Vorschau

Triennale der Photographie Hamburg

[CONTROL] NO CONTROL
Barbara Probst (*1964): Exposure #71a: N.Y.C., Crosby & Broome Streets, 06.25.09, 12:16 p.m., 2009  Barbara Probst, courtesy Galerie Kuckei + Kuckei, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Presseinformation

Die Ausstellung Control | No Control der Hamburger Kunsthalle ist Teil der Triennale der Photographie 2018, die unter dem √ľbergeordneten Motto Breaking Point ‚Äď Searching for Change nach Bildern sucht, die Bruchstellen thematisieren. Das Fotofestival versammelt Arbeiten, die gegebene Zust√§nde sichtbar machen und damit Ver√§nderungen erm√∂glichen k√∂nnen. Die Ausstellung Control | No Control pr√§sentiert rund 80 Werke aktueller k√ľnstlerischer Positionen aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle, aus Privatbesitz und anderen Museen. Im Nebeneinander und in der Konfrontation spiegeln und erfragen die ausgew√§hlten Arbeiten die vielf√§ltigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle. Sie zeigen k√ľnstlerische Strategien, die der √úberwachung Widerstand leisten oder den Kontrollverlust als ein positives Moment einsetzen.

Als zentrales Werk stellt Control | No Control die Photoserie Presidency aus, mit der Thomas Demand das repr√§sentative mediale Bild von Macht reflektiert. Die 5-teilige, gro√üformatige Serie zeigt verschiedene Ansichten eines der prominentesten Schaupl√§tze der Macht: das als ¬ĽOval Office¬ę bekannte B√ľro des Pr√§sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Der K√ľnstler hatte die Arbeit im Auftrag des New York Times Magazine vor der Wahl Barack Obamas im Jahr 2008 geschaffen. Heute, Jahre sp√§ter und nach der Wahl eines neuen Pr√§sidenten, stellt sich die Frage nach der Wirkung dieser Bilder unter ver√§nderten Machtverh√§ltnissen erneut. Ist das Oval Office noch ein Ort der Macht oder ein Sinnbild f√ľr Kontrollverlust? Welche Bilder beschreiben heute die vielf√§ltigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle? Welche Bruchstellen und M√∂glichkeiten f√ľr Ver√§nderung k√∂nnen sie sichtbar machen? W√§hrend Sophie Calle 1981 f√ľr die Arbeit La Filature (Die Beschattung) einen Privatdetektiv engagierte, um sich beobachten zu lassen, werden K√ľnstler wie Trevor Paglen heute selbst zum Detektiv, decken geheime Verbindungslinien auf und ver√∂ffentlichen verbotenes Material. War man sich fr√ľ-her der Kontrolle durch Kameras noch bewusst, so werden heute unbemerkt Bilder vom Menschen erzeugt, wie Adam Broomberg & Oliver Chanarin in Spirit is a Bone (2016) aufzeigen. Mit Hilfe einer auf 3D-Gesichtsscans basierenden Sicher-heitstechnologie entwickeln sie einen neuen Atlas des Antlitz des Menschen, dem jedoch alles Menschliche fehlt.

Beteiligte K√ľnstler_innen: Adam Broomberg / Oliver Chanarin, Sophie Calle, Thomas Demand, Marten Lange, Richard Mosse (angefragt), Trevor Paglen, Peter Piller, Barbara Probst, Akram Zatari u. a.

Zur Triennale der Photographie erscheint ein gemeinsamer Katalog aller beteiligter H√§user, in dem die Ausstellungen jeweils ausf√ľhrlich vorgestellt werden.

Gef√∂rdert von: Beh√∂rde f√ľr Kultur und Medien Hamburg