Ankauf einer Runge-Zeichnung für die Hamburger Kunsthalle
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Vorbote für die Jubiläumsausstellung zum 250. Geburtstag des Romantikers
Ernst von Siemens Kunststiftung und Campe‘sche Historische Kunststiftung ermöglichen den Erwerb - Philipp Otto Runge Stiftung Hauptförderer der Schau
Ticketkauf ab sofort möglich
Dank einer maßgeblichen Förderung der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Campe‘schen Historischen Kunststiftung ist es der Hamburger Kunsthalle gelungen, die Zeichnung Bildnis des Bruders Jakob (1801) von Philipp Otto Runge (1777–1810) aus Privatbesitz zu erwerben. Ein wesentlicher Teil des Rungeschen Œuvres zählt bereits zu den Beständen der Hamburger Kunsthalle. Anlässlich des 250. Geburtstags von Runge widmet das Haus dem Künstler, der zu den Wegbereitern der Romantik zählt, eine umfangreiche Ausstellung zu seinem einflussreichen künstlerischen Schaffen: PHILIPP OTTO RUNGE. Romantisch. Radikal. Modern zeigt vom 17. September 2027 bis 30. Januar 2028 seine Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken im Dialog mit Werken seiner Zeitgenossen und mit künstlerischen Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Tickets gibt es ab sofort im Online-Vorverkauf und an der Museumskasse.
In dem Bildnis des Bruders Jakob (Bildnisstudie für die »Heimkehr der Söhne«) von 1801 porträtierte Runge wahrscheinlich seinen Bruder Jakob als nach oben blickenden, in Gedanken versunkenen jungen Mann im Profil nach links. Seine Gesichtszüge sind markant, der beseelt erscheinende Ausdruck wird durch den meisterhaften Einsatz der weißen Kreide erzielt. Das Halstuch des Mannes leuchtet hell, die Haare und die mit Knöpfen versehene Jacke sind überaus weich und fließend mit feinen und detaillierten Kreidestrichen wiedergegeben. Diese, für Runges frühe Porträtkunst hochbedeutende Zeichnung, ergänzt die überlieferten, großformatigen Porträtzeichnungen in schwarzer und weißer Kreide, die Runge für seine letztendlich nicht ausgeführte Komposition Heimkehr der Söhne im April oder Mai 1801 im heimatlichen Wolgast angefertigt hat. Er plante spätestens seit August 1800 dieses sehr private Familienbild, das als großformatiges Wandbild im Wolgaster Haus des dargestellten Jakob gedacht war. Gezeigt werden sollte eine freudige Begrüßungsszene im Familienkreis, mit der die liebevolle Innigkeit der beiden in Hamburg lebenden Brüder Daniel und Philipp Otto zum Ausdruck kommen sollte.
Dr. Martin Hoernes (Ernst von Siemens Kunststiftung, Generalsekretär):
»Ausstellungen sind immer ein Anlass für die Restaurierung und die weitere Erforschung vorhandener Werke. Manchmal gelingt im Vorfeld auch eine entscheidende Erweiterung der eigenen Sammlung, wie mit dem jetzt erworbenen Porträt Jakob Runges. Eine gelungene Erwerbung für die kommende Jubiläumsausstellung Philipp Otto Runges, die wir gerne auf diese Weise unterstützen.«
Ulrike Runge (Philipp Otto Runge Stiftung, Vorständin):
»Es ist auch für die Philipp Otto Runge Stiftung ein besonderer Moment, dass heute der Erwerb einer der herausragenden Porträtzeichnungen Runges, Bildnis des Bruders Jakob von 1801, für die Hamburger Kunst-halle gefeiert werden kann. Insofern gilt auch unser Dank den Stiftungen, die dies ermöglicht haben. Die Hamburger Kunsthalle zu unterstützen ist auch unsere vornehmste Aufgabe und so freuen wir uns, dass wir mit unseren Mitteln zu der großen Jubiläumsausstellung 2027 anlässlich des 250. Geburtstages von Philipp Otto Runge beitragen können.«
Prof. Dr. Alexander Klar (Hamburger Kunsthalle, Direktor):
»Der Erwerb des Rungeschen Bildnisses seines Bruders zum Zeitpunkt der Vorbereitung der 250-Jubi-läumsfeier im kommenden Jahr ist eine großartige Erweiterung der Sammlung zum perfekten Zeitpunkt. Martin Hoernes und der Siemens Kunststiftung danke ich für die großzügige Unterstützung beim Ankauf ganz besonders, damit konnte das Wichtigste derzeit auf dem Markt befindliche Werk Runges für die Sammlung der Kunsthalle gesichert werden.«
Dr. Andreas Stolzenburg (Hamburger Kunsthalle, Leitung Kupferstichkabinett & Kurator):
»Mit dem Dank der Unterstützung der Campe‘schen Historischen Kunststiftung und der Ernst von Siemens Kunststiftung erworbenen Bildnis des Bruders Jakob von Philipp Otto Runge konnte die bedeutende Sammlung an Zeichnungen Philipp Otto Runges im Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle um eine weitere, einzigartige Position ergänzt werden, die den Bestand an Studien zu Runges Komposition Heimkehr der Söhne gerade auch im Hinblick auf die Runge-Ausstellung des Jahres 2027 auf Dauer wunderbar ergänzt und stärkt.«
Pressemeldung
Der Ankauf wurde ermöglicht durch
Die Ausstellung wird gefördert von
Dr. Andreas Stolzenburg (Hamburger Kunsthalle, Leitung Kupferstichkabinett & Kurator), sowie Ulrike Runge (Philipp Otto Runge Stiftung, Vorständin) und Dr. Martin Hoernes (Ernst von Siemens Kunststiftung, Generalsekretär)
Bildnis des Bruders Jakob (Bildnisstudie für die »Heimkehr der Söhne«), 1801
Schwarze und weiße Kreide auf braunem Papier, 525 x 395 mm
Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.
Erworben aus Privatbesitz mit Mitteln der Campe‘schen Historischen Kunststiftung und der Ernst von Siemens Kunststiftung
© Hamburger Kunsthalle/Foto: Julia Bau