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Andreas Gursky
Ohne Titel XIII, 2002
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Andreas Gursky

Ohne Titel XIII, 2002

Andreas Gursky

Ohne Titel XIII, 2002
Ein pittoreskes Allover aus Farbtupfen und Mustern nimmt zwei Drittel von Gurskys Bild Ohne Titel XIII von 2002 ein. Bei nĂ€herer Betrachtung konkretisieren sich diese abstrakten formalen QualitĂ€ten zu einem unĂŒberschaubaren Meer aus MĂŒll. Weder zu den Seiten noch zum Horizont hin lĂ€sst sich ein Ende dieser AnhĂ€ufung von Unrat ausmachen. Obwohl Gursky die Fotografie mit dem Computer bearbeitet hat, mutet das Szenario keineswegs unrealistisch an. Umso einschneidender ist das Erlebnis, das mit einer nĂ€heren Betrachtung des Gezeigten einhergeht. Die prĂ€zise Wiedergabe von MĂŒll im Vordergrund dient dem Betrachter als Einstieg ins Bild. Über den Hund im Mittelgrund dringt sein Blick in die Bildtiefe vor, um schließlich dĂŒrftige Behausungen nahe des Horizonts auszumachen. Es sind einfache BlechhĂŒtten, bewohnt von den Ärmsten der Großstadt, die sich zwischen den Resten der Privilegierteren auftun. Der anfĂ€ngliche Genuss formaler Ausgewogenheit kollidiert spĂ€testens hier mit der Tatsachenschilderung existentiellen Notstands. Jonas Beyer