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Anonym (deutsch, 15. Jh.)
Hl. Christophorus, um 1500
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Anonym (deutsch, 15. Jh.)

Hl. Christophorus, um 1500

Anonym (deutsch, 15. Jh.)

Hl. Christophorus, um 1500

Die Zeichnung stammt aus einem Klebeband, der 1963 als Dauerleihgabe der Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek der Kunsthalle ĂŒbergeben wurde.(Anm. 1) Auf der RĂŒckseite des Blattes finden sich Studien eines Mannes mit Locken, eines Kopfes mit niedergeschlagenen Augen und eines mĂ€nnlichen Profilkopfes mit Bart. Stubbe ordnete die Zeichnung dem NĂŒrnberger Kreis um Michael Wohlgemuth (1434/37–1519) zu und verglich sie mit Ă€hnlichen Heiligendarstellungen in Erlangen.(Anm. 2) Alfred Stange hat dagegen die Entstehung des Blattes im Umkreis des Mair von Landshut (um 1450–1504) erwogen.(Anm. 3) Dabei dachte er vermutlich an die im Hintergrund des Freisinger Altarbildes dargestellte Figur eines Heiligen mit wehendem Mantel und Stab, die dem Christophorus Ă€hnelt. Mit den Mair von Landshut zugeschriebenen Zeichnungen, wie der „Studie eines Engels“ im Getty Museum oder der Johannes-Darstellung im British Museum, gibt es keine stilistischen Übereinstimmungen zu unserer Zeichnung.(Anm. 4) Statt der fĂŒr den KĂŒnstler typisch steifen, flach fallenden Gewandfalten zeigt sich bei unserem Blatt eine fast schwungvolle, teils skizzenhafte AusfĂŒhrung mit prononcierten Weißhöhungen, die sich sowohl in Schwaben als auch in NĂŒrnberg findet und somit Stubbes Zuweisung bestĂ€tigen wĂŒrde.

Petra Roettig

1 Vormals Folge 92, jetzt Folge 382 der Hamburger Kunsthalle.
2 Vgl. Elfried Bock: Die Zeichnungen in der UniversitĂ€tsbibliothek Erlangen, Frankfurt am Main 1929, S. 43, Nr. 134, Taf. 64, ferner Altdeutsche Zeichnungen aus der UniversitĂ€tsbibliothek Erlangen, Ausst.-Kat. MĂŒnchen 1974, S. 51–52, Nr. 41, Abb. 38.
3 Handschriftlicher Eintrag auf der Inventarkarte.
4 Malibu, J. Paul Getty Museum, Inv.-Nr. 89.GG.11, vgl. George R. Goldner u. Lee Hendrix: European Drawings 2. The J. Paul Getty Museum, Malibu 1992, S. 292–293, Nr. 129 mit Abb.; London, British Museum, Inv.-Nr. 1981-3-28-14, vgl. John Rowlands: Drawings by German artists and artists from german-speaking regions of Europe in the Department of Prints and Drawings in the British Museum: The Fifteenth Century, and the Sixteenth Century by artists before 1530, London 1993, Bd. 1, S. 2-3, Nr. 3, und Bd. 2, Taf. 3.

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Oben rechts nummeriert: "25" (Bleistift); auf dem Verso Stempel der Hamburger Kunsthalle (nicht bei Lugt)

Verso

Titel verso: Kopfstudien

Technik verso: Feder in Schwarz

Provenienz

Staats- und UniversitÀtsbibliothek Hamburg; seit 1963 als Dauerleihgabe in der Hamburger Kunsthalle

Bibliographie

Peter Prange: Deutsche Zeichnungen 1450-1800. Katalog, Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle Kupferstichkabinett, Bd. 1, Köln u.a. 2007, S.393, Nr.1177

Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, hrsg. von Hamburger Kunsthalle, Museum fĂŒr Kunst und Gewerbe, Bd. 9, Hamburg 1964, Abb.S. 189

Wolf Stubbe: Erwerbungen fĂŒr die Graphische Sammlung in den Jahren 1962 und 1963, in: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen 9, 1964, S. 189-212, S.189, Abb.1