Aktuell

UNFINISHED STORIES

Geschichten aus der Sammlung
Felix Gonzalez-Torres "Untitled" (Klaus Barbie as a Family Man), 1988 C-print jigsaw puzzle in plastic bag 7 1/2 x 9 1/2 in. Edition of 3, 1 AP with 2 additional AP Photo: Lance Brewer © Felix Gonzalez-Torres Courtesy of The Felix Gonzalez-Torres Foundati

Presseinformation

Aus Anlass des 150-j√§hrigen Jubil√§ums zeigt die Hamburger Kunsthalle mit UNFINISHED STORIES gro√üe Teile ihrer Sammlung internationaler Gegenwartskunst, die zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland z√§hlt. Auf der gesamten Fl√§che des Sockelgeschosses der Galerie der Gegenwart (1.300 qm) sind Meisterwerke, selten Gesehenes und aktuelle Neuzug√§nge, sowie seit vielen Jahren erstmalig wieder freigelegte ortsspezifische Werke zu sehen. In √ľber 20 Ausstellungsr√§umen und mehr als 150 Werken entfaltet sich beispielhaft die Geschichte der Kunst von den 1960ern bis in die 2000er Jahre, und macht die Gleichzeitigkeit des Ungleichen, das Nebeneinander und √úberlappen unterschiedlicher Stile und Str√∂mungen anschaulich. Dabei setzt UNFINISHED STORIES ganz besonders auf das Potential der Kunst, Erz√§hlungen zu entwerfen, die uns fesseln, bereichern, ber√ľhren, irritieren, provozieren und zum Weiterentwickeln einladen.
 
UNFINISHED STORIES erz√§hlt Geschichten im Plural. Im mehreren Erz√§hlstr√§ngen widmet sich die Ausstellung zentralen Themen der Kunst, die generations√ľber-greifend immer wieder neu befragt werden: Da ist zum einen der Mensch, sein Verh√§ltnis zu Geschlecht, Nation und Gesellschaft (A. R. Peck, Bernhard Heisig, Sigmar Polke, Andy Warhol), sowie die daraus resultierenden und auch kritisierten Selbst- und Fremdbilder (Maria Lassnig, Rebecca Horn, Annette Messager, Tom Wesselmann, Allen Jones). Es sind Familien- und Liebeskonstellationen sowie gene-rell zwischenmenschliche Beziehungen, die auf den Pr√ľfstand gestellt werden (Paul McCarthy, Abramovińá/Ulay, Felix Gonzalez-Torres, Gerhard Richter). Auch das Ma-terial selbst gewinnt an Bedeutung. Prozesshaftigkeit, Transformation von Energie und Zeitlichkeit sind in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte (Jannis Kounellis, Mario Merz, Andreas Slominski, Anna Oppermann). Ein weiterer Erz√§hlstrang widmet sich innovativen Strategien seit den 1960er Jahren. Tradierte Konventionen werden infrage gestellt. Vor allem die Betrachter*innen r√ľcken mehr in den Fokus: Ihnen kommt eine ver√§nderte, aktive Rolle zu. Franz Erhard Walther, Arthur K√∂pcke und Felix Gonzalez-Torres nehmen daher eine zentrale Position ein und stehen stellvertretend f√ľr einen ¬Ľoffenen Werkbegriff¬ę, der die Betrachter*innen in Komplizenschaft nimmt und sie als Vollendende der Kunst versteht.
 

Gefördert von: Freunde der Kunsthalle e. V. und  Deutsche Bank AG