweile weit über 2.000 Mitglieder unterstützen finanziell und tatkräftig die pädagogische Arbeit.
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