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Caspar David Friedrich
Wiesen bei Greifswald, 1821/22
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Caspar David Friedrich

Wiesen bei Greifswald, 1821/22

Caspar David Friedrich

Wiesen bei Greifswald, 1821/22
Noch heute lĂ€sst sich westlich der Stadt Greifswald der Standort aufsuchen, von dem aus Friedrich – wenngleich mit einigen Idealisierungen – die Silhouette seiner Heimatstadt darstellte. Gut erkennbar sind die TĂŒrme der Marienkirche, des Doms Sankt Nikolai und von Sankt Jacobi sowie – dazwischen – der Dachreiter des Rathauses. Wie bei vielen seiner Werke konnte der Maler auch hier auf eine prĂ€zise Zeichnung zurĂŒckgreifen, die er vermutlich bereits um 1806 vor Ort angefertigt hatte. Das GemĂ€lde beschrĂ€nkt sich jedoch nicht darauf, die Fernsicht auf die Stadt getreu wiederzugeben. Vielmehr stellt es Greifswald ins Zentrum einer auffĂ€llig symmetrischen Komposition. Direkt an der Horizontlinie situiert, markiert die durch den Dunst entrĂŒckte Stadt den Übergang von der ruhigen, sattgrĂŒnen Landschaft zum wolkenlosen, lichterfĂŒllten Himmel. Damit werden zwei grundlegend verschiedene Raumerfahrungen spiegelbildlich einander zugeordnet: Auf die uns zugĂ€ngliche Gegenwart der Wiesen mit den Pferden, deren Entfernung von der Stadt klar bestimmbar ist, antwortet die unermessliche Weite des Himmels, der das Hier und Jetzt ĂŒbersteigt. Johannes Grave