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Anonym (niederlÀndisch, 18. Jh.) Simon de Vlieger, ehemals zugeschrieben
Baumbestandene Landschaft,
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Anonym (niederlÀndisch, 18. Jh.) Simon de Vlieger, ehemals zugeschrieben

Baumbestandene Landschaft,

Anonym (niederlÀndisch, 18. Jh.) Simon de Vlieger, ehemals zugeschrieben

Baumbestandene Landschaft

Die ĂŒbergroß proportionierten BaumstĂ€mme, die nicht recht mit den gedrungenen GebĂ€uden harmonieren, geben dieser Landschaft ihren eigentĂŒmlich hybriden Charakter. Auch die zeitlosschlichte Kleidung der Figuren enthebt die Darstellung der RealitĂ€t, ebenso wie die uneindeutig zwischen Tag und Nacht changierende Beleuchtung.(Anm.1)
Die Zeichnung war frĂŒher Simon de Vlieger zugeschrieben. Erste Zweifel wurden 2003 von Christiaan P. van Eeghen angemeldet, der eine NĂ€he zu Werken des Joris van der Haagen beobachtete.(Anm.2) Stijn Alsteens und Michiel Plomp sahen sich in Baumschlag und Komposition an Zeichnungen Roelant Roghmans erinnert.(Anm.3) Keinem dieser KĂŒnstler ist unser Blatt zuzuordnen, doch belegen diese BezĂŒge die unterschiedlichen Inspirationsquellen des unbekannten Urhebers: Entstanden ist die Zeichnung vermutlich im 18. Jahrhundert, und dies in nachahmender Absicht, ausgerichtet an Werken des „Goldenen Zeitalters“.(Anm.4)

Annemarie Stefes

1 Auf dem Symposium „NiederlĂ€ndische Altmeisterzeichnungen 1500 bis 1800“ am 21. und 22. 2. 2008 im Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle, hervorgehoben von Stijn Alsteens, Marian Bisanz-Prakken und Robert-Jan te Rijdt.
2 In je einem Brief vom 31. 8. 2003 und vom 5. 6. 2008. In der diffusen Anlage des Baumschlages sah sich Van Eeghen erinnert an Van der Haagens „Ansicht von Elten“ in eigenem Besitz, vgl. Aukt.-Kat. Amsterdam, Sotheby Mak van Waay, 16. 11. 1981, Nr. 232; fĂŒr die luftige AusfĂŒhrung lĂ€sst sich bedingt auch die Zeichnung in Amsterdam, Rijksprentenkabinet, Inv.-Nr. RP-T–1905-71, zum Vergleich heranziehen.
3 Auf dem Hamburger Symposium, siehe Anm. 1, mit Blick auf die von Roghman gezeichneten Schlossansichten. Eine NĂ€he zu Roghman sah auch Martin Royalton-Kisch (mĂŒndliche Mitteilung 1. 10. 2008 auf Grundlage einer Digitalphotographie).
4 Charles Dumas, mĂŒndlich, 4. 10. 2008, auf Grundlage einer Digitalphotographie; Robert-Jan te Ridt, Mitteilung vom 5. 12. 2009.

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Auf dem Verso unten links aufgeklebt: Stempel der Hamburger Kunsthalle (L. 1328); unterhalb davon: Stempel der Sammlung Rhodin (L. 2179); rechts davon bezeichnet: "Coll. Winckler. / Coll. Harzen. (Hamb. Kunsthalle)" (Feder in Schwarz)

Wasserzeichen / Kettenlinien

-
24-25 mm (v)

Provenienz

laut Harzen Gottfried Winckler (1731-1795), Leipzig (bei L. 2710); Georg Ernst Harzen (1790-1863), Hamburg (L. 1244) (NH Ad:01:02, Fol. 78 als "Waterloo": "Ein sanfter Abhang wo eine Gruppe WirtschaftsgebĂ€ude unter herrlichen Baumgruppen bemerkt wird, von flachen Niederungen begrĂ€nzt mit einer Kirche in der Ferne, vorn eine breite Fahrstraße von lebendigen Hecken eingefaßt. Naturstudie im Character der Gegend von [...] bey Hamburg in Kreide und Tusche breit und flĂŒchtig entworfen. 19.9.14.0 Samml. Winckler."; NH Ad: 02: 01, S. 276); Legat Harzen 1863 an die „StĂ€dtische Gallerie“ Hamburg; 1868 der Stadt ĂŒbereignet fĂŒr die 1869 eröffnete Kunsthalle; zu einem unbekannten Zeitpunkt abgegeben; Carl Fredrik Christian Rhodin (1821-1886), Altona bei Hamburg (L. 2179); Washington von der Hellen (1834-1900), Hamburg, Nr. 100; Gustav von der Hellen (1879-1966), San Isidro/Argentinien (nicht bei Lugt); Schenkung von der Hellen 1962 an die Hamburger Kunsthalle

Bibliographie

Stefes, Annemarie: NiederlĂ€ndische Zeichnungen 1450-1850. Katalog II van Musscher - Zegelaar, hrsg. von Gaßner, Hubertus und Stolzenburg, Andreas, Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle Kupferstichkabinett, Bd. 3, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2011, S.679-680, Nr.1302

Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, hrsg. von Hamburger Kunsthalle und dem Museum fĂŒr Kunst und Gewerbe, Bd. 8, Dr. Ernst Hauswedell & Co Verlag, Hamburg 1963, S.153-180, Abb.

Wolf Stubbe: Die Sammlung von der Hellen, in: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen 8, Hamburg 1963, S. 153-180, S.154