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Johann Christoph Erhard
Die Ruinen der KaiserpalÀste am Palatin vom Campo Vaccino aus, 1820
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Johann Christoph Erhard

Die Ruinen der KaiserpalÀste am Palatin vom Campo Vaccino aus, 1820

Johann Christoph Erhard

Die Ruinen der KaiserpalÀste am Palatin vom Campo Vaccino aus, 1820

Das Blatt gibt den Blick vom Campo Vaccino auf die nordwestliche Ecke des Palatins mit den Substruktionen des antiken Tiberius-Palastes und einem dreistöckigen Renaissancebau wieder, der 1881/82 den Ausgrabungen am Palatin weichen musste.(Anm. 1) Er gehörte als Gartenhaus ehemals zu der großzĂŒgigen Gartenanlage, die Kardinal Alessandro Farnese ĂŒber den antiken Ruinen im spĂ€ten 16. Jahrhundert hatte errichten lassen. Ein Ă€hnlicher Blick auf die Substruktionen des Tiberius-Palastes und den Renaissancebau existiert von Louis Meyer2, entstanden wĂ€hrend seines Romaufenthalts zwischen 1830 und 1832; ein weiteres Blatt von demselben Standort befand sich kĂŒrzlich im Kunsthandel, dort Domenico Quaglio zugeschrieben.(Anm. 3)
Erhard gibt eine sachliche Bestandsaufnahme der Architektur, deren feste Tektonik in dem klaren, auf Parallelschraffuren beruhenden Strichbild adĂ€quaten Ausdruck findet; einen gewissen Kontrast dazu bildet die organischer, bewegter wiedergegebene Vegetation und der formlose, wie fließend wirkende ErdhĂŒgel im Vordergrund.

Peter Prange

1 Siehe die um 1852 entstandene Photographie von Giacomo Caneva, die eine Àhnliche Situation zeigt, vgl. Im Land der Sehnsucht. Mit Bleistift und Kamera durch Italien. 1820 bis 1880, Ausst.-Kat. Kunsthalle Bremen, Bremen 1998, S. 211-212, Nr. 66, Abb. S. 105.
2 Louis Meyer, KaiserpalÀste in Rom, Bleistift, auf gelblichen Papier, 171 x 238 mm, Stuttgart, Staatsgalerie, Graphische Sammlung, Inv.-Nr. C 72/2267.
3 Domenico Quaglio, zugeschrieben, Blick auf die Substruktionen des Tiberius-Palastes am Palatin, Bleistift, 368 x 527 mm, vgl. Kunstantiquariat Arno Winterberg, Heidelberg, Auktion 82, 14.5.2011, Nr. 472, Abb. (dort irrtĂŒmlich als „Blick auf die Villa Pamphili“ bezeichnet).

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Unten links bezeichnet (von fremder Hand?): "Il monte Pallatino al Campo Vaccino." (Bleistift); unterhalb davon ausradierte Bezeichnung:"il monte pallatino" (Bleistift)

Auf dem Verso unten links von G. E. Harzen bezeichnet: "9.2 / 6.11" (Bleistift); unten rechts bezeichnet: "Erhard" (Bleistift)

Verso

Titel verso: Skizze eines Mannes mit Hut in Seitenansicht nach links (links); Skizze einer Frau mit Krug unter dem linken Arm in RĂŒckenansicht (Mitte); Gartentor mit Steineinfassung an einem Weg und ein Krug (rechts)

Technik verso: Bleistift

Provenienz

Nachlass des KĂŒnstlers, Rom, 1822; Johann Benjamin Erhard d. J., NĂŒrnberg (Bruder des KĂŒnstlers); von dort erworben durch Georg Ernst Harzen (1790-1863), Hamburg (Lugt 1244); dessen Legat 1863 an die Stadt Hamburg fĂŒr ein zukĂŒnftiges Museum, 1869 der neu eröffneten Kunsthalle ĂŒbergeben (Archiv der Hamburger Kunsthalle, Nachlass Harzen, Inventar Ad:

Bibliographie

Marleen GĂ€rtner: Johann Christoph Erhard (1795-1822). Sein Leben und seine Zeichnungen, Marburg 2013 (sic; 2012), S.294-295, Nr.417

Johann Christoph Erhard (1795-1822). Der Zeichner, Ausst.-Kat. Germanisches Nationalmuseum NĂŒrnberg 1996., S.214-215, Nr.73, Abb.

Ontmoetingen met Italie. Tekenaars uit Scandinavië/Duitsland/Nederland in Italië, Ausst.-Kat. Rijksprentenkabinett Rijksmuseum Amsterdam 1971, S.36, Nr.56, Abb.

MĂžde med Italien. Hollandse, tyske og skandinaviske tegninger 1770-1840, Ausst.-Kat. Thorvaldsens Museum, Kopenhagen 1971, S.31, Nr.56, Abb.Taf. nach S. 79

Wolf Stubbe: Italienreise um 1800. Aquarelle und Zeichnungen aus dem Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle, Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle 1958, S.17, Nr.71, Abb.