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WARTEN.

Zwischen Macht und M├Âglichkeit
Tobias Zielony Lee + Chunk, 2000 from the series Car Park C-Print 41,6 x 62,4 cm ┬ę Tobias Zielony Courtesy of Tobias Zielony and KOW, Berlin

Presseinformation

Mit einer gro├čen Ausstellung widmet sich die Hamburger Kunsthalle erstmalig einem ebenso universalen wie vielf├Ąltigen, aber auch gesellschaftlich brisanten und hochaktuellen Thema: WARTEN. Zwischen Macht und M├Âglichkeit. In der Galerie der Gegenwart sowie an verschiedenen Orten innerhalb und au├čerhalb des Museums werden Arbeiten von 23 internationalen K├╝nstler_innen pr├Ąsentiert.

In Fortsetzung der Ausstellung Besser Scheitern (2013), die auf breites Interesse stie├č und international Beachtung fand, n├Ąhert sich die Kunsthalle einem anachronistischen Ph├Ąnomen unserer beschleunigten, auf unmittelbare Bed├╝rfnisbefriedigung angelegten Gesellschaft.

Warten ist unerfreulich, aufreibend und kostspielig. Es legt Machtverteilungen in-nerhalb sozialer Systeme offen und wird zum Indikator von Status und Position: Bevorzugter Zugang an Erste-Klasse-Schaltern oder verk├╝rzte Wartezeiten f├╝r Privatversicherte einerseits und lange Wartezeiten bei Asyl-Antragsverfahren andererseits machen dies exemplarisch deutlich. Privilegierte und Menschen mit Macht warten nicht; sie lassen warten.

Geduld und Langmut geraten in unserer heutigen Zeit, in der alles jederzeit und ├╝berall verf├╝gbar erscheint, vermehrt aus dem Blick. Pausenf├╝llender Konsum und der min├╝tliche Kontrollblick aufs Smartphone vertreiben das Warten und damit auch eine m├Âgliche Zeit der Reflexion und des Bei-Sich-Seins. Die F├Ąhigkeit, abzuwarten und zukunftsorientiert zu handeln, ist eine Kulturleistung, die uns ÔÇô wie die ber├╝hmten Marshmallow-Experimente der 1970er Jahre in Langzeitstudien zeigten ÔÇô zu einem selbstbewussten, erfolgreichen und sozial kompetenten Leben bef├Ąhigt.

K├╝nstler_innen k├Ânnen vom Warten als einem Moment des Innehaltens und des Leerlaufs als der Voraussetzung f├╝r jede Form der Kreativit├Ąt besonders eindr├╝cklich erz├Ąhlen. In der Ausstellung WARTEN zeigen K├╝nstler_innen von Vajiko Chachkhiani und David Claerbout bis hin zu Ursula Schulz-Dornburg und Tobias Zielony, wie facettenreich sie sich diesem Thema in Perfomances, Skulpturen, Fotografien, Filmen und Installationen widmen. Die eindr├╝cklichen Arbeiten sind teils direkt den Ateliers der K├╝nstler_innen entliehen oder speziell f├╝r die Ausstellung entstanden. Das breite Spektrum an k├╝nstlerischen Positionen bietet dar├╝ber hinaus Platz f├╝r neue, nicht er-wart-bare Rezeptionserfahrungen.

Beteiligte K├╝nstler_innen:

Vajiko Chachkhiani, David Claerbout, Andrea Diefenbach, Elmgreen & Dragset, Jakob Engel, Ceal Floyer, Paul Graham, Andreas Gursky, Duane Hanson, Ji┼Ö├ş Kovanda, Jochen Kuhn, Zwelethu Mthethwa, Bruce Nauman, Roman Ondak, Tobias Rehberger, Michael Sailstorfer, Txema Salvans, Philip Scheffner / Merle Kr├Âger, Ursula Schulz-Dornburg, Aleen Solari, Rayyane Tabet, Jens Ullrich, Tobias Zielony.

Ein ausf├╝hrliches Programm aus Performances, K├╝nstler_innengespr├Ąchen, Kurator_innenf├╝hrungen, Lesungen, Vortr├Ągen, Filmabenden und einem ┬╗Runden Tisch┬ź mit Vertreter_innen verschiedener Disziplinen (Soziologie, Entwicklungspsychologie, Fl├╝chtlingshilfe, Religionswissenschaft, Theater) begleiten die Ausstellung in Kooperation mit anderen kulturellen Einrichtungen der Stadt, wie dem Warburg-Haus, dem Abaton Kino, dem Metropolis Kino u.a.

Begleitend zu WARTEN. wird eine eigene Webseite unter www.warten-kunsthalle.de geschaltet. Bilder, Texte, Filme und Informationen zur Ausstellung, sowie weitere Materialien von K├╝nstler_innen, Autor_innen und Vertreter_innen unterschiedlicher Disziplinen werden akkumulativ zug├Ąnglich gemacht.

Mit freundlicher Unterst├╝tzung durch

und den Ausstellungdfonds der Freien und Hansestadt Hamburg