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Raffael

In der Hamburger Kunsthalle
Raffael, eigentlich Raffaello Santi oder Sanzio (1483–1520) Kopf eines Cherubs, um  1509, © Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett / bpk Foto: Christoph Irrgang

Presseinformation

Aus Anlass des 500. Todestages erinnert die Hamburger Kunsthalle mit zahlreichen Zeichnungen, Druckgraphiken, Fotografien und BĂŒchern aus dem eigenen Bestand an Leben, Werk und Wirkung von Raffael (1483–1520), der zu den herausragenden KĂŒnstlern der Renaissance zĂ€hlt. Raffael war der Superstar seiner Epoche, der in seinem kurzen Leben von Erfolg zu Erfolg eilte und von höchsten WĂŒrdentrĂ€gern wie den PĂ€psten mit ehrenvollen AuftrĂ€gen ĂŒberhĂ€uft wurde. Mit seinen GemĂ€lden und Fresken setzte der faszinierende Meister nicht nur fĂŒr seine Zeit, sondern fĂŒr Jahrhunderte die MaßstĂ€be der europĂ€ischen Kunst. Kein anderer KĂŒnstler erzielte eine derart weitreichende Wirksamkeit. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen fĂŒnf exquisite Handzeichnungen Raffaels. Diese Figurenstudien belegen seine Meisterschaft der genauen Naturbeobachtung und Beherrschung verschiedener Techniken nachdrĂŒcklich. Die BlĂ€tter sind bedeutende Vorstudien fĂŒr Malereien, etwa im Vatikan. Gezeigt werden zudem fĂŒnf qualitĂ€tsvolle Zeichnungen aus dem nahen Umkreis des KĂŒnstlers, die ebenso das sehr hohe Niveau der italienischen Zeichenkunst der Renaissance veranschaulichen. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden Reproduktionen der wichtigsten Fresken und GemĂ€lde Raffaels in großartigen Kupferstichen und Radierungen, darunter SchlĂŒsselwerke der Weltkunst wie die Sixtinische Madonna, Die Schule von Athen und die Transfiguration.

Vor der Erfindung der Fotografie kam den Druckgraphiken die grĂ¶ĂŸte Bedeutung zu, um Bildideen nach Raffael auszufĂŒhren – ab dem spĂ€ten 19. Jahrhundert gewinnt dann die Fotografie fĂŒr die Verbreitung der Werke Raffaels zunehmend an Gewicht. In der Schau sind faszinierende Beispiele aus der FrĂŒhzeit dieses Mediums zu sehen. Zudem veranschaulicht die Ausstellung den Einfluss Raffaels auf andere KĂŒnstler. Gezeigt werden vornehmlich Zeichnungen, Druckgraphiken und GemĂ€lde der GebrĂŒder Riepenhausen und von Vertretern der romantisch-religiösen Kunstrichtung der Nazarener um den gebĂŒrtigen LĂŒbecker KĂŒnstler Johann Friedrich Overbeck. Bei diesen bedeutenden Werken handelt es sich in der Regel nicht um direkte Kopien, sondern um subtile Anverwandlungen der Ideen Raffaels.

Zudem werden Raffaels Bildnis und sein (Nach-)Leben in ausgewĂ€hlten Werken vorgestellt, darunter eine 2016 erworbene bedeutende zeichnerische Darstellung seines Todes des französischen KĂŒnstlers Nicholas-AndrĂ© Monsiau (1754–1837) und das Standbild Raffaels an der Hauptfassade des GrĂŒndungsbaus der Kunsthalle. Diese Werke belegen, welch immense WertschĂ€tzung der KĂŒnstler ĂŒber Jahrhunderte hindurch und besonders im 19. Jahrhundert genoss.

Zur Ausstellung wird ein ausfĂŒhrlich kommentierter Katalog erscheinen.