Bestand Skulpturen und Plastiken

Das Projekt untersuchte die im Vorfeld als bedenklich eingestuften Kunstwerke des Skulpturenbestandes der Hamburger Kunsthalle. ÜberprĂŒft wurden alle Erwerbungen nach 1933 sowie diejenigen, die nach aktuellem Forschungsstand zu einem unbekannten Zeitpunkt ins Haus gekommen sind. Ziel war es, die Provenienzen aller als bedenklich eingestuften Objekte zu klĂ€ren. Die FĂ€lle, bei denen sich der Verdacht auf eine verfolgungsbedingte Entziehung bestĂ€tigte, sowie jene, deren Provenienzen nur lĂŒckenhaft ermittelt werden konnten, wurden bei lostart.de eingestellt.

Die GrĂŒndung der Skulpturensammlung der Hamburger Kunsthalle und ihr systematischer Ausbau gehen auf den ersten Direktor der Hamburger Kunsthalle Alfred Lichtwark (1852–1914) zurĂŒck. Heute erfolgt die wissenschaftliche Betreuung durch die fĂŒr die jeweilige Epoche zustĂ€ndigen Sammlungskurator_innen. Der Gesamtbestand an Statuen, Statuetten, BĂŒsten und Reliefs umfasst rund 490 Objekte, davon sind 443 Eigentum des Museums. Nicht im Projekt aufgenommen waren Medaillen, Plaketten und MĂŒnzen sowie GipsabgĂŒsse.

Von den 443 Skulpturen und Plastiken weisen heute bereits 336 unbedenkliche Provenienzen auf. 107 Objekte, von denen 102 vor 1945 entstanden sind, haben hingegen ungeklÀrte Provenienzen.

Neben AnkĂ€ufen aus dem Kunsthandel, auf Versteigerungen sowie Schenkungen von Privatpersonen oder Unternehmen umfassen die ZugĂ€nge von Skulpturen in die Hamburger Kunsthalle auch Überweisungen von der Kultur- und Baubehörde wĂ€hrend des Nationalsozialismus und nach 1945. Die sehr unterschiedlichen EingĂ€nge der Objekte lassen auf viele verschiedene, individuelle Provenienzen schließen, die es zu untersuchen gilt. Einen besonderen Rechercheaufwand erfordern die Skulpturen, die in Auflage geschaffen oder von denen mehrere, teils spĂ€tere, Kopien angefertigt wurden. In einigen FĂ€llen wird die Erforschung aller Exemplare eines Werkes vonnöten sein, um die Provenienz der Version klĂ€ren zu können, die zum Bestand der Hamburger Kunsthalle zĂ€hlt. In diesem Zusammenhang ist ein Austausch mit Institutionen im In- und Ausland, die im Besitz der weiteren Varianten und Repliken sind, vorgesehen.