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anonym (hollÀndisch) Jacques de Gheyn (II.), Umkreis
Alter Baum, 1610 - 1620
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anonym (hollÀndisch) Jacques de Gheyn (II.), Umkreis

Alter Baum, 1610 - 1620

anonym (hollÀndisch) Jacques de Gheyn (II.), Umkreis

Alter Baum, 1610 - 1620

Stilistisch markiert die Zeichnung den Übergang von manieristischer zu naturalistischer Landschaftsdarstellung. Ähnlich imposante BĂ€ume zeichneten Hendrik Goltzius, Abraham Bloemaert und Jacob de Gheyn (II), vergleichbar auch in der wulstigen PlastizitĂ€t der knorrigen Rinde, der glatten OberflĂ€chenstruktur und der stellenweise ornamental bewegten Konturen.(Anm.1) Gleichzeitig erinnern der „blumenkohlartige“ Baumschlag und die hĂ€kchenartig gekrĂŒmmten Zweiglein an Radierungen der Vettern Esaias und Jan van de Velde und deuten damit auf eine fortgeschrittenere Entwicklung.(Anm.2) Auch die Kleidung der Figuren lĂ€sst an eine Entstehung im zweiten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts denken.(Anm.3)
Die alte Zuschreibung an Vinckboons ist aus stilistischen GrĂŒnden auszuschließen, vor allem angesichts der unterschiedlichen Behandlung des Laubes.

Annemarie Stefes

1 FĂŒr Goltzius vgl. Inv.-Nr. 21977 mit weiteren Verweisen; fĂŒr Bloemaert Inv.-Nr. 21726; fĂŒr De Gheyn vgl. Zeichnungen in der Sammlung der Erben J. Q. van Regteren Altena, Amsterdam, J. Q. van Regteren Altena: Jacques de Gheyn. Three Generations, 3 Bde., Den Haag, Boston, London 1983, Bd. 2, Nr. 989 bzw. Amsterdam, Rijksprentenkabinet, Inv.-Nr. RP-T-1922-42, ebd. Nr. 998. Vgl. auch gestochene Darstellungen, z. B. von Jan Saenredam nach Goltzius, B. 124.
2 Vgl. Radierungen des Jan van de Velde aus der 1615 datierten Folge H. 178–195 (darunter besonders H. 180, 187 und 195), vgl. auch die 1617 datierten Radierungen H. 30–33; oder Esaias van de Veldes Radierung H. 16.
3 Vgl. ein Jan van de Velde zugeschriebenes GemÀlde, ehemals Sloterdijk, Sammlung George Rueter, vgl. Jan Gerrit van Gelder: Jan van de Velde, 1593-1641. Tekenaar-Schilder, 's Gravenhage 1933, Nr. IX.

Details zu diesem Werk

Beschriftung

Auf dem Verso in der Mitte Stempel der Hamburger Kunsthalle (L. 1233); unten links von der Mitte von alter Hand nummeriert: "1617" (Feder in Braun), unterhalb davon von anderer Hand bezeichnet: "vincken Boom" (Feder in Braun, ausgeblichen, 17. oder 18. Jh.)

Wasserzeichen / Kettenlinien

-
22-24 mm (v)

Provenienz

1953 erworben von Wilhelm Koeberlin, Prien a. Chiemsee

Bibliographie

Stefes, Annemarie: NiederlĂ€ndische Zeichnungen 1450-1850. Katalog II van Musscher - Zegelaar, hrsg. von Gaßner, Hubertus und Stolzenburg, Andreas, Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle Kupferstichkabinett, Bd. 3, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2011, S.654-655, Nr.1250

Neue Erwerbungen der Hamburger Kunsthalle 1945-1955, Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle 1955, Nr.208