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PERISKOPISCH!

Werner Nöfers Graphik zwischen Pop und Agitation
WERNER NÖFER Monitor I, 1967 Siebdruck auf Papier, 613 x 864 mm Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett © VG Bild-Kunst, Bonn 2022  Foto: Christoph Irrgang

Presseinformation

Einen detaillierten Einblick in das Gesamtwerk von Werner Nöfer (*1937 Essen) bietet die Sommerausstellung PERISKOPISCH!. Sie lĂ€sst den deutschen Maler und Graphiker im Kontext der graphischen Szene in Hamburg um 1970 wiederentdecken. Nöfer ist bekannt fĂŒr seine zahlreichen Arbeiten im öffentlichen Raum wie das Leitsystem fĂŒr den Berliner Flughafen Tegel. FĂŒr Hamburg hat er das Wandbild im Eingang des Abaton-Kinos (1970) und die große Fassadenarbeit von 1968 an der HĂ€userfront des legendĂ€ren GrĂŒnspan-Musikclubs in der Großen Freiheit zusammen mit Dieter Glasmacher (*1940 Krefeld) entworfen. Letzteres ist nicht nur eines der ersten Wallpaintings Europas – mittlerweile ist es ein unter Denkmalschutz stehendes Wahrzeichen der Hamburger Musik- und Clubszene.

Im unverwechselbaren Design der spĂ€ten 1960er-Jahre, in einer Mischung aus Pop Art, Landschaftsmotiven und graphischer PrĂ€zision faszinieren Nöfers Werke durch ihre klare Farbigkeit und Formensprache. Die Ausstellung zeigt erstmals ca. 40 seiner Graphiken, von denen die Kunsthalle die meisten 2017 als Geschenk des KĂŒnstlers erhalten hat. Die graphischen Arbeiten – so auch der Siebdruck periskopisch, der sich fast identisch am GrĂŒnspan wiederfindet – dienten oftmals als Vorlage fĂŒr die Arbeiten im öffentlichen Raum. Sie werden zusammen mit Filmen, SkizzenbĂŒchern, Buchcovern und EntwĂŒrfen zu sehen sein.

Seit den 1960er-Jahren wurden Werner Nöfers Werke in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. GeprĂ€gt durch KĂŒnstler wie Eduardo Paolozzi, der als »Vater« der Pop Art gilt, sind seine Werke gleichzeitig oft auf humorvolle Weise eine Antwort auf die »GewalttĂ€tigkeit der technologischen und mechanischen Umwelt« (Nöfer) seiner Zeit. Als »Bild im Bild« erkennt man in Siebdruck-Motiven wie Blindflug oder Monitor die Landschaft oder den glasklaren Horizont als Markierung einer von technischer Apparatur geprĂ€gten Welt.

Die Ausstellung, die anlĂ€sslich des 10. Hamburger Architektur Sommers (Mai bis Juli 2023) gezeigt wird, entsteht in Zusammenarbeit mit Jörg Schilling, der seit lĂ€ngerem zum Werk des KĂŒnstlers forscht.