Vorschau

Triennale der Photographie Hamburg

[CONTROL] NO CONTROL
Thomas Ruff, Nacht 2 II, 1992, VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Presseinformation

Die Ausstellung Control | No Control der Hamburger Kunsthalle ist Teil der Triennale der Photographie 2018, die unter dem ĂŒbergeordneten Motto Breaking Point – Searching for Change nach Bildern sucht, die Bruchstellen thematisieren. Das Fotofestival versammelt Arbeiten, die gegebene ZustĂ€nde sichtbar machen und damit VerĂ€nderungen ermöglichen können. Die Ausstellung Control | No Control prĂ€sentiert rund 80 Werke aktueller kĂŒnstlerischer Positionen aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle, aus Privatbesitz und anderen Museen. Im Nebeneinander und in der Konfrontation spiegeln und erfragen die ausgewĂ€hlten Arbeiten die vielfĂ€ltigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle. Sie zeigen kĂŒnstlerische Strategien, die der Überwachung Widerstand leisten oder den Kontrollverlust als ein positives Moment einsetzen.

Als zentrales Werk stellt Control | No Control die Photoserie Presidency aus, mit der Thomas Demand das reprĂ€sentative mediale Bild von Macht reflektiert. Die 5-teilige, großformatige Serie zeigt verschiedene Ansichten eines der prominentesten SchauplĂ€tze der Macht: das als »Oval Office« bekannte BĂŒro des PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Der KĂŒnstler hatte die Arbeit im Auftrag des New York Times Magazine vor der Wahl Barack Obamas im Jahr 2008 geschaffen. Heute, Jahre spĂ€ter und nach der Wahl eines neuen PrĂ€sidenten, stellt sich die Frage nach der Wirkung dieser Bilder unter verĂ€nderten MachtverhĂ€ltnissen erneut. Ist das Oval Office noch ein Ort der Macht oder ein Sinnbild fĂŒr Kontrollverlust? Welche Bilder beschreiben heute die vielfĂ€ltigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle? Welche Bruchstellen und Möglichkeiten fĂŒr VerĂ€nderung können sie sichtbar machen? WĂ€hrend Sophie Calle 1981 fĂŒr die Arbeit La Filature (Die Beschattung) einen Privatdetektiv engagierte, um sich beobachten zu lassen, werden KĂŒnstler wie Trevor Paglen heute selbst zum Detektiv, decken geheime Verbindungslinien auf und veröffentlichen verbotenes Material. War man sich frĂŒ-her der Kontrolle durch Kameras noch bewusst, so werden heute unbemerkt Bilder vom Menschen erzeugt, wie Adam Broomberg & Oliver Chanarin in Spirit is a Bone (2016) aufzeigen. Mit Hilfe einer auf 3D-Gesichtsscans basierenden Sicher-heitstechnologie entwickeln sie einen neuen Atlas des Antlitz des Menschen, dem jedoch alles Menschliche fehlt.

Beteiligte KĂŒnstler_innen: Adam Broomberg / Oliver Chanarin, Sophie Calle, Thomas Demand, Marten Lange, Richard Mosse (angefragt), Trevor Paglen, Peter Piller, Barbara Probst, Akram Zatari u. a.

Zur Triennale der Photographie erscheint ein gemeinsamer Katalog aller beteiligter HĂ€user, in dem die Ausstellungen jeweils ausfĂŒhrlich vorgestellt werden.

Gefördert von: Behörde fĂŒr Kultur und Medien Hamburg