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Adolph Menzel
Atelierwand, 1872
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Adolph Menzel

Atelierwand, 1872

Adolph Menzel

Atelierwand, 1872
„Menzels verschlĂŒsseltes Manifest“ (Werner Hofmann) gibt uns nach wie vor RĂ€tsel auf. Wir blicken auf die pompejanischrote Wand eines Ateliers, an der GipsabgĂŒsse, Totenmasken und verschiedene KĂŒnstlerutensilien aufgereiht bzw. fixiert sind. Gleichermaßen schemenhaft wie gespenstisch treten die GegenstĂ€nde im diffusen Licht in Erscheinung. Scheinbar Lebendiges wirkt wie erstarrt, Totes gleichsam zum Leben erweckt. Im Zentrum der Komposition ist der gipserne Abguss des Torsos einer weiblichen Figur zu erkennen, der vermutlich auf ein antikes Vorbild rekurriert. SchrĂ€g von unten beleuchtet, markiert dieser zugleich die hellste Zone des Bildes. Den Gegenpol zum Antikenideal bilden die Totenmasken als Ausweis forcierter IndividualitĂ€t und NaturnĂ€he. Unmittelbar links neben dem Torso hĂ€ngt diejenige des Berliner Kunsthistorikers Friedrich Eggers, dem Menzel viel zu verdanken hatte und der im Entstehungsjahr des Bildes gestorben war. Damit eignet dem GemĂ€lde der Charakter eines GedĂ€chtnisbildes, jedoch lĂ€sst es sich auch allgemein als vielschichtiger Reflex ĂŒber das Thema der VergĂ€nglichkeit auffassen. Markus Bertsch

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Signiert und datiert unten rechts: Menzel Octob 72.