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Herausragend!

Das Relief von Rodin bis Picasso
Pablo Picasso: Violon, 1915, geschnittenes, gefaltetes und bemaltes Blech, Eisendraht, 100 x 63,7 x 18 cm, Musée national Picasso, Paris

Presseinformation

Mit rund 130 Exponaten von √ľber 100 K√ľnstler*innen aus Europa und den USA nimmt die umfangreiche Ausstellung HERAUSRAGEND! die Kunstform Relief in den Blick und zeigt ihre Entwicklung von 1800 bis in die 1960er-Jahre. Als eine Mischung aus Skulptur und Malerei, Raum und Fl√§che fordert das Relief unser Sehen heraus. Gerade seine Existenz im Dazwischen machte es von jeher zu einem Feld f√ľr Experimente. Hochrangige Leihgaben unter anderem aus den Kunstmuseen Basel und Den Haag, dem Centre Pompidou, Paris, und dem Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam, lassen die eindrucksvolle Vielfalt und innovative Kraft des Reliefs erleben.

Orientierten sich klassizistische Bildhauer wie Bertel Thorvaldsen an Werken der Antike, sprengten im 19. Jahrhundert K√ľnstler wie Auguste Rodin und Medardo Rosso den Rahmen der Skulptur. Maler-Bildhauer wie Edgar Degas, Paul Gauguin, Pablo Picasso oder Henri Matisse befragten im Relief den Umgang mit Form und Farbe neu. Im 20. Jahrhundert befl√ľgelten neue Techniken den Wandel, so entwickelten Dadaisten wie Kurt Schwitters oder Hans Arp Relief-Collagen aus Alltagsobjekten und Materialien wie Holz, Papier oder Kunststoffen. K√ľnstler*innen der russischen Avantgarde, des Bauhauses oder der konstruktiven Kunst ‚Äď darunter Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Sophie Taeuber-Arp ‚Äď zielten mit ihren Werken auch auf das Gestalten einer neuen Welt und Gesellschaft. Seit den 1950er-Jahren erkundeten K√ľnstler wie Jan Schoonhoven oder Piero Manzoni Bildoberfl√§chen und deren Strukturen. K√ľnstlerinnen wie Louise Nevelson oder Lee Bontecou eroberten ihren Platz in der Kunstgeschichte mit raumgreifenden Materialobjekten.

Mit der ersten Ausstellung zum Relief seit rund 40 Jahren beleuchtet die Hamburger Kunsthalle eine noch zu wenig bekannte Kunstform, die den Seh- und Tastsinn gleichermaßen anspricht und in Zeiten von Flachbildschirmen und Abstandswahrung bedeutsamer denn je ist. 

Eine Ausstellung des Städel Museum, Frankfurt am Main (24. Mai bis 17. September 2023) und der Hamburger Kunsthalle.

 

Kuratorin: Dr. Karin Schick

Wissenschaftliche Assistenz: Juliane Au

 

Kurator*innen Städel Museum: Dr. Alexander Eiling und Dr. Eva Mongi-Vollmer