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UNSCHARF

Nach Gerhard Richter

Erstmals widmet die Hamburger Kunsthalle dem in der zeitgenössischen Kunst weit verbreiteten PhÀnomen der UnschÀrfe eine umfassende Museumsausstellung.

Wie kein anderer KĂŒnstler hat Gerhard Richter (*1932) die Motive seiner Malerei durch Effekte des Verwischens und Verschleierns von Beginn an als unscharf erscheinen lassen. Er setzt das Prinzip der UnschĂ€rfe konsequent ein: in seinen figĂŒrlichen GemĂ€lden, deren Motive er hĂ€ufig den populĂ€ren Printmedien entnimmt, in seinen auf photographischen Vorlagen beruhenden Figuren, Landschaften und Stillleben und nicht zuletzt auch in seiner abstrakten Malerei. Dabei wirft er immer wieder die Frage auf, was ein Bild ĂŒberhaupt wiedergeben kann, ob es einen Inhalt transportiert oder doch nur seine eigene verfĂŒhrerisch schöne OberflĂ€che darstellt. Anhand von GemĂ€lden, Photographien sowie einem frĂŒhen, unscharfen Film von Gerhard Richter zeigt die Ausstellung, dass sich die Ästhetik der UnschĂ€rfe wie ein roter Faden als zentrales Motiv durch sein gesamtes Schaffen zieht.

Gerhard Richter wurde damit zum Vorreiter fĂŒr eine ganze Generation. Die Ausstellung zeigt die Auseinandersetzung bedeutender, junger KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler mit der UnschĂ€rfe anhand von ĂŒber achtzig exemplarischen Werken. Veranschaulicht wird, auf welch unterschiedliche Art sie sich in den Medien der Malerei, Photographie, Installation und Video mit der UnschĂ€rfe beschĂ€ftigen, und welche vielfĂ€ltigen Aspekte und Fragen sich aus dem Thema ergeben. HĂ€ufig sind die Werke Ergebnisse eines komplexen Entstehungsprozesses, der die Grenzen zwischen Malerei und Photographie selbst verschwimmen lĂ€sst. Der Bezug der Bilder zu den Motiven, die sie abbilden und ihr VerhĂ€ltnis zum Betrachter scheint unsicher geworden zu sein. FĂŒr die KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler nach Richter ist diese Verunsicherung zugleich eine Befreiung. Aus ihren individuellen Herangehensweisen entsteht eine sehr vielfĂ€ltige und faszinierende Bilderwelt der UnschĂ€rfe, die zugleich irritierend und verfĂŒhrerisch wirkt.

Insgesamt werden rund 110 Werke gezeigt: Photographien, GemĂ€lde, Installationen und Filme von 23 national und international bedeutenden KĂŒnstlern, zusammen mit etwa 20 ausgewĂ€hlten GemĂ€lden sowie Photographien und dem Film Volker Bradke (1966) von Gerhard Richter.

Gezeigt werden Arbeiten von: Pablo Alonso, David Armstrong, Anna und Bernhard Blume, Michael Engler, Wolfgang Ellenrieder, Isca Greenfield-Sanders, Maxine Henryson, Nicole Hollmann, Bill Jacobson, Adam Jankowski, Tamara K.E., Wolfgang Kessler, Karin Kneffel, Peter Loewy, Marc LĂŒders, Ralf Peters, Qiu Shihua, Gerhard Richter, Ugo Rondinone, Johanna Smiatek, Thomas Steffl, Ernst Volland, Franziskus Wendels, Michael Wesely und Paul Winstanley.