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Rendezvous der TrÀume

Surrealismus und deutsche Romantik

 »Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprĂŒnglichen Sinn wieder.«
Novalis, Aphorismen, 1798

»Man gebe sich doch nur MĂŒhe, die Poesie zu praktizieren«
André Breton, Erstes Manifest des Surrealismus, 1924

Vor 100 Jahren entstand in Paris mit dem Surrealismus die berĂŒhmteste kĂŒnstlerische Bewegung des 20. Jahrhunderts. Sie war begrĂŒndet in einer Umwertung aller Werte infolge des Ersten Weltkrieges und hat das 20. Jahrhundert geprĂ€gt wie keine andere Strömung. Eine der wichtigsten Geistesverwandtschaften des Surrealismus bestand dabei zur deutschen Romantik: Das ÜbernatĂŒrliche und Irrationale, Traum und Zufall, Gemeinschaft und die Begegnung mit einer sich wandelnden Natur waren wesentliche Inspirationsquellen der deutschen Romantik, die sich der internationale Surrealismus auf andere Weise ein Jahrhundert spĂ€ter zu eigen machte. Von AndrĂ© Bretons erstem Manifest aus dem Jahr 1924 an wird die faszinierende NĂ€he in Fragestellungen, Haltungen, Motiven und Bildverfahren deutlich.

AusgewĂ€hlte surrealistische Meisterwerke von Max Ernst, Meret Oppenheim, RenĂ© Magritte, Salvador DalĂ­, Valentine Hugo, Toyen, AndrĂ© Masson, Paul Klee, u. v. a. zeigen, dass neben Dichter*innen wie Novalis, Achim und Bettina von Arnim, Friedrich Hölderlin, Heinrich von Kleist und Karoline von GĂŒnderrode auch die großen romantischen Maler wie Caspar David Friedrich (1774–1840) und Philipp Otto Runge (1777–1810) eine bedeutende Rolle bei der Suche nach einer revolutionĂ€ren Kunst im 20. Jahrhundert spielten.

Erstaunlicherweise entstehen direktere RĂŒckbezĂŒge auf die deutsche Romantik besonders im Widerstand und Exil wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges. Im weiteren Sinne vergleichbare Grundgedanken zu Kosmos, Natur, Traum, dem inneren Sehen und Gemeinschaft sind wĂ€hrend der AktivitĂ€ten des Surrealismus von 1924 bis 1966 erkennbar.

AnlĂ€sslich des 100. JubilĂ€ums der GrĂŒndung des Surrealismus lĂ€dt die epochenĂŒbergreifende Ausstellung ein, sich der kĂŒnstlerischen, poetischen und intellektuellen Facettenvielfalt der surrealistischen Kunst vor dem Hintergrund der deutschen Romantik zu nĂ€hern, um Analogien wie Besonderheiten zu erkennen. Sie versammelt ĂŒber 140 Ikonen des Surrealismus und ĂŒber 40 Kernwerke der deutschen Romantik, die miteinander prĂ€sentiert werden. Entsprechend dem multidisziplinĂ€ren Ansatz beider Bewegungen werden GemĂ€lde, Zeichnungen, Skulpturen, Literatur, Filme, Fotografien und Objekte gezeigt.

Die GegenĂŒberstellung von Surrealismus und deutscher Romantik ist dabei im Herzen der Hamburger Sammlung angelegt: Max Ernst bezieht sich nach seinem ersten Besuch der Kunsthalle anlĂ€sslich der Entgegennahme des Lichtwark-Preises 1964 in Ein schöner Morgen (Un beau matin) (1965) direkt auf Runges hier gesehenes SchlĂŒsselwerk der deutschen Romantik, den Morgen (erste Fassung) (1808).

Das Projekt bildet einen einzigartigen Schwerpunkt innerhalb der europÀischen Jahrhundertfeier des Surrealismus und entsteht in erstmaliger Partnerschaft mit dem Centre Pompidou (Paris).

HochkarĂ€tige, teils noch nie gezeigte Leihgaben kommen zudem aus nationalen und internationalen Privatsammlungen wie bedeutenden Museen aus Mexiko, den USA und ganz Europa, so u. a. Philadelphia Museum of Art; Sidney and Lois Eskenazi Museum of Art, Bloomington (USA); Museo Nacional Centro de Arte Reina SofĂ­a, Madrid; Tate, London; MusĂ©e Cantini, Marseille; MusĂ©e d'Art Moderne de la Ville de Paris; Kunsthalle Praha; Kunstmuseum Bern; Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz; StĂ€del Museum, Frankfurt; Museum Ludwig, Köln; Pinakothek der Moderne, MĂŒnchen u. v. a. sowie vielen, teils noch unbekannten europĂ€ischen Privatsammlungen.

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