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Entfesselte Natur

Das Bild der Katastrophe seit 1600

Ob VulkanausbrĂŒche, FeuersbrĂŒnste, Überschwemmungen, Erdbeben oder SchiffbrĂŒche: Katastrophen sind allgegenwĂ€rtig. Sie sind unberechenbar, oft existentiell, wiederholen sich in steter RegelmĂ€ĂŸigkeit und prĂ€gen so unser Leben. Die Bilder, die wir uns von diesen Katastrophen machen und die unsere Wahrnehmung beeinflussen, gehen auf eine jahrhundertelange Tradition kĂŒnstlerischer Katastrophenbilder zurĂŒck. Nahezu 200 Werke spannen einen Bogen von 1600 bis in die aktuelle Gegenwart und erzĂ€hlen eindrĂŒcklich, wie KĂŒnstler frĂŒher und heute unsere Bilder und Vorstellungen von Naturkatastrophen maßgeblich geformt haben. Bei allen Unterschieden in der Darstellung durch die Jahrhunderte hinweg wird dabei eines sehr deutlich: Die Bilder lassen uns nicht kalt. Sie ziehen uns in ihren Bann, appellieren an unser GefĂŒhl und regen zum Nachdenken an – ĂŒber uns und ĂŒber die Welt, in der wir leben.

Der besondere Reiz dieser großen, epochen- und medienĂŒbergreifenden Ausstellung besteht in der rĂ€umlichen ZusammenfĂŒhrung von Werken, die in ihrer jeweiligen Entstehungszeit Jahrhunderte voneinander getrennt sind. Zu sehen ist dabei die gesamte Bandbreite kĂŒnstlerischen Schaffens: GemĂ€lde, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen, Fotografien, Filme und Videos.

Katastrophen sind allgegenwĂ€rtig. Pausenlos berichten die Medien ĂŒber Naturereignisse, Kriegshandlungen, politische UmbrĂŒche oder anderweitige Krisenszenarien und greifen fĂŒr deren Charakterisierung auf den Begriff der Katastrophe zurĂŒck. Auch Naturkatastrophen geschehen nicht einfach, sie werden gemacht. Denn erst in ihrer Rezeption, in der aktiven Auseinandersetzung mit derart einschneidenden Ereignissen erhalten sie ihre Kontur und offenbaren ihr charakteristisches Gesicht. Jedes Zeitalter macht sich seine Katastrophen und definiert diejenigen Kriterien neu, nach denen bestimmte Ereignisse erst als solche etikettiert werden können. Die Ausstellung beleuchtet dabei auch das Scheitern des Menschen an der Natur, etwa in Folge seiner TechnikglĂ€ubigkeit.

Zu sehen sind unter anderem Werke von Wenzel Hollar (1607–1677), Jan Asselijn (1610–1652), Johann Wolfgang Goethe (1749–1832), Caspar David Friedrich (1774–1840), ThĂ©odore GĂ©ricault (1791–1824), John Martin (1789–1854), Martin Kippenberger (1953–1997), Christian Jankowski (*1968) und Julius von Bismarck (*1983). Neben Arbeiten aus den BestĂ€nden der Hamburger Kunsthalle kommen zentrale Leihgaben aus renommierten Museen und Sammlungen, darunter aus dem MusĂ©e du Louvre und dem MusĂ©e d’Orsay in Paris, der National Gallery und dem Victoria and Albert Museum in London und dem Kunsthaus ZĂŒrich.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der sÀmtliche Exponate in Einzelkommentaren vorstellt. Die in der Publikation enthaltenen FachbeitrÀge verorten das komplexe Thema in der aktuellen Katastrophen-Forschung.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Hamburger Kunsthalle mit dem Lehrstuhl fĂŒr Kunstgeschichte / Bildwissenschaften der UniversitĂ€t Passau.

Gefördert von: Freunde der Kunsthalle e. V., Behörde fĂŒr Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, malschule in der Kunsthalle e.V. und Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG
Medienpartner: Hamburger Abendblatt
Kulturpartner: NDR Kultur

Aktuelle Veranstaltungen

FĂŒhrungen zu Ausstellungen / Entfesselte Natur

Öffentliche FĂŒhrung

Teilnahme 4 € zzgl. Eintritt, auf 25 Personen begrenzt. Im Vorverkauf erhĂ€ltlich.
Werk der Woche / Entfesselte Natur

Pierre-Henri de Valenciennes: Vesuvausbruch mit dem Tod des Plinius

KuratorenfĂŒhrung mit Dr. Markus Bertsch. Teilnahme 4 € zzgl. Eintritt. Teilnahme begrenzt. Im Vorverkauf an der Kasse erhĂ€ltlich. Treffpunkt: Foyer
Sonderveranstaltung / Entfesselte Natur

Thementag: »Katastrophen und ihre Wahrnehmung«

Eine Kooperation der Forschungsstelle »Naturbilder« und der Hamburger Kunsthalle anlÀsslich der Ausstellung »Entfesselte Natur. Das Bild der Katastrophe seit 1600«

Die Teilnahme ist kostenfrei

Ablauf:

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Pierre-Henri de Valenciennes (1750–1819): Der Ausbruch des Vesuv mit dem Tod des Plinius, 1813, Öl auf Leinwand, 192 x 145 cm © MusĂ©e des Augustins, Toulouse, Foto: Daniel Martin
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Lili Fischer

»Alles beginnt mit Zeichnen «
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Philippe Vandenberg

Kamikaze
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Heinrich Reinhold

Der Landschaft auf der Spur
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Aufbruch in den Realismus

Die Hamburger Malerei des 19. Jahrhunderts
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Im Licht des Nordens

DĂ€nische Malerei der Sammlung Ordrupgaard
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Tiepolo, Fragonard, Goya

Die Freiheit der Malerei
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