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Max Beckmann

Die Stillleben

Das facettenreiche Werk von Max Beckmann (1884–1950) wurde vielfach erforscht und ausgestellt. Das Interesse lag dabei meist auf seinen Figurenbildern, SelbstportrĂ€ts, mythologischen Werken oder Landschaften. Den faszinierenden Stillleben Beckmanns widmet nun die Hamburger Kunsthalle erstmalig eine umfassende Ausstellung.

Das Stillleben ist in allen Schaffensphasen Beckmanns prĂ€sent: von den frĂŒhesten GemĂ€lden ĂŒber die Kriegsjahre, die Frankfurter Zeit, das Amsterdamer Exil bis zu den letzten Jahren in den USA. In seinen Kompositionen mit verblĂŒhenden Blumen und erloschenen Kerzen setzt Beckmann die unmittelbare Gegenwart des Lebens in ein SpannungsverhĂ€ltnis mit seiner VergĂ€nglichkeit. Mit der Darstellung von FrĂŒchten, Muscheln oder Meerestieren feiert er aber auch die Welt in ihrem ĂŒppigen Reichtum an Farbe und Form, Material und Stofflichkeit. Gerade in seinen Stillleben formt Beckmann das fĂŒr Ihn typische komplexe BildgefĂŒge aus. Indem er immer wieder Interiuers, Landschaften, weibliche Akte oder SelbstportrĂ€ts in seine Stillleben integriert, eröffnet er aufregende Grenzbereiche zu anderen Gattungen und spielt virtuos mit unterschiedlichen Ebenen von Wirklichkeit.

In zahlreichen Werken stellt Beckmann Objekte aus seinem privaten Umfeld dar. Einige dieser Objekte, wie zum Beispiel eine chinesische Keramikkröte, sind in der Ausstellung zu sehen. Als reale GegenstÀnde beleuchten sie die Frage, wie Beckmann mit dem Material umgeht, aus dem er seine Bilder formt, wie viel darin der RealitÀt entnommen und wie viel erdacht ist.

Die Ausstellung, die von zwei wichtigen Werken im Bestand der Hamburger Kunsthalle ausgeht, darunter das GemĂ€lde Großes Fisch-Stillleben (1927), versammelt rund 70 GemĂ€lde und einige Aquarelle aus den Jahren 1905 bis 1950. Bedeutende, auch selten gezeigte Werke aus privaten und öffentlichen Sammlungen Europas, der Schweiz und der USA veranschaulichen die eindrucksvolle Vielfalt des Themas.

Zu den Leihgebern gehören: Neue Nationalgalerie, Berlin; Pinakothek der Moderne, MĂŒnchen; Kunstmu-seum Winterthur; The Baltimore Museum of Art; The Museum of Fine Arts Boston; Saint Louis Art Museum; Staatsgalerie Stuttgart; Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington DC.

Ein außergewöhnlich umfangreiches Vermittlungsprogramm bereichert den Besuch der Ausstellung. Die Hamburger Kunsthalle legt damit in besonderer Weise den Fokus auf eine zielgruppengerechte Kunstvermittlung: Mithilfe eines Multimedia-Guides, der dank der Freien und Hansestadt Hamburg realisiert werden konnte, erfahren die Besucher in einer audio-visuellen FĂŒhrung mehr ĂŒber die Kunstwerke und Objekte. Ein Mitmachheft fĂŒr Kinder und ein speziell konzipiertes Vermittlungsangebot fĂŒr Kitas und Grundschulen wird durch die Zuwendung der Commerzbank-Stiftung ermöglicht. Zahlreiche Vortrags-, GesprĂ€chs- und Musikveranstaltungen fĂŒr Jugendliche und Erwachsene runden die Ausstellung ab, die zudem von den Freunden der Kunsthalle, der Hubertus Wald Stiftung und der Art Mentor Foundation Lucerne unterstĂŒtzt wird.