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Johann Christoph Erhard
Ein Reiter auf einem Esel bei einem Bauernpaar vor ihrer H├╝tte mit einem Ziehbrunnen (unten; Studie zu Apell 38); Landschaftsstudie (oben), 1814
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Johann Christoph Erhard

Ein Reiter auf einem Esel bei einem Bauernpaar vor ihrer H├╝tte mit einem Ziehbrunnen (unten; Studie zu Apell 38); Landschaftsstudie (oben), 1814

Johann Christoph Erhard

Ein Reiter auf einem Esel bei einem Bauernpaar vor ihrer H├╝tte mit einem Ziehbrunnen (unten; Studie zu Apell 38); Landschaftsstudie (oben), 1814

Das beidseitig verwendete Blatt zeigt auf beiden Seiten insgesamt vier landschaftliche Entw├╝rfe neben- bzw. ├╝bereinander in einer Weise, wie sie in Erhards Fr├╝hwerk wiederholt vorkommt (vgl. z. B. Inv.-Nr. 1915-69 verso). W├Ąhrend Erhard drei Studien nur fl├╝chtig in Bleistift angelegt hat, hat er die untere Skizze auf der Vorderseite noch mit dem Pinsel weiter ausgearbeitet. Sie ist ein erster, in Details abweichender Entwurf zu seiner Radierung ÔÇ×Der Ziehbrunnen unter dem BaumeÔÇť (Anm. 1), die 1814 in der zweiten Lieferung der radierten Bl├Ątter von Erhard bei Frauenholz erschien. Das Datum der Radierung l├Ąsst auch f├╝r die Hamburger Zeichnung auf eine Entstehung um 1814 schlie├čen, m├Âglicherweise sogar etwas fr├╝her, da noch eine unmittelbare Vorzeichnung existierte, die heute jedoch nicht mehr nachgewiesen werden kann.(Anm. 2)
Im Gegensatz zur ausgef├╝hrten Radierung steht auf dem Hamburger Entwurf die Figurengruppe enger beieinander, der Reiter erscheint hier auf einem Esel direkt neben der Frau, die von dem sitzenden Mann und einem Knaben mit Schaf ├╝berschnitten wird. Ihn hat Erhard auf der Radierung weggelassen und die Figurengruppe insgesamt weiter auseinanderger├╝ckt.
Auch die anderen Skizzen auf dem Blatt d├╝rften im Hinblick auf ihre druckgraphische Umsetzung entstanden sein, doch hat Erhard ihre Idee offensichtlich nicht weiter verfolgt; sie lassen sich jedenfalls nicht mit einer seiner Radierungen konkret verbinden, auch wenn die obere Studie auf der Vorderseite entfernt an seine Radierung ÔÇ×Das M├Ądchen mit dem HundeÔÇť erinnert.(Anm. 3)

Peter Prange

1 Aloys Apell: Das Werk von Johann Christoph Erhard, Maler und Radirer, Dresden 1866, S. 29-30, Nr. 38.
2 Ein Reiter, Bauernfrauen und Vieh an einem Brunnen im Walde, 1814, Bleistift, Feder und Pinsel in Braun, 50 x 105 mm, ehemals Leipzig, C. G. Boerner, Auktion 172, 29.4.1931, Nr. 20, vgl. G├Ąrtner 2012, S. 348, Nr. N 23.
3 Apell 1866, S. 40, Nr. 55.

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Unten rechts bezeichnet: "3. 11 / 1.8" (Bleistift); auf dem Verso unten links von G. E. Harzen bezeichnet: "5.5 / 3.8" (Bleistift)

Verso

Titel verso: Zwei Kompositionsstudien zu stehenden K├╝hen in der Landschaft

Technik verso: Bleistift, Spuren von Feder in Schwarz (rechts oben)

Provenienz

Nachlass des K├╝nstlers, Rom, 1822; Johann Benjamin Erhard d. J., N├╝rnberg (Bruder des K├╝nstlers); von dort erworben durch Georg Ernst Harzen (1790-1863), Hamburg (Lugt 1244); dessen Legat 1863 an die Stadt Hamburg f├╝r ein zuk├╝nftiges Museum, 1869 der neu er├Âffneten Kunsthalle ├╝bergeben (Archiv der Hamburger Kunsthalle, Nachlass Harzen, Inventar Ad: 01: 20, Fol.689: "Vier landschaftliche Entw├╝rfe auf beiden Seiten eines Blattes. Entwurf f. [sic] zu dem radierten Blatte wo neben einem Ziehbrunnen eine Frau mit zwei Ochsen steht u. s. w. gegenseitig, doch ver├Ąndert, der Reiter erscheint auf einem Esel und neben der Frau, und vorn ein Knabe mit einem Schaafe. Feder u. Tusche. Br. 3.11 H. 1.8 die drey anderen von selbiger Gr├Â├če sind ausschlie├člich mit Bleistift entworfen. Br 5.5 H. 3.8")

Bibliographie

Marleen G├Ąrtner: Johann Christoph Erhard (1795-1822). Sein Leben und seine Zeichnungen, Marburg 2013 (sic; 2012), S.33, 228, Nr.102