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Reinier Zeeman
Seestück im achteckigen Rahmen, 1657
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Reinier Zeeman

Seestück im achteckigen Rahmen, 1657

Reinier Zeeman

Seestück im achteckigen Rahmen, 1657

Die Zeichnung zählt zu den wenigen datierten Blättern des Künstlers.(Anm.1) Offensichtlich gehörte das vom Künstler mit der Nummer „10“ bezeichnete Blatt zu einer Folge achteckiger Landschaften: Eine in gleicher Weise mit der Nummer „12“ bezeichnete Flusslandschaft im Londoner Victoria & Albert Museum könnte ebenfalls von einer Rheinreise inspiriert worden sein.(Anm.2) Beide Zeichnungen wurden nicht mit dem Griffel überarbeitet.(Anm.3)
Die spannungsvoll gegeneinander ausgespielten Gründe – charakteristisch im Gegensatz zwischen prägnant erfasstem Vordergrund und diffus angelegter Fernsicht – verleihen dem sicherlich für den Verkauf angefertigten Blatt seinen besonderen Reiz.(Anm.4)

Annemarie Stefes

1 Vgl. Michiel C. Plomp: Jan Pietersz. Zomer's inscriptions on drawings, in: Delineavit et Sculpsit 17, 1997, S. 13-27, S. 255 mit Verweis auf ein 1659 datiertes Blatt in Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts, Sammlung De Grez, Inv. Nr. 4060/4231, Ausst.-Kat. Brüssel 1967, Nr. 119.
2 London, Victoria & Albert Museum, Inv.-Nr. D.941-1900, Levesque, in: The Illustrated Bartsch 6, S. 109, abgebildet ebd. S. 110; darauf verweist auch Jane Turner im demnächst erscheinenden Katalog der Niederländischen Zeichnungen des Victoria & Albert Museum.
3 Freundliche Mitteilung von Jane Turner per E-Mail, 12. 5. 2010.
4 Für ähnlich gearbeitete Blätter vgl. „Ruhige See“, Wien, Grafische Sammlung Albertina, Inv.-Nr. 9403, Die Landschaft im Jahrhundert Rembrandts. Niederländische Zeichnungen des 17. Jahrhunderts aus der Graphischen Sammlung Albertina, Ausst.-Kat. Wien, Graphische Sammlung Albertina, Wien 1993, Nr. 82.

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Signiert, datiert und bezeichnet unten Mitte: "R. Zeeman - Ao 1657 10" (Pinsel in Grau)

Auf dem Verso unten links Stempel der Hamburger Kunsthalle (L. 1328); l. unterhalb davon bez.: "r/t" (Bleistift)

Wasserzeichen / Kettenlinien

Jagdhornwappen, ähnlich RPK W 132, Typ Marmol S. 23 u. 135 (Antwerpen 1651); Heawood deest; Schild vgl. Heawood 2715 (Amsterdam 1668), Horn vgl. 2710 (England nach 1654/55), aber feiner als beide, Aufhängerbänder laufen über Horn, dieses u. mit Kreis verziert
26-27 mm (h)

Provenienz

Georg Ernst Harzen (1790-1863), Hamburg (L. 1244), erworben London 1861 (NH Ad: 01: 32, fol. 830: „R. Nooms. Eine Meerenge zwischen Gebirgsküsten und Inseln, durch Schiffe belebt, deren zwey vorne am Strande liegen; durch Figuren belebt. Bez. R. Zeeman. Ao 1675. {A} Tusche. achteckig, darin 6.6.“); Legat Harzen 1863 an die „Städtische Gallerie“ Hamburg; 1868 der Stadt übereignet für die 1869 eröffnete Kunsthalle

Bibliographie

Stefes, Annemarie: Niederländische Zeichnungen 1450-1850. Katalog II van Musscher - Zegelaar, hrsg. von Gaßner, Hubertus und Stolzenburg, Andreas, Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle Kupferstichkabinett, Bd. 3, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2011, S.645-646, Nr.1236

Jeroen de Scheemaker: Reinier Zeeman. Part II, hrsg. von D. de Hoop Scheffer, Hollstein's Dutch & Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts 1450-1700, Bd. 57, Rotterdam 2001, S.30