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Max Beckmann

weiblich-mÀnnlich
Collage: links Max Beckmann (1884–1950) Bildnis einer RumĂ€nin (Bildnis Frau Dr. Heidel), 1922, © SHK / Hamburg, rechts: Selbstbildnis Florenz, 1907, Hamburger Kunsthalle, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Presseinformation

Max Beckmann

weiblich-mÀnnlich

Max Beckmann. weiblich-mĂ€nnlich untersucht erstmals die zahlreichen, oft wider-sprĂŒchlichen Rollen von Weiblichkeit und MĂ€nnlichkeit in den Werken von Max Beckmann (1884–1950), einem großen KĂŒnstler der Moderne und kraftvollen Interpreten seiner Zeit. Mit rund 140 GemĂ€lden, Plastiken und Arbeiten auf Papier zeigt die Ausstellung die eindrucksvolle Breite des Themas und ermöglicht ein tieferes VerstĂ€ndnis von Beckmanns facettenreicher Kunst. Wichtige Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland – darunter der Nachlass Beckmann, das StĂ€del Museum, Frankfurt am Main, das Saint Louis Art Museum, Missouri / USA und das Stedelijk Museum in Amsterdam – ergĂ€nzen den umfangreichen Beckmann-Bestand der Hamburger Kunsthalle.

Die Ausstellung befragt Beckmanns Bilder sowohl auf ihre historische Bedeutung als auf ihre AktualitĂ€t fĂŒr unsere Zeit. Seine prĂ€gnanten Selbstdarstellungen, sei-ne Doppelbildnisse mit den Ehefrauen, die reprĂ€sentativen PortrĂ€ts seiner Förde-rer und MĂ€zeninnen sowie mythologische und biblische Figurenbilder machen Grundkonstanten menschlichen Zusammenseins eindrucksvoll erfahrbar: Sie zei-gen Begehren, Hingabe und Widerstreit, Macht und Ohnmacht, Freiheitsdrang und Verschmelzung.

Beckmann schrieb Geschlechterrollen fest und öffnete sie zugleich, er fand Zart-heit in Frauen- und in MĂ€nnerfiguren, Schlagkraft in der Heldin wie im Helden. Fasziniert von den Mythen verschiedenster Kulturen, kannte er die uralte Vor-stellung, dass Frau und Mann aus einem einzigen, androgynen Geschlecht her-vorgingen, nach dessen Einheit man sich auf ewig zurĂŒcksehnt. DarĂŒber hinaus las und kommentierte er zeitgenössische, bis heute diskutierte Schriften von Carl Gustav Jung und Otto Weininger, die IndividualitĂ€t als Verbindung von weiblichen und mĂ€nnlichen Anteilen erklĂ€rten. Von sich selbst zeichnete Beckmann gern das Bild eines mannhaft entschlossenen Weltendeuters, das bis heute die Wahrneh-mung seines Werks dominiert und sich einem offeneren VerstĂ€ndnis seiner viel-schichtigen Kunst entgegenstellt.

WĂ€hrend der Ausstellungslaufzeit werden Expert*innen aus verschiedenen Fach-bereichen ihren Arbeitsplatz in die Ausstellung verlegen und ihren Blick auf Beckmanns Kunst und auf Geschlechterfragen einbringen. Neben der Kuratorin der Ausstellung und dem Direktor der Hamburger Kunsthalle werden die GesprĂ€chs-partner*innen aus den Bereichen der Literatur-, Sozial- und Erziehungswissen-schaft, Philosophie und Theologie fĂŒr einen Dialog mit den Besucher*innen an-wesend sein. Die Blickwechsel finden jeweils sonntags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr statt.

Am 15. Januar 2021 veranstaltet die Kunsthalle zudem ein öffentliches, international besetztes Sym-posium zur vielfĂ€ltigen Auseinandersetzung Beckmanns mit dem Thema »Weiblichkeit und MĂ€nnlichkeit«. RegelmĂ€ĂŸige thematische FĂŒhrungen sowie Seminare zur Verkostung von Champagner, dem Lieblings-getrĂ€nk Beckmanns, runden das Programm ab. AusfĂŒhrliche und aktuelle Informationen und Teilnahme-bedingungen sind der Website (www.hamburger-kunsthalle.de) zu entnehmen.
 

Die Hamburger Kunsthalle hat in enger Zusammenarbeit mit ZDFkultur eine digitale Max Beckmann-Aus-stellung entstehen lassen, die noch bis zum 24. Januar 2021 in der Digitalen Kunsthalle des ZDF ĂŒber https://digitalekunsthalle.zdf.de zur VerfĂŒgung steht. Die gleichnamige Schau ermöglicht einen Online-Streifzug durch Beckmanns Bilderkosmos.

Der reich bebilderte wissenschaftliche Katalog zur Ausstellung (Prestel Verlag, 240 Seiten, deutsche Aus-gabe, 29 Euro) ist im Museumsshop und unter www.freunde-der-kunsthalle.de erhÀltlich. Zur Begleitung des Ausstellungsbesuches sowie zur Vor- und/oder Nachbereitung steht in der App der Hamburger Kunsthalle eine Audiotour gratis zum Download bereit (4 Euro mit LeihgerÀt).

Die Ausstellung Max Beckmann. weiblich-mĂ€nnlich bildet im Jahr 2020/21 einen Höhepunkt im Programm der Hamburger Kunsthalle und fĂŒhrt eine Reihe vielbeachteter PrĂ€sentationen zur Kunst Beckmanns fort, darunter Selbstbildnisse (1993), Landschaft als Fremde (1998) und Die Stillleben (2014).

Die Ausstellung wird gefördert von:

Behörde fĂŒr Kultur und Medien Hamburg, Freunde der Kunsthalle e.v., Martha Pulvermacher Stiftung

Dr. Carsten Brosda, Senator fĂŒr Kultur und Medien: »Die Ausstellung nimmt einen neuen Aspekt von Max Beckmanns Werk in den Fokus und eröffnet so eine bislang ungesehene Perspektive auf seine Arbeit. Die gezeigten Werke werfen Fragen nach dem Zusammenhang von IdentitĂ€t und Geschlecht auf, nehmen Geschlechterrollen in den Blick und stellen sie gleichzeitig in Frage. Diese Themen sind hochaktuell – und die Ausstellung ist eine Einladung, sich mit diesen zentralen gesellschaftlichen Fragen ĂŒber die Kunst aus-einanderzusetzen.«

Das Symposium zur Ausstellung findet statt in Kooperation mit:

franz dieter und michaela kaldewei kulturstiftung

Haspa-Galerie:

Seit vielen Jahren engagiert sich die Hamburger Sparkasse fĂŒr die Hamburger Kunsthalle. Als Zeichen des Dankes fĂŒr diese großzĂŒgige UnterstĂŒtzung heißt das 2. Obergeschoss der Galerie der Gegenwart, in der die Ausstellung Max Beckmann. weiblich-mĂ€nnlich gezeigt wird, seit Ende 2019 »Haspa-Galerie«.

 

Service-information

Der Besuch der Ausstellung ist ĂŒber Einlassfenster-Tickets geregelt, die den Zutritt innerhalb eines ausgewĂ€hlten Zeitfensters genehmigen. Nach Eintritt in die Ausstellung können sich die Besucher*innen so lange wie sie möchten darin aufhalten. Diese Regelung ermöglicht es, dass ein notwendiger Abstand von 1,5 Metern zwischen den GĂ€sten gewĂ€hrleistet werden kann und keine Warteschlangen entstehen.

Einlassfenster:

Dienstag, Mittwoch und Sonntag:
10–12 Uhr | 12–14 Uhr  | 14–16 Uhr sowie 16–17.30 Uhr

>Die Ausstellung ist bis 18 Uhr geöffnet.

Donnerstag:
Siehe oben sowie 17.30–19 Uhr | 19–20.30 Uhr

>Die Ausstellung ist bis 21 Uhr geöffnet.

Freitag und Samstag:

Siehe oben sowie 16–18 Uhr | 18–19.30
>Die Ausstellung ist bis 20 Uhr geöffnet.

Die Nutzung des Ticket-Vorverkaufs wird empfohlen: Entweder an der Museumskasse oder online direkt ĂŒber den Hinweis Max Beckmann-Tickets auf der Homepage der Hamburger Kunsthalle. Bei Spontanbesuchen besteht an der Museumskasse die Chance auf Restkarten fĂŒr tagesaktuelle Einlass-fenster-Tickest.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Begleitung von Personen mit einem Einlassfenster-Ticket benötigen kein eigenes Ticket. Ohne Begleitung erhalten sie Zeitfenster-Freitickets tagesaktuell an der Kasse.

FĂŒr den Besuch der Ausstellung gilt eine Maskenpflicht.