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Franz Marc
Affenfries, 1911
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Franz Marc

Affenfries, 1911

Franz Marc

Affenfries, 1911
Tiere spielen eine zentrale Rolle in der Kunst von Franz Marc. Im Vergleich zum Menschen erschienen sie ihm als schönere, reinere Lebensformen, und er beabsichtigte, die eigene Kunst ĂŒber das Tierbild zu erneuern. In zahlreichen Varianten zeigte er Tiere als kraftvolle SolitĂ€re oder als harmonische Gruppen im Einklang mit der Natur, und er stellte sie immer wieder als RĂŒckenfiguren dar, um den Betrachter zur Identifikation anzuregen. Inspiriert von außereuropĂ€ischen Kunstformen, prĂ€sentierte Marc neben Haus-, Nutz- und Wildtieren auch exotische Wesen. Im GemĂ€lde Affenfries laufen mehrere Makaken einen Hang herab, wobei die Horde nur im Ausschnitt gegeben und weder zu den Seiten noch in die Tiefe wirklich ĂŒberschaubar ist. Rhythmus ist das Hauptmerkmal dieser musikalisch anmutenden Komposition: Er steckt in der koordinierten Bewegung der Affen, den versetzt aufragenden Pflanzenspitzen, dem Verbund von gerundeten und eckigen Formen sowie den intensiven Farbkontrasten von roten Bergen, grĂŒnen GewĂ€chsen, violettem Fell und gelbem Boden. Karin Schick

Details zu diesem Werk

Provenienz

Galerie Thannhauser, MĂŒnchen, Mai 1911 - 1911/1912 (1); Slg. Bernhard Koehler (1849-1927), Berlin, 1911 - lĂ€ngstens 1927 (2) und Slg. Bernhard Koehler jun. (1882-1964), Berlin-Neukölln, spĂ€testens 1927 - 20.07.1949 (3); Ankauf von dort durch die Vermittlung des KunsthĂ€ndler Franz Resch (Oberstdorf), 20.7.1949 (4)

1) Kat. August Macke und die frĂŒhe Moderne in Europa 2001, S. 177; Kat. Stationen der Moderne 1988, S. 114.
2) HAHK: Slg 1 1947/1952 AnkĂ€ufe fĂŒr die Galerie; Kat. August Macke und die frĂŒhe Moderne in Europa 2001, S. 177. Kat. Stationen der Moderne 1988, S. 114. RĂŒckseitenbefund. Kat. Der Blaue Reiter, 1911-12, Exemplar Gabriele MĂŒnter mit eigenhĂ€ndigen Preisangaben, bei Franz Marc ergĂ€nzt: "Affenfries. Bes. Koehler". Im Januar 1910 lernen August Macke, sein Cousin Helmuth Macke und Bernhard Koehler jun. in MĂŒnchen gemeinsam Franz Marc kennen. Koehler jun. erwarb einige Werke und sandte einige seinem Vater. Dieser war so begeistert, dass er kurz darauf Franz Marc selbst in MĂŒnchen. „WĂ€hrend Koehler in Marc einen weiteren, wichtigen Berater fĂŒr den Aufbau seiner Sammlung, der ihm ein großzĂŒgiges monatliches Stipendium gewĂ€hrte, fĂŒr das Marc ihm jĂ€hrlich im Gegenzug eine dem Marktwert entsprechende >>Anzahl Bilder<< ĂŒbersandte, >>die sie selbst fĂŒr mich bestimmen<<. [Brief von Bernhard Koehler an Franz Marc, 9. u. 23. Juli, in: Nachlaß Franz Marc, Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, NĂŒrnberg]. Im Zuge dieser Vereinbarung gelangten insgesamt ĂŒber siebzig GemĂ€lde, Grafiken und Kleinbronzen Franz Marcs in die Sammlung Koehler, die damit alle Schaffensphasen des KĂŒnstlers eindrucksvoll dokumentierte.“ Siehe: Silvia Schmidt-Bauer. Die Sammlung Bernhard Koehler, in: Die Moderne und ihre Sammler. Französische Kunst in Deutschem Privatbesitz vom Kaiserreich zur Weimarer Republik. Hrsg. von Andrea Pophanken und Felix Billeter, Passagen / Passages, Bd. 3, Deutsche Forum fĂŒr Kunstgeschichte / Centre Allemand d’Histoire de L’Art, Akademie Verlag, Berlin 2001, S. 267 – 876, hier S. 277.
3) HAHK: Slg 1 1947/1952 AnkĂ€ufe fĂŒr die Galerie; Kat. August Macke und die frĂŒhe Moderne in Europa 2001, S. 177. Kat. Stationen der Moderne 1988, S. 114. RĂŒckseitenbefund. Silvia Schmidt-Bauer. Die Sammlung Bernhard Koehler, in: Die Moderne und ihre Sammler. Französische Kunst in Deutschem Privatbesitz vom Kaiserreich zur Weimarer Republik. Hrsg. von Andrea Pophanken und Felix Billeter, Passagen / Passages, Bd. 3, Deutsche Forum fĂŒr Kunstgeschichte / Centre Allemand d’Histoire de L’Art, Akademie Verlag, Berlin 2001, S. 267 – 876, hier zum VermĂ€chtnis vom Vater an den Sohn, S. 283.
4) HAHK: Slg 1 AnkĂ€ufe fĂŒr die Galerie, (1946) 1947-1952. Eintrag im Inventarbuch. Ankaufssumme 13.000,00 DM; Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts [Lagerkatalog], Franz Resch, MĂŒnchen [Lagerkatalog] 1953, Kat. Nr. 23.