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[CONTROL] NO CONTROL

Triennale der Photographie Hamburg

Kontrolle hat viele Facetten: Sie umfasst die √úberwachung durch andere oder durch sich selbst. Sie impliziert aber auch die M√∂glichkeit eines Kontrollverlustes oder sich der Kontrolle zu entziehen. Bei den meisten Formen der Kontrolle spielt die Fotografie eine zentrale Rolle: Fotos sind Teil des √úberwachungsapparates und damit ein Instrument der Aus√ľbung von Macht und Herrschaft. Doch wer hat die Macht, Andere zu kontrollieren? Der Staat, das Geld oder kontrollieren wir uns selbst auch gegenseitig? Heute entscheiden soziale Plattformen, Gesichtsscanner oder Algorithmen √ľber Akzeptanz oder Ausschluss aus der Gesellschaft. Indem wir andere ohne ihr Wissen beobachten, befinden wir uns zudem in einem st√§ndigen Grenzbereich zwischen Zeugen- und Komplizenschaft, sind Akteur und Voyeur zugleich.

K√ľnstler_innen thematisieren das problematische Verh√§ltnis zwischen Kamera und Kontrolle, indem sie sich ihre technischen Mittel aneignen und das Nichtsichtbare sichtbar machen. Mit Hilfe von technisch hochspezialisierten Kameras legen sie Strategien der Massen√ľberwachung und Kontrollmechanismen offen, die normalerweise im Verborgenen wirken und bewusster Geheimhaltung unterliegen. Die Positionen der Ausstellung f√ľhren eine √Ąsthetik der √úberwachung vor Augen, die gleicherma√üen verlockend und erschreckend ist. Sie zeigen, in welchem Ma√üe das Sehen selbst abh√§ngig von Technologien, Ideologien und politischen Strategien ist.

Was passiert, wenn nicht mehr Menschen, sondern Computer Bilder ¬Ľlesen¬ę¬†und wenn Realit√§t nur noch durch Fotos wahrgenommen wird? Welche Bilder beschreiben heute die vielf√§ltigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle? Welche Bruchstellen und M√∂glichkeiten f√ľr Ver√§nderung k√∂nnen sie sichtbar machen? Als Teil der 7. Phototriennale Breaking Point sucht die Ausstellung mit 15 unterschiedlichen k√ľnstlerischen Positionen in der Fotografie und im Medium des Films nach Antworten auf diese aktuellen Fragen.

Beteiligte K√ľnstler_innen:¬†Adam Broomberg &¬†Oliver Chanarin, Sophie Calle, Edmund Clark & Crofton Black, Thomas Demand, Bogomir Ecker, Harun Farocki, Jenny Holzer, Sven Johne, Annette Kelm, M√•rten¬†Lange, Richard Mosse, Trevor Paglen, Peter Piller, Barbara Probst, Thomas Ruff u. a.

Zur Triennale der Photographie erscheint ein gemeinsamer Katalog aller beteiligter H√§user, in dem die Ausstellungen jeweils ausf√ľhrlich vorgestellt werden.

Gefördert von:  Freunde der Kunsthalle e.V.
und¬†Beh√∂rde f√ľr Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg