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Johann Christoph Erhard
Zerborstener Weidenstamm an einem Feldweg, um 1818
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Johann Christoph Erhard

Zerborstener Weidenstamm an einem Feldweg, um 1818

Johann Christoph Erhard

Zerborstener Weidenstamm an einem Feldweg, um 1818

Als Erhard, zusammen mit Ernst Welker und Heinrich Reinhold im Sommer 1817 seine Wanderung in die Schneebergregion sĂŒdöstlich von Wien unternahm, war die Gegend bereits vor ihnen von zahlreichen KĂŒnstlern entdeckt worden(Anm. 1) und seit 1800 erschienen auch zunehmend Reisebeschreibungen, die die Schönheit der Gegend hervorhoben. Reinholds Bruder Friedrich Philipp hatte bereits um 1806/07 eine Exkursion dorthin gemacht und auch der mit Erhard eng befreundete Johann Adam Klein hatte die Gegend bereits 1812 besucht, weshalb die Anregung zu dieser Reise sicher aus dem persönlichen Umfeld der KĂŒnstler kam.
Bisher sind keine Dokumente aufgetaucht, die Auskunft ĂŒber die Reiseroute der KĂŒnstler geben könnten, doch lassen Ortsangaben und Beschriftungen auf den erhaltenen Zeichnungen RĂŒckschlĂŒsse auf die besuchten Orte zu. Einzelne Stationen der Wanderung waren Muggendorf, das Höllental, das Gutensteiner Tal, Klostertal und Puchberg. Die kĂŒnstlerische Ausbeute der Reise war fĂŒr Erhard außerordentlich reich, Marleen GĂ€rtner hat insgesamt 23 BlĂ€tter zusammengestellt, die im Zusammenhang mit dieser Reise stehen. Zu diesen BlĂ€ttern dĂŒrften zudem zwei von GĂ€rtner fĂŒr Erhard angezweifelte BlĂ€tter gehören (Inv.-Nr. 1915-64 und 1915-79), von denen ersteres stilistisch tatsĂ€chlich von den 1817 wĂ€hrend der Reise entstandenen Zeichnungen abweicht, doch lĂ€sst es sich am ehesten in die Schneebergregion – eine Ă€hnliche Situation aus entgegengesetzter Richtung zeigt Inv.-Nr. 23171 aus dem Höllental – lokalisieren. Inv.-Nr. 1915-79 dĂŒrfte hingegen fĂŒr Erhard gesichert und 1817 wohl auf der Reise entstanden sein, es schließt in der offeneren Zeichenweise besonders an Inv.-Nr. 23168 verso an. Dazu dĂŒrften auch BlĂ€tter zĂ€hlen, die GĂ€rtner nicht ausdrĂŒcklich der Reise zuordnet, die aber mit den sicher auf der Reise entstandenen Zeichnungen stilistisch so eng verwandt sind, dass ihre Entstehung im Sommer 1817 am Schneeberg wahrscheinlich ist. Im Einzelnen handelt es sich um Inv.-Nr. 23151, 23166, 23167, 23168, 23249 und 23260, das GĂ€rtner in die BrĂŒhl bei Mödling, Harzen jedoch ins Gutersteiner Tal lokalisiert. Es kommt stilistisch Inv.-Nr. 23168 sehr nahe, von der GĂ€rtner annimmt, es sei auf der Schneebergreise entstanden. Auch wenn letzte Sicherheit darĂŒber nicht zu gewinnen ist, spricht die offenere Zeichenweise auf beiden BlĂ€ttern doch fĂŒr eine spĂ€tere Entstehung erst am Schneeberg.
Harzen war noch im Besitz zweier weiterer Zeichnungen vom Schneeberg - "Der Schneeberg bey Wien auf beiden Seiten, quer und ĂŒberhöht Bleistiftskizzen Br 10 5 auf 8.7“, und "Ein enges Felsenthal mit zertrĂŒmmerten BĂ€umen. Reste einer Lawine welche vom Schneeberge in das Höllenthal stĂŒrzte im April 1817 Bleistift. Br 8.6 H. 13.0“(Anm. 2), die sich bisher aber nicht identifizieren ließen.

1 Vgl. dazu GĂ€rtner 2012, S. 63.
2 Archiv der Hamburger Kunsthalle, Nachlass Harzen, Inventar Ad: 01: 20, Fol. 691.

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Auf dem Verso unten links von G. E. Harzen bezeichnet: "10.6 / 8.8" (Bleistift)

Verso

Titel verso: Pflanzenstudien

Technik verso: Bleistift

Provenienz

Nachlass des KĂŒnstlers, Rom, 1822; Johann Benjamin Erhard d. J., NĂŒrnberg (Bruder des KĂŒnstlers); von dort erworben durch Georg Ernst Harzen (1790-1863), Hamburg (Lugt 1244); dessen Legat 1863 an die Stadt Hamburg fĂŒr ein zukĂŒnftiges Museum, 1869 der neu eröffneten Kunsthalle ĂŒbergeben (Archiv der Hamburger Kunsthalle, Nachlass Harzen, Inventar Ad: 01: 20, Fol. 691: "Ein Weg der neben einem dĂŒrren Weidestamm ins [in; durchgestrichen] Gehölz fĂŒhrt [Bleistiftstudie. Br; durchgestrichen] Kehrseite; eine Gruppe Kletter und andere großblĂ€ttrige Pflanzen. Bleistiftstudie Br 10.6 H. 8.8")

Bibliographie

Marleen GĂ€rtner: Johann Christoph Erhard (1795-1822). Sein Leben und seine Zeichnungen, Marburg 2013 (sic; 2012), S.262, Nr.271