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AKTE, ANTIKE, ANATOMIE

Zeichnend die Welt erschließen
Odoardo Fialetti, Radierer (1573–1638) Schüler beim Zeichnen, 1608 Radierung, 11 x 15,4 cm Hamburger Kunsthalle, Kupferstich-kabinett © Hamburger Kunsthalle / bpk

Presseinformation

Das Zeichnen als Technik der Welterschließung steht im Fokus eines institutionenübergreifenden Kooperationsprojekts, das die Hamburger Kunsthalle (Kupferstichkabinett) mit der der Universität Hamburg (Kunstgeschichtliches Seminar) und der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg entwickelt. In zwei parallel stattfindenden Ausstellungen wird das einerseits an den Akademien und in den Künstler*innenateliers erlernte Zeichnen sowie andererseits das dilettantische Zeichnen, das im Privaten ausgeübt wurde, vorgestellt: In der Hamburger Kunsthalle liegt der Schwerpunkt der Präsentation im Harzen-Kabinett auf Handzeichnungen des 15.–19. Jahrhunderts, die das Potenzial künstlerisch-wissenschaftlichen Zeichnens als Instrument von Wissensvermittlung und Erkenntnisgewinn zeigen. Zudem werden ausgewählte Darstellungen von Lernsituationen in Ateliers und an den Akademien zu sehen sein. In der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg steht ein unerforschtes Zeichnungskompendium aus dem späten 17. Jahrhundert von einem adligen Dilettanten im Mittelpunkt. Es enthält Handzeichnungen aus unterschiedlichen Wissensbereichen wie Anatomie, Antike und Naturkunde. Diesen Arbeiten werden Druckgraphik und historische Vorlagenbücher gegenübergestellt, um das Wandern von Motiven und Vorstellungsbildern zu zeigen.

Mit dem Kooperationsprojekt kann das Fach Kunstgeschichte als bildwissenschaftlich arbeitende Disziplin vorgestellt und die Relevanz von zeichnerischer Erschließung, Dokumentation und Fixierung von Wissensinhalten in einer digital geprägten Welt vermittelt werden.

Die Ausstellung wird im Rahmen mehrerer Seminare entwickelt und von einem Katalog mit Texten von Studierenden sowie den Kurator*innen begleitet. Geplant ist zudem eine Online-Ausstellung, die allgemeinverständlich das Potenzial historischer Wissenschaften und künstlerischer Welterschließung aufzeigen soll.

Gefördert von: Freunde der Kunsthalle e.V.