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Honey, I Rearranged The Collection

#3 Bouncing in the Corner. Die Vermessung des Raums
Bruce Nauman: V, 1998, Wall Floor Positions untenlinks

Presseinformation

Bouncing in the Corner. Die Vermessung des Raums ist der dritte und letzte Teil der Ausstellungsserie HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION, die mit Magie der Dinge. Von der Tücke des Objekts (2016) begann und mit Help Me Hurt Me. Zwischen Fürsorge und Grausamkeit (2017) fortgeführt wurde. Diese, über eine Laufzeit von drei Jahren angelegte Schau setzt sich in drei Akten mit grundlegenden Erfahrungs- und Erlebnisbereichen auseinander: Der Beziehung des Menschen zum Ding, zum Mitmenschen und zum Raum. Es ist eine Einladung an die Besucher_innen, die Sammlung für Gegenwartskunst an der Hamburger Kunsthalle in seiner Bandbreite und seinen Facetten neu zu entdecken.

Bouncing in the Corner zeigt die Werke von rund 25 internationalen Künstler_innen, die sich mit dem Raum auseinandersetzen: Wie nehmen wir Raum wahr? Welche Rolle spielen dabei unsere Handlungen, Erfahrungen, Erinnerungen und Vorstellungen? Wie verorten wir uns, welchen Platz nehmen wir ein? Wie manifestieren sich gesellschaftspolitische (Macht-) Strukturen im Raum? Im Kontext dieser Fra-gen werden wichtige Werke aus der Sammlung und erstmalig bisher noch nicht gezeigte Neuzugänge präsentiert. Darunter sind Arbeiten von Nevin Aladağ (*1972), Hreinn Friðfinnsson (*1943), Jan Köchermann (*1967) und Sara Sizer (*1967).

Unsere Vorstellungen vom Raum haben sich im letzten Jahrhundert – von Ein-steins Relativitätstheorie über den so genannten spatial turn der Kultur- und Sozialwissenschaften – entscheidend gewandelt. Raum wird nicht länger als leeres, dreidimensionales Gebilde verstanden. Raum entsteht in Relation zum menschlichen Körper, seiner Bewegung und seiner Wahrnehmung. Handlungen, Konstellationen und Situationen bestimmen die soziale Dimension des Raums. Zugleich sind Räume von jeher politisch determiniert: Sie unterliegen Prozessen der Gestaltung, Eroberung und Kontrolle. Die Skulpturen, Objekte, Installationen, Filme und Fotografien der Ausstellung lassen erahnen, wie vielfältig unsere Vorstellungen vom Raum sind. Architekturmodelle, physikalische Vermessungen, mentale Übungen, introspektive Erkundungen, gesellschaftspolitische Manifeste, verborgene Orte – sie alle erzählen von dem Raum beziehungsweise den Räumen, in denen wir leben.

Mit Werken von Nevin Aladağ, Christian Boltanski, Stanley Brouwn, Hreinn Friðfinnsson, Isa Genzken, Mona Hatoum, Rebecca Horn, Jan Köchermann, Gordon Matta-Clark, Michaela Melián, Olaf Metzel, Bruce Nauman, Dennis Oppenheim, Manfred Pernice, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Gregor Schneider, Thomas Schütte, Sara Sizer, Monika Sosnowska, Annette Streyl, Rosemarie Trockel und Jane & Louise Wilson.

Gefördert von: Deutsche Bank