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Leonardo da Vinci

Die Zeichnungen im Kupferstichkabinett

verlÀngert bis  Sonntag, 30. Juni 2019

Das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle besitzt vier von neun Zeichnungen Leonardo da Vincis (1452–1519) in Deutschland. AnlĂ€sslich des 150-jĂ€hrigen JubilĂ€ums der Kunsthalle und des 500. Todesjahres des Universalgenies prĂ€sentiert die Kunsthalle die vier BlĂ€tter erstmals nach zehn Jahren wieder zusammenhĂ€ngend in einer eigenen Ausstellung. Die hochsensiblen Graphiken sind Meisterwerke der Zeichenkunst und zĂ€hlen zu den wertvollsten KunstschĂ€tzen der Kunsthalle ĂŒberhaupt. Sie werden zusammen mit weiteren 30 Werken zwei Wochen lang ab dem 5. Juni 2019 der Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht. Es handelt sich um die umfassendste und qualitĂ€tsvollste WĂŒrdigung Leonardos anlĂ€sslich seines 500. Todesjahres in Deutschland.
FĂŒr den Besuch der Ausstellung wird der Erwerb eines Zeitfenstertickets mit ausgewĂ€hlter Besuchszeit empfohlen. Ohne den Besitz dieses Tickets muss eventuell mit Wartezeit fĂŒr den Einlass gerechnet werden.

Im Mittelpunkt der PrĂ€sentation stehen die vier Leonardo-Zeichnungen, die zwischen ca. 1475 und 1505 entstanden sind. An ihnen lassen sich die grundlegenden Elemente von Leonardos kĂŒnstlerischen Absichten als Zeichner ausmachen und die verschiedenen Facetten seiner kreativen Persönlichkeit veranschaulichen. So zeigen die Studie zu einer Anbetung der Hirten (um 1480) und der Hl. Sebastian (um 1478/1483) Leonardos virtuose, suchende Zeichenweise und seine Experimentierfreude, die zu erstaunlich freien LinienzĂŒgen fĂŒhrt. Die durch das purpurviolett grundierte Papier besonders reizvolle Anbetung der Hirten verdeutlicht seine FĂ€higkeit, mit wenigen Strichen ausdrucksstarke Gestalten und eine spannungsvolle Szenerie zu entwickeln. Der Hl. Sebastian ist das Studium einer komplizierten Körperbewegung, die möglicherweise als Vorstudie fĂŒr ein privates Andachts- oder Altarbild diente. Das Blatt mit Aristoteles und Phyllis (um 1475) entstammt der FrĂŒhzeit Leonardos und bietet eine in der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts populĂ€re Szene der »Macht der Frauen ĂŒber die MĂ€nner«. Dargestellt ist der Moment, in dem sich der griechische Philosoph Aristoteles (384–324 v. Chr.) am Boden kriechend von seiner Geliebten Phyllis demĂŒtigen lĂ€sst. Der Kopf eines alten Mannes oder einer alten Frau im Profil (um 1495/1505) steht beispielhaft fĂŒr Leonardos bis dahin einzigartige systematische Studien der menschlichen Physiognomie. Dabei ging es ihm nicht nur um die Darstellung von Schönheit und Harmonie, sondern auch um das vermeintlich HĂ€ssliche und Deformierte.

Die Arbeiten zeigen die ikonographische Erfindungskraft Leonardos: Sowohl die Gruppierung der Hirten, die lebhafte Bewegung des Heiligen, seine Interpretation der Paar-Szene, als auch das Interesse an physiognomischen Studien ist im ausgehenden 15. Jahrhundert ungewöhnlich. Zudem zeigen die BlĂ€tter Leonardos technische Versiertheit und Aufgeschlossenheit. Als einer der ersten KĂŒnstler verwendete er nachdrĂŒcklich den Rötel als Zeichenmittel und erlangte dabei eine Ausdruckskraft, die MaßstĂ€be setzte.

Eingerahmt werden die Zeichnungen von rund 30 Reproduktionsgraphiken, Fotografien und Karikaturen nach GemĂ€lden und Zeichnungen Leonardos aus fĂŒnf Jahrhunderten. Hierbei wird der Frage nachgegangen, auf welchen Wegen Leonardos Werke seit der Renaissance ihre Verbreitung fanden. Es brauchte teilweise Jahrhunderte bis von Leonardo geschaffene Ikonen der Kunstgeschichte – wie seine GemĂ€lde Das Abendmahl (1494/1497) oder die Mona Lisa (1503/1506)– in guten Reproduktionen zur VerfĂŒgung standen. Die Ausstellung zeigt die unterschiedlichsten medialen Â»Ăœbersetzungen« dieser beiden weltberĂŒhmten Leonardo-Werke, aber auch von weiteren GemĂ€lden und Zeichnungen Leonardos von nachfolgenden KĂŒnstlern wie Raphael Morghen (1758–1833) und Gerard Edelinck (1640–1707).

Zu sehen sind außerdem vier der bekanntesten PortrĂ€tdarstellungen zu Leonardo da Vinci. Bis heute ist umstritten, wie der KĂŒnstler tatsĂ€chlich ausgesehen hat. PrĂ€sentiert wird auch die bekannteste Darstellung von Leonardos Todesstunde: Der Legende nach versorgte der französische König Franz I den todkranken Leonardo und kniete an seinem am Bett, als dieser starb.

Die vier Leonardo-Zeichnungen des Kupferstichkabinetts der Hamburger Kunsthalle stammen aus dem Besitz von Georg Ernst Harzen (1790-1863), der sie zwischen 1838 und 1861 auf dem Londoner Kunstmarkt erwarb. Die Sammlung des KunsthĂ€ndlers Harzen kam per Testament 1869 in die damals neu eröffnete Kunsthalle. Der Ort der Ausstellung ist das nach ihm benannte Harzen Kabinett des Museums, in dem hochempfindliche Graphikarbeiten vor Tageslicht geschĂŒtzt prĂ€sentiert werden. Aufgrund ihres hohen Ranges sind die Hamburger Leonardo-Zeichnungen im JubilĂ€umsjahr Leonardo da Vincis in bedeutenden Museen weltweit wie dem Louvre in Paris und der Alten Pinakothek in MĂŒnchen als Leihgaben zu sehen.

Gefördert von: Freunde der Kunsthalle e. V.

ZEITFENSTERTICKETS: Da wir nur begrenzten Zugang zur LEONARDO DA VINCI-Ausstellung gewĂ€hren können, empfehlen wir einen frĂŒhzeitigen Erwerb von Zeitfenstertickets. Beim Kauf einer regulĂ€ren bzw. ermĂ€ĂŸigten Eintrittskarte im Online-Ticket-Shop ist das Zeitfensterticket inkludiert. An der Kasse ist es neben der Eintrittskarte frei erhĂ€ltlich. Personen, die freien Eintritt genießen, zahlen im Online-Ticket-Shop 4 Euro SchutzgebĂŒhr fĂŒr ein Zeitfensterticket,  an der Kasse sind diese kostenfrei.

 

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