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Hamburger Kunsthalle macht 555 Spitzenstücke der Münz-, Medaillen- und Plakettenkunst erstmals online zugänglich auf Website

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Hamburger Kunsthalle macht 555 Spitzenstücke der Münz-, Medaillen- und Plakettenkunst erstmals online zugänglich auf Website

Auswahl ist Querschnitt der insgesamt rund 6.000
Objekte umfassenden Sammlung an Kleinstskulpturen

Abbildungen und Objektinformationen sind ebenfalls
kostenfrei über das internationale Datenportal IKMK
nutzbar
 

Eine Auswahl von 555 Spitzenstücken der Münzen-, Medaillen- und Plakettenkunst der Hamburger Kunsthalle ist jetzt erstmalig in der Sammlung online über die Museums-Website veröffentlicht. Zugleich sind sie Teil des internationalen Forschungsverbundes und Portals öffentlicher Münzsammlungen IKMK (Interaktive Kataloge der Münzkabinette). Damit sind die erstmalig systematisch erschlossenen Objekte ab sofort mit umfassenden wissenschaftlichen Daten und qualitativ hochwertigen Abbildungen einem breiten Publikum wie der Forschungslandschaft weltweit zugänglich, dies im Kontext aller anderen Sammlungsbestände. Die Onlinestellung ist ein erstes Ergebnis der Erforschung, Inventarisierung, Restaurierung und Digitalisierung von insgesamt rund 6.000 Münzen, Medaillen und Plaketten aus über 2.500 Jahren Bildgeschichte aus dem bisher weitestgehend unveröffentlichten
Bestand der Skulpturenabteilung der Hamburger Kunsthalle. Das dazu seit 2023 laufende Forschungsprojekt Von der zweiten zur dritten Dimension wird durch die Dorit & Alexander Otto Stiftung ermöglicht, die damit wiederholt als maßgebliche Förderin der Kunsthalle wirkt.

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Alfred Lichtwark (1852–1914), der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle, legte mit den »sculptures en miniature« – den Kleinstskulpturen – die Grundlage der historischen Skulpturenabteilung an. Die online gestellte Auswahl bietet einen Querschnitt des Bestandes, mit einem Schwerpunkt einerseits auf den antiken römischen und griechischen Münzen, welche Ausdruck des zur Gründung der Kunsthalle vorherrschenden Antikenideals sind. Zu entdecken sind beispielsweise rund 13 numismatische Ikonen aus Syrakus. Die hochentwickelte Münzprägung der Stadt zählt zu den künstlerisch bedeutendsten der griechischen Antike. Ikonographisch besonders interessant ist eine »Dekadrachmen«, die den Kopf der kultisch verehrten Quellnymphe Arethusa zeigt (um 400 v. Chr.) – als Symbol für Unabhängigkeit und Wohlstand. Die »Tetradrachme« aus Athen mit der Eule und dem Kopf der Athena gilt als bedeutendste Großsilbermünze des antiken Griechenlands und Anfang der ersten Weltwährung. Den zweiten Sammlungsschwerpunkt bilden Kunstmedaillen des 19. Jahrhunderts, die Lichtwark teils direkt aus den Pariser Bildhauerateliers erwarb: Von Louis Oscar Roty (1846–1911), der zu den bekanntesten Medailleuren Frankreichs zählte, wird ein mit persönlicher Widmung an den Direktor versehenes einzigartiges Modell für eine Medaille erstmals veröffentlicht. Ein Beispiel für großformatige, bildhafte Genredarstellungen ist das 44 cm mal 32 cm messende Bronze-Relief des Bildhauers Alexandre Charpentier (1856–1909), der darin seine Tochter und Frau beim Musizieren verewigte.

Die Online-Stellung erfolgt parallel zur Ausstellung SKULPTURAL. Die neuen Galerien (bis 11. April 2027), mit der die Hamburger Kunsthalle erstmals ihre Skulpturensammlung in ihrer ganzen Bandbreite, ergänzt um europäische Spitzenleihgaben, wie aus dem Pariser Musée d‘Orsay, präsentiert. Zu erleben ist ein medien- und epochenübergreifender Parcours, von minimal bis monumental, von der Antike bis zur Gegenwart und von der zweiten zur dritten Dimension. Eine Auswahl der 555 jetzt online abrufbaren Objekte ist als Original in der Schau präsentiert. Digitale Erweiterungen und spielerische Apps sind ebenso ein integraler Bestandteil.

Die Hamburger Kunsthalle und der Forschungsverbund IKMK laden anlässlich der Ausstellung zu einer öffentlichen Tagung am 4. Juni 2026 ein: Von 13 bis 15 Uhr findet mit dem Jahrestreffen von IKMK ein öffentlicher Workshop statt, um 19 Uhr erörtern Impulsvorträge und ein Podiumsgespräch die Bedeutung von weltweit zugänglichen Datenbanken für die Vermittlung von Kulturgut. Teilnahme: Im Eintritt erhalten, ohne Anmeldung

IKMK ist ein 2007 für Berlin und seit 2021 neu gegründetes Online-Portal öffentlicher Münzsammlungen, dem über 30 nationale und internationale Museen und Institutionen angehören, neben dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin gehören das Kunsthistorische Museum Wien, die numismatische Sammlung der KIKPE-Stiftung Athen, die Museen in Winterthur, Braunschweig, Marburg und Münster dazu. Sämtliche Werkeinträge entsprechen dem Standard normierter sowie mit Identifikatoren und Linked Open Data ausgestatteter Beschreibungen. Vielfältige Suchergebnisse des Portals verweisen mittels permanenter Links auf die Objekteinträge in allen beteiligten Partnermuseen. Die Nutzung des Portals ist kostenfrei. Zu den Kooperationspartner*innen des Forschungs- und Ausstellungsprojektes der Hamburger Kunsthalle zählen zudem unter anderem die Universität Hamburg, das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Musée d’Orsay, Paris.

Kuratorin, Leiterin Sammlung und Forschungsprojekt: Dr. Annabelle Görgen-Lammers | Assistenzkuratorin, Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin: Ann-Kathrin Hubrich |
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Numismatik: Patrik Pohl | Produktionsmanagerin und Projektassistentin:
Petra Bassen | Mitarbeit: Tessa Scheunert (studentisch), Dana Zacharias

Pressemeldung

Größe: 224.59 KB Format: pdf
Pressesprecherin & Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mira Forte

Das Forschungsprojekt wird ermöglicht durch:

Logo_Dorit Alexander Otto Stiftung

Mit besonderer Unterstützung durch:

Logo des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin in Schwarz-Weiß
ikmk-Logo mit weißen Punkten in Strahlenmuster auf blauem Hintergrund
Historische Medaille mit detaillierter Stadtansicht und Befestigungsanlagen
Sebastian DadlerBestätigung des kaiserlichen Elbprivilegs für Hamburg, 1636
Antike griechische Silbermünze mit Porträt einer Frau mit lockigem Haar im Profil
SyrakusDekadrachme, um 400 v. Chr.
Goldmedaille mit Porträtrelief einer historischen Person im Profil nach rechts
Johann Martin BückleGründung der Hohen Karlsschule in Stuttgart, 1783
Goldene Medaille mit biblischer Szene und lateinischer Inschrift
Johann Martin BückleGründung der Hohen Karlsschule in Stuttgart, 1783
Steinrelief zeigt zwei Figuren in Gewändern beim Musizieren
Alexandre CharpentierMutter und Tochter beim Musizieren, 1856–1909
Antike griechische Silbermünze mit Profilbild der Athena mit Helm
Vorderseite Münze: Kopf der Athena mit verziertem Kammhelm, 440-420 v. Chr
Bronzeplakette einer nackten weiblichen Figur mit erhobenen Armen, umgeben von floralen Ornamenten
Alphonse-Eugène LechevrelHommage auf die französischen Medailleure, 1891
Antike griechische Silbermünze mit Eule und Olivenzweig
Athen, TetradrachmeRückseite der Münze: Eule, 440–420 v. Chr.
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