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Werner BĂŒttner

Last Lecture Show
WERNER BÜTTNER (*1954) RosenscharmĂŒtzel, 2007, Öl auf Leinwand, 190 x 150 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: Egbert Haneke

Presseinformation

Mit einer Einzelausstellung ehrt die Hamburger Kunsthalle Werner BĂŒttner (*1954) anlĂ€sslich seiner Verabschiedung nach ĂŒber 30 Jahren LehrtĂ€tigkeit als Professor fĂŒr Malerei an der Hochschule fĂŒr bildende KĂŒnste Hamburg und zeigt rund 170 seiner ÖlgemĂ€lde und Collagen aus den frĂŒhen 1980er Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart. Als malender Analytiker und mit knisterndem Humor kommentiert BĂŒttner in seiner Kunst das menschliche Tun und Sein ohne RĂŒcksicht auf Tabus. Seine GemĂ€lde und seine Bildtitel prĂ€sentieren die WidersprĂŒche gesellschaftlicher Konsensversuche, lassen die political incorrectness der 1980er Jahre anklingen und entwaffnen jede*n KĂ€mpfer*in fĂŒr eine heile Welt. Die Last Lecture Show prĂ€sentiert in sieben pointierten Ausstellungsrubriken BĂŒttners wortgewaltige Bilderflut: Aus dem Leben der Götter/Aus dem Leben der Loser, Flucht ins Duett, Geworfenheit, Parallelkreaturen, PrĂ€gende Verehrung, Sanatorium, Unvernunft.

In den 1980er Jahren experimentierte Werner BĂŒttner als Vertreter der »Jungen Wilden« mit gestischer Malerei in braunen Farbtönen. Seit den 1990er Jahren sind es konkrete Formen und bunte Farben, die seine Bildsprache bestimmen. Besonders markant sind BĂŒttners absurd-poetische, hintersinnige Werktitel, die seine intensive LektĂŒre spiegeln und aus denen er als aufmerksamer Beobachter spricht: Da trifft ein »Whirling Weltgeist« (2020) als tanzender Derwisch auf »Graue MĂ€dchen vor phallischer Form« (2018) und den »Chor der Jasager« (2017).

Werner BĂŒttner, geboren in Jena, ist nach der Flucht in die BRD in MĂŒnchen und Berlin aufgewachsen. Seine Gesellschaftskritik war in den 1980er Jahren programmatisch und sorgte fĂŒr Aufsehen, wie die 1980 gegrĂŒndete Samenbank fĂŒr DDR-FlĂŒchtlinge und die »Kirche der Ununterschiedlichkeit«. In Hamburg wurde er 1989 zum Professor fĂŒr Malerei an die Hochschule fĂŒr bildende KĂŒnste berufen, von der er sich im Herbst 2021 in den Ruhestand verabschiedet.

 

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildeter Katalog (259 Seiten, deutsch / englisch) mit Texten von Werner BĂŒttner und den Kunsthistoriker*innen, Kunstwissenschaftler*innen und Kunstkritiker*innen Kate Brown, Jane Ursula Harris, Sarah Edith James, Larissa Kikol, Melanie Ohnemus, Barry Schwabsky, Wolfgang Ullrich, Bettina Uppenkamp sowie vom Kurator der Ausstellung Alexander Klar, Direktor Hamburger Kunsthalle, der zusammen mit Martin Köttering, PrĂ€sident Hochschule fĂŒr bildende KĂŒnste Hamburg zudem das Vorwort verfasst hat. Die Publikation ist im Museumsshop zum Preis von 29 Euro erhĂ€ltlich und kann online ĂŒber www.freunde-der-kunsthalle.de zum Buchhandelspreis bestellt werden.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit Werner BĂŒttner und der Hochschule fĂŒr bildende KĂŒnste Hamburg.