Ernst Barlach
Der Einsame, 1911
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Ernst Barlach

Der Einsame, 1911

Ernst Barlach

Der Einsame, 1911
Ernst Barlachs Kerzenträger bleibt trotz der erzählerischen Anmutung ein Namenloser. Zeitenthoben wirkt die männliche Gestalt, die in einen schlichten Umhang gehüllt ist. Dieser öffnet sich im Brustbereich und lässt durch den Faltenwurf eine dynamische Kreisform zwischen Kerze und Kopf entstehen. Der breite Oberkörper neigt sich kraftvoll zur Seite und lässt das Gleichgewicht des massigen Körpers auf der schmalen Basis fragil erscheinen. Die Bewegung hat ihren Ursprung im Inneren. Neugierig und furchtsam zugleich blickt der Mann ins Ungewisse. Er schaut aber nicht in die Ferne, sondern fokussiert etwas in der Nähe. Womöglich versucht er mit dem Licht, das seine Hand behutsam schützt, einen im Dunkel liegenden Weg zu erleuchten. Barlach gab hier der eigenen Grundstimmung Gestalt: In der Abgeschiedenheit Güstrows empfand er sich als einsam Suchender. Doch reicht die Bedeutung seiner Skulptur über das individuelle Schicksal hinaus und ist ein Gleichnis dafür, dass der Mensch in der Welt unbehaust ist. Dagmar Lott-Reschke

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Bezeichnet auf der Bodenplatte neben dem linken Fuß: E Barlach

Rosa Aufkleber: Internationale Kunst[?]Ausstellung Venedig 1950 Weißer Aufkleber: Biennale internationale Kunstausstellung Venedig (darüber) Grün / Weißer Aufkleber: La Continentale Rosa Aufkleber mit gezacktem Rand [unleserlich] Italienische Zollmarke aus der Zeit von 1862-1929 Inventarnummer in Schwarz 1954/22 [HK] Zwei schweizer Zollstempel Aufkleber weiß von Gustav Knaur: Dr. P[?]r[?]t