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Anonym, 2. HĂ€lfte 16. Jahrhundert (?) (italienisch)
Maria mit dem Christuskind, Johannes dem Evangelisten und Jakobus dem Älteren,
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Anonym, 2. HĂ€lfte 16. Jahrhundert (?) (italienisch)

Maria mit dem Christuskind, Johannes dem Evangelisten und Jakobus dem Älteren,

Anonym, 2. HĂ€lfte 16. Jahrhundert (?) (italienisch)

Maria mit dem Christuskind, Johannes dem Evangelisten und Jakobus dem Älteren

Die Zeichnung zeigt eine Sacra Conversazione mit der auf Wolken thronenden Maria mit dem Christuskind. Zu ihren FĂŒĂŸen stehen der Hl. Johannes der Evangelist und der Hl. Jakobus der Ältere.(Anm.1) Eine alte Sammlerinschrift vermutete Guido Reni als Urheber, doch lĂ€sst sich das Werk weder thematisch noch zeichentechnisch zwingend mit dessen ƒuvre verbinden. Eine ĂŒberzeugende Zuordnung des kĂŒnstlerisch wenig beeindruckenden Blattes zu einem anderen KĂŒnstler ist bislang nicht gelungen.(Anm.2) Eine Entstehung im 16. Jahrhundert ist denkbar.(Anm.3)

David Klemm

1 Zwar ist keine Muschel an dem Mantel erkennbar, doch deuten Hut, Pilgerstab und Physiognomie auf diesen Heiligen hin. Im Inventar des Kupferstichkabinetts wurde der Hl. Rochus benannt, doch ist dessen wichtigstes Merkmal, die Pestbeule am Bein, nicht erkennbar.
2 Die geringe QualitĂ€t des Blattes zeigt sich auch an der fast lieblos angefertigten inneren Rahmung. Das sehr unsauber und unvollstĂ€ndig gezeichnete Ornament erinnert entfernt an Lösungen Vasaris und sollte womöglich an dieses berĂŒhmte Vorbild erinnern.
3 Vgl. eine Ă€hnliche Komposition von thronender „Maria mit Christuskind und zwei stehenden Heiligen“ von Ottaviano Mascarino im Louvre; vgl. Paris, MusĂ©e du Louvre, DĂ©partement des Arts Graphiques, Inv.-Nr. 8386.

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Unten links Signet der Sammlung Peart (L. 891); unten rechts bezeichnet: "G. Rheni [!]" (Feder in Schwarz); auf dem Verso zwei schwer zu entziffernde Wörter: "eleve[?]"; in der Mitte Stempel der Hamburger Kunsthalle (L. 1328); unten links Signet der Sammlung Peart (wie bei L. 891, aber mit Bleistift, wohl nicht vom Sammler selbst); unten in der Mitte bezeichnet: "Jean" (Feder in Braun)

Provenienz

Dr. Edward Peart (1756 oder 1758-1824), London und Butterwick (L. 891); erworben vom Kunstmakler Christian Meyer (1811-1886), Hamburg (nicht bei Lugt), von diesem verkauft am 15.03.1866 an die „StĂ€dtische Gallerie“ Hamburg (Hamburger Kunsthalle, Archiv, Eingangsbuch „Inventarium der hamburgischen stĂ€dtischen öffentlichen GemĂ€lde Gallerie“, S. 78, Nr. 33 als „Guido Reni“), ĂŒbergegangen 1869 in den Besitz der Kunsthalle.

Bibliographie

David Klemm: Italienische Zeichnungen 1450-1800. Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle, Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle Kupferstichkabinett, Bd. 2, Köln u. a. 2009, S.409, Nr.627