Archiv

SPOT ON

Meisterwerke der Hamburger Kunsthalle

Mit SPOT ON r√ľckt die Hamburger Kunsthalle auf bisher einmalige Weise ihre Meisterwerke ins Scheinwerferlicht. Eine Auswahl von mehr als 200 Highlights der Sammlung erm√∂glicht einen Rundgang durch nahezu 600 Jahre Kunstgeschichte: Von der Kunst der Alten Meister √ľber das 19. Jahrhundert und die Klassische Moderne bis hin zur Gegenwart. Titelgebend f√ľr die Sammlungspr√§sentation ist Richard Serras Wandmalerei Spot On (1996), die eine schwarze Ellipse auf der wei√üen Wand darstellt ‚Äď gleich dem Negativ eines Schweinwerferkegels. Verstanden als Schlaglicht richtet SPOT ON den Fokus auf ausgew√§hlte Werke der Sammlung und l√§dt dazu ein, diese aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

In der Auswahl finden sich neben wichtigen Werkgruppen einzelner K√ľnstler wie Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge, Max Liebermann und Edvard Munch auch Werke aus den Sammlungs-schwerpunkten wie dem Goldenen Zeitalter der Niederlande, dem franz√∂sischen Impressionismus, der ‚ÄěBr√ľcke‚Äú und dem ‚ÄěBlauen Reiter‚Äú sowie der Kunst der 1960er Jahre. Die Pr√§sentation vereint dauerhaft ausgestellte Herzst√ľcke der Sammlung, wozu Max Beckmanns Odysseus und Kalypso (1943), √Čdouard Manets Nana (1877), Caspar David Friedrichs Das Eismeer (1823/24), Johann Georg Hinz¬ī Kunstkammerregal (1666) und als fr√ľheste Arbeiten die Tafeln des Thomas-Altars (um 1426 ‚Äď 1435) von Meister Francke geh√∂ren. Neben diesen bedeutenden Gem√§lden sind zudem lange Zeit nicht mehr pr√§sentierte, ortsspezifische Rauminstallationen zu sehen, die mit der Einrichtung der Galerie der Gegenwart in die Sammlung kamen. Darunter Ilya Kabakovs Installation Healing with Paintings (1996), in der sich der K√ľnstler mit der Kunstbetrachtung als Heilungsmethode von Nerven- und Gem√ľtskrankheiten besch√§ftigt, oder Richard Serras beeindruckendes Splashing "Measurements of Time" (1996), f√ľr das der K√ľnstler eine zentrale Achse des Ungers-Baus schlie√üen lie√ü, bevor er 13 Tonnen eingeschmolzenen Bleischrott gegen die Wand schleuderte und zu f√ľnf Bleiriegeln verarbeitete.

Durch diese neue Zusammenstellung ergeben sich aufregende Blickachsen √ľber die Epochen- und Raumgrenzen hinweg: √úberraschend stehen sich Richard Serras Installation und Max Liebermanns Netzflickerinnen (1887/89) gegen√ľber, blickt Ernst Ludwig Kirchner aus seinem Selbstbildnis mit Modell (1910/1926) auf Anselm Feuerbachs Urteil des Paris (1870) und begegnen sich im zentralen Raum des Sockelgeschosses Skulpturen aus allen vier Sammlungsbereichen.

Anlass der Pr√§sentation SPOT ON ist die Modernisierung der Hamburger Kunsthalle. Der Gr√ľndungsbau und der Muschelkalkbau sind im Zuge der Modernisierungsma√ünahmen geschlossen, die zur Alster gelegene Galerie der Gegenwart ist ge√∂ffnet und zeigt neben Spot on wechselnde Sonderausstellungen.