Transparentes Museum
Press information
Neuartige Sammlungspräsentation ermöglicht Einblicke in die Museumsarbeit
Das Transparente Museum ist ein Pilotprojekt der Hamburger Kunsthalle: Es präsentiert die Sammlung auf neuartige Weise und eröffnet den Besucher_innen damit erstmals Einblicke in die Kernaufgaben der Institution: Das Sammeln, Forschen, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln.
Kuratorin (Konzeption und Realisation)
Dr. Annabelle Görgen-Lammers
Assistenz 2015/16
Julia Kölle, Dr. Désirée de Chair
Assistenz 2016/17
Shannon Ort
seit 10/2017
Josephine Karg
Ort
Hamburger Kunsthalle, Lichtwark-Galerie
Welche Herausforderungen und Prozesse verbergen sich konkret hinter diesen Begriffen? Welche aktuellen Beispiele gibt es? Nach welchen Kriterien wurden und werden hierzu Entscheidungen getroffen? Einzelne Aspekte der alltäglichen Arbeit im Museum, die für Besucher_ innen normalerweise hinter den Kulissen verborgen bleiben, werden mit konkreten Fallbeispielen schlaglichtartig erhellt. Dies erfolgt interdisziplinär, in beispielhaften Kooperationen. Epochen- und medienübergreifend werden Werke der Kunsthalle aus allen Sammlungsbereichen sinnfällig und anregend miteinander konfrontiert und um spezifische Leihgaben ergänzt. Dabei werden zeitgenössische Kunstwerke, die sich ihrerseits mit der Institution Museum auseinandersetzen, auf kommentierende Weise mit den vorgestellten Arbeitsbereichen in Beziehung gesetzt. »Mit der Kunst reflektiert sich das Museum selbst und seine von ihm entwickelten Bezugssysteme.« (Werner Hofmann, Direktor Hamburger Kunsthalle 1969-1990).
Durch teils interaktive Informations- und Vermittlungsebenen wird der »Tatort Museum« so auch für ein nicht-Fachpublikum transparenter und ein anderer, detektivischer Blick auf die Meisterwerke gewagt. Die Besucher_innen bekommen Zugang zu Ideen, erfahren, dass Kriterien für die Arbeit erlernbar und wandelbar sind und werden zum Mitdenken, zur Reflexion und Diskussion angeregt.
Die Ausstellungsfläche des Transparenten Museums ist in neun einzelne Themenräume gegliedert. Diese erlauben beispielsweise Einblicke in die Besonderheiten von (Künstler_innen-)Rahmungen, untersuchen Fragen der Zu- und Abschreibung, legen die Entdeckung von Fälschungen offen, zeigen den historisch wechselvollen Umgang mit Kopien im Museum, erzählen überraschende Herkunftsgeschichten und stellen Kriterien für Neuerwerbungen vor. Die Prozesse der internen und externen Zusammenarbeit von Forscher_innen, Restaurator_innen, Kurator_innen, Aufsichten und Vermittler_innen werden in ihrer Komplexität und Interdisziplinarität anschaulich.
Multimedia-, Bild- und Hör-Stationen innerhalb der Ausstellungsfläche, ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm und zielgruppenspezifische Vermittlungsangebote wie moderierte Diskussionen und Vorträge von hausinternen und externen Spezialist_innen begleiten das Projekt. Sie bieten vertiefende Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln und einen multiplen, neuartigen Zugang zur >Institution Museum<.
Das auf zunächst zwei Jahre angelegte Pilotprojekt setzt durch Kulissenwechsel, welche auch die Anregungen der Besucher_innen aufnehmen, abwechslungsreiche inhaltliche Schwerpunkte.
Die Hamburger Kunsthalle dankt der Commerzbank-Stiftung, der NORDMETALL-Stiftung, der Böttcher- Stiftung und der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, die das Transparente Museum ermöglicht haben. Astrid Kießling-Taskin, Vorstand der Commerzbank-Stiftung: »Transparenz ermöglicht Durchblick. Im Fall des Transparenten Museums ist es der freie Blick auf die verschiedenen Elemente und Arbeitsschritte, die in ihrem Zusammenspiel das Museum als Kulturort ausmachen. Die Besucher erfahren, welchen Einfluss die Art der Präsentation auf die eigene Wahrnehmung hat. Mit diesen unterschiedlichen Wahrnehmungen setzt sich die Hamburger Kunsthalle aktiv auseinander, um sich im Kontext einer besucherorientierten Selbstreflexion als Institution im Einklang mit den Erwartungen und Anforderungen ihres Publikums weiterzuentwickeln.« Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer der NORDMETALL e. V. und Vorstand der NORDMETALL-Stiftung: »Kultur belebt nicht nur eine Region, sie verändert auch die Menschen: Kunst inspiriert. Kunst hinterfragt. Und Kunst macht neugierig – auf die Kunst hinter der Kunst. Mit dem Transparenten Museum gibt die Hamburger Kunsthalle faszinierende Einblicke in die Arbeit der Ausstellungsmacher. Sie reflektiert damit das eigene Tun und öffnet sich der Auseinandersetzung mit den Besuchern. Ein so innovatives und mutiges Projekt unterstützt die NORDMETALL-Stiftung gerne – im Sinne ihres Mottos: Talente fördern, Zusammenhalt stärken, den Norden bereichern.«
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Förderer
Ausstellungsraum zum Thema
»Neuerwerbungen« mit Félix Vallottons
Aïcha, 1922 (links) und Max Klingers
Badendes Mädchen, sich im Wasser
spiegelnd, 1896/97 (rechts)
© Hamburger Kunsthalle
Foto: Kay Riechers
© Hamburger Kunsthalle
Foto: Kay Riechers
Ausstellungsraum zum Thema
»Ausstellen – Gipskopien« mit dem
Gipsabguss einer Kore vom Erechtheion,
ca. 1871 (rechts) und Julius von Ehrens
Säulensaal im Altbau der Hamburger
Kunsthalle, 1928 (links)
© Hamburger Kunsthalle
Foto: Kay Riechers
Informationsabruf im Leuchtkasten
zum Thema »Forschen – Fälschungen«
© Hamburger Kunsthalle
Foto: Kay Riechers
Ausstellungsraum zum Thema
»Forschen – Fälschungen« mit Oscar
Domínguez‘ Melancholie einer Straße
(Fälschung nach Giorgio de Chirico),
1941-1945
© VG Bild-Kunst, Bonn 2016
© Hamburger Kunsthalle
Foto: Kay Riechers
Multimediastation zum Thema
»Ausstellen – Gipskopien«
© Hamburger Kunsthalle
Foto: Kay Riechers
Ausstellungsraum zum Thema
»Bewahren – Künstlerrahmen« mit
Max Liebermanns entrahmtem Gemälde
Die Birkenallee im Wannseegarten nach
Westen, 1918 (Vitrine), dem Künstlerrahmen
mit heutiger Verglasung und Max
Liebermanns Professor Adolf Wohlwill,
1905, neben seiner alten Verglasung
© Hamburger Kunsthalle
Foto: Kay Riechers