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Johann Heinrich FĂŒssli
Der gerÀchte Neger, 1806/07
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Johann Heinrich FĂŒssli

Der gerÀchte Neger, 1806/07

Johann Heinrich FĂŒssli

Der gerÀchte Neger, 1806/07
Der in der Schweiz als Theologe im Geiste Zwinglis ausgebildete FĂŒssli lebte seit 1778 als gemĂ€ĂŸigter Liberaler in England. Sein GemĂ€lde Der gerĂ€chte Neger illustriert eine Strophe aus dem Gedicht The Negro’s Complaint (1788), in dem der Dichter William Cowper (1731–1800) den Untergang eines Sklavenschiffs als gerechtes Urteil Gottes darstellt. FĂŒssli setzt drei Überlebende, im nĂ€chtlichen Sturm dramatisch beleuchtet, auf einem Felsabsatz in Szene. Im Zentrum steht die monumentale Figur eines Afrikaners, der triumphierend in Richtung des sinkenden Schiffs gestikuliert. Wie zum Zeichen der göttlichen Gerechtigkeit fĂ€hrt ein Blitz auf das Wrack nieder. Um die HĂŒfte des Befreiten klammert sich eine Frau in einem weißen Kleid und winkt zum Abschied auf das Meer hinaus; eine dritte Überlebende kauert am Bildrand. 30 Jahre nach der amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung, als der Sklavenhandel allen revolutionĂ€ren Idealen zum Trotz noch bestens florierte, imaginiert FĂŒssli den Sieg der Freiheit und der Gleichheit der Rassen und Geschlechter. Daniel Koep