Hg. Alexander Klar / Hamburger Kunsthalle
Deutsche und englische Ausgabe
Hardcover, 25 × 28 cm
138 Seiten, 98 Farbabbildungen
DISTANZ Verlag | im Shop vor Ort 40 EUR | Buchhandelspreis 42 EUR
Erscheint im Oktober 2026
2. OG und 3. OG der Galerie der Gegenwart
07. Oktober 2026, 19 Uhr, Foyer Galerie der Gegenwart
Die Hamburger Kunsthalle widmet dem Maler David Novros (*1941 in Los Angeles, Kalifornien) eine umfassende Retrospektive seines über sechs Jahrzehnte spannenden Werkes. Anlässlich des 85. Geburtstages des Künstlers zeigt die Kunsthalle über 50 seiner, zum Teil monumentalen, Gemälde, Kupferreliefs und Arbeiten auf Papier auf zwei Stockwerken der Galerie der Gegenwart.
Das Werk von David Novros beschäftigt sich mit der Wirkung von Farbe, Form und Oberfläche im Raum. Seine Kunst ist ausgreifend und einladend und reicht von ortsspezifischen Wandmalereien bis hin zu vielteiligen Gemälden an Museumswänden. Es sind wandfüllende Werke, die in ein Zusammenspiel mit der sie umgebenden Architektur eintreten und damit das Verhältnis zwischen Kunstwerk, Raum und Betrachter*in sichtbar machen.
Während einer Europareise im Jahr 1963 besuchte Novros zum ersten Mal Orte, deren Räume durch großformatige Wandmalerei gestaltet waren. Dazu gehörten die Alhambra in Granada, Fresken von Giotto in der Scrovegni-Kapelle in Padua, Fra Angelico und Piero della Francesca in Florenz, Matisses Atelier in Nizza sowie die Mosaike in Ravenna und prähistorische Höhlenmalereien in Spanien. Diese immersiven Erfahrungen, sowie europäische Kunst im Allgemeinen, wurden damit zum entscheidenden Auslöser seiner Auffassung von Malerei als einer Ausdrucksform, die den Menschen umgibt, seinen Raum gestaltet und prägend auf ihn einwirkt. Novros‘ zentrales Anliegen wurde Kunst, die allen zugänglich sein soll und die auf Betrachter*innen aller Hintergründe, Kulturen oder Lebensstadien gleichermaßen eindrücklich wirkt. Dieser Anspruch sollte ihn nach seiner Rückkehr in die USA bewegen, sich dezidiert mit Wandmalerei zu beschäftigen. 1964 entwickelte Novros das Konzept des »painting in place«, einer Malerei, welche die Wand als Bildgrund in die Komposition einbezog und damit den umgebenden Raum als Teil des Bildes begriff. Mit der Schaffung seiner großen »portable murals« löste er diesen Anspruch ein und schuf damit ein eigenständiges, monumentales Werk, das geprägt ist von seiner akribischen Auseinandersetzung mit der Materialität der Farbe und den komplexen Farbzusammenhängen, die sich in jedem einzelnen Werk entfalten.
Erstmals wurden seine Arbeiten 1966 in einer Doppelausstellung mit Mark di Suvero in der Park Place Gallery gezeigt und in die einflussreiche Ausstellung »Systemic Painting« im Solomon R. Guggenheim Museum in New York aufgenommen. 1970 ergab sich die Gelegenheit, ein Wandbild in situ anzufertigen, als ihm Donald Judd den Auftrag gab, für das zweite Stockwerk seines Hauses und Ateliers in SoHo (New York) ein Fresco anzufertigen. Diesem Auftrag folgten ortsspezifische Wandgemälde, darunter im Museum of Modern Art (1972, nicht erhalten), in der Rice University in Houston (1973), in der Pennzoil Oil Corporation in Houston (1975, heute im Museum of Fine Arts in Houston) oder im Gooch Auditorium der University of Texas (1977).
Die Werke des in New York lebenden Künstlers befinden sich vorwiegend in nordamerikanischen Sammlungen. Leihgeber*innen der Ausstellung sind u.a. das Museum of Modern Art in New York, das Metropolitan Museum, das Art Institute in Chicago, das Whitney Museum of American Art in New York, das Los Angeles Museum of Contemporary Art, das Dallas Museum of Fine Art und das Museum of Fine Arts in Houston. Die Hamburger Kunsthalle erhielt 2021 als Geschenk der Sammlung Lafrenz das mehrteilige Werk Four Seasons aus dem Jahr 1974 und erwarb 2024 das Gemälde Boathouse von 2014.
Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit dem Künstler.
Kurator*innenteam
Foyer der Galerie der Gegenwart
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Foyer, Gallery of contemporary art
Foyer der Galerie der Gegenwart
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