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Goya, Fragonard, Tiepolo

Die Freiheit der Malerei
Detail of Francisco José de Goya y Lucientes (1746 - 1828), Portrait of Asensio Julià, c. 1798,  © Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid

Presseinformation

Mit Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei widmet die Hamburger Kunsthalle einem der folgenreichsten Kapitel der europĂ€ischen Kunstgeschichte eine umfassende Schau: dem 18. Jahrhundert als BlĂŒte- und Umbruchszeit der europĂ€ischen Kunst, die so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Francisco JosĂ© de Goya y Lucientes (1746–1828), Jean-HonorĂ© Fragonard (1732–1806) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) hervorgebracht hat. Die PrĂ€sentation versammelt rund 150 bedeutende GemĂ€lde und Graphiken aus ĂŒber 30 wichtigen nationalen und internationalen Museen wie dem Museo Nacional del Prado Madrid, dem Rijksmuseum Amsterdam und dem Nationalmuseum Stockholm sowie aus dem eigenen Bestand. Darunter befinden sich renommierte Spitzenwerke wie Die Tabakzöllner (1780) von Francisco de Goya aus dem Prado, die – wenn ĂŒberhaupt – nur Ă€ußerst selten verliehen werden. Erstmalig wird mit dieser ambitionierten Ausstellung das Schaffen Goyas, Fragonards sowie Giovanni Battista Tiepolos und das seines Sohnes Giovanni Domenico Tiepolo (1727–1804) zusammen gezeigt und in denselben inhaltlichen Kontext gestellt. Die KĂŒnstler werden als Vor- und Wegbereiter der Moderne prĂ€sentiert, in deren Werken die UmbrĂŒche und die Befreiung von den Konventionen in der Mitte des 18. Jahrhunderts bereits nachzuvollziehen sind.

Die Hamburger Kunsthalle verfĂŒgt ĂŒber die bedeutendste Sammlung an spanischer Graphik außerhalb Spaniens. Die PrĂ€sentation einer Auswahl dieser Werke macht es in Verbindung zu den GemĂ€lden möglich, der eindringlichen Bildsprache Goyas nachzuspĂŒren. Die Ausstellung setzt einen fulminanten Schlusspunkt im JubilĂ€umsjahr 2019, in dem die Hamburger Kunsthalle ihr 150-jĂ€hriges Bestehen feiert.

Francisco JosĂ© de Goya y Lucientes, Jean-HonorĂ© Fragonard und Giovanni Battista Tiepolo eroberten als SchlĂŒsselfiguren des 18. Jahrhunderts mit ihrem innovativen Schaffen, aber ebenso mit ihrer Kritik an den ĂŒberkommenen Institutionen der Kunst neue Freiheiten. Einschneidende VerĂ€nderungen prĂ€gten die Zeit zwischen 1740 und 1790 und schlugen sich auch in Kunst und KĂŒnstlerdasein nieder. Goya, Fragonard und Tiepolo reagierten darauf mit einer neuartigen Bildsprache: Freie PinselfĂŒhrung, unkonventionelle Figuren und kĂŒhne Farbigkeit verbinden sich darin zu teils radikalem kĂŒnstlerischem Ausdruck.

Durch Bildungsreisen und Abbildungen ihrer Kunstwerke in Veröffentlichungen hatten die drei KĂŒnstler Kenntnis voneinander. Fragonard hielt sich zwischen 1756 und 1761 in Italien auf, Goya zog es 1770/71 nach Italien und 1824 nach Frankreich, wo er 1828 starb. Giovanni Battista Tiepolo reiste 1762 zusammen mit seinem Sohn Giovanni Domenico nach Madrid, wo er bis zu seinem Tod am Hofe Kaiser Karls III. wirkte. Auch wenn sich die KĂŒnstler nie persönlich begegnet sind, beschĂ€ftigten sie sich doch mit Ă€hnlichen Fragestellungen und experimentierten gleichermaßen mit neuen kĂŒnstlerischen AnsĂ€tzen: Sie alle verbindet das Streben nach der »Freiheit der Malerei«. Anhand herausragender Beispiele zeigt die Ausstellung in sieben Kapiteln das AtmosphĂ€risch-Ideale, das Unheimlich-Groteske und das Beindruckend-Theatralische in den Werken Goyas, Fragonards sowie Tiepolos und lĂ€sst die faszinierenden Facetten einer Bildwelt im Wandel entdecken.  

 

Ohne die UnterstĂŒtzung von engagierten Partner*innen und Förder*innen wĂ€re die Umsetzung des Ausstellungsvorhabens nicht möglich gewesen. Die Hamburger Kunsthalle dankt den Freunden der Kunsthalle e. V., der Rudolf-August Oetker Stiftung, der Hubertus Wald Stiftung, der Ernst von Siemens Kunststiftung sowie der Behörde fĂŒr Kultur und Medien fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung dieses ambitionierten Projektes.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog (Hirmer Verlag GmbH, MĂŒnchen), der zahlreiche Essays von renommierten Expert*innen beinhaltet und der den Begriff der »Freiheit der Malerei« durch eine moderne Gestaltung des Layouts widerspiegelt. Die Publikation ist im Museumsshop zum Preis von 29 Euro erhĂ€ltlich und kann online ĂŒber www.freunde-der-kunsthalle.de bestellt werden.

Ein Audioguide ist erstmalig an der Kunsthalle als App fĂŒr Smartphones zur Begleitung durch die Ausstel-lung, zur Vor- und/oder zur Nachbereitung des Museumsbesuches konzipiert (gratis zum Download oder 4 Euro mit LeihgerĂ€t). An rund 30 Stationen werden zu ausgewĂ€hlten Kunstwerken historische, soziale und politische HintergrĂŒnde sowie Entstehungsgeschichten zu den Werken, Provenienzen und Verweise auf kunst-technologische Besonderheiten bereitgestellt. Ein fĂŒnfminĂŒtiger, animierter ErklĂ€rfilm in der Ausstellung ist ebenso ĂŒber die App abrufbar. Er gibt mit großer Leichtigkeit und auf humorvolle Weise filmisch visualisiert Einblicke in die Ausstellung, stellt die KĂŒnstler in kurzen PortrĂ€ts vor und bettet sie in den grĂ¶ĂŸeren historischen Kontext ihrer Zeit ein.

 

Dr. Ekkehard NĂŒmann, Vorsitzender des Vorstandes der Freunde der Kunsthalle e. V.:
»Es ist großartig, wenn sich so viele bedeutende UnterstĂŒtzer und Förderer zusammenschließen, um gemeinsam ein Vorhaben auf den Weg zu bringen. Das haben wir in der fast einhundertjĂ€hrigen Geschichte der Freunde selten erlebt, weshalb es uns auch eine besondere Freude ist, im JubilĂ€umsjahr der Hamburger Kunsthalle diese hochkarĂ€tige Ausstellung fördern zu dĂŒrfen.«

Dr. Martin Hoernes, GeneralsekretÀr der Ernst von Siemens Kunststiftung:
»Die Hamburger Kunsthalle prĂ€sentiert vier herausragende KĂŒnstlerpersönlichkeiten, deren Werke den Weg in die Malerei der Moderne maßgeblich geebnet haben. Die Förderung und UnterstĂŒtzung solch ambitionierter Projekte, welche erstmalig Altbekanntes in neue Kontexte setzen, ist ganz im Sinne unseres Stifters – und so werden derzeit gleich zwei wichtige Ausstellungen zu Tiepolo in Hamburg und auch in Stuttgart unterstĂŒtzt.«

Dr. Carsten Brosda, Senator fĂŒr Kultur und Medien:
»Mit Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei setzt die Hamburger Kunsthalle zum Abschluss ihres großartigen 150. JubilĂ€umsjahres noch ein programmatisches Ausrufezeichen. Am Beispiel der Malerei der AufklĂ€rung und einiger ihrer bekanntesten Vertreter, die auch Wegbereiter der Moderne waren, greift die Ausstellung grundlegende Fragestellungen zum Thema ‚Freiheit‘ auf, die in ihrem Kern auch heute nichts an AktualitĂ€t eingebĂŒĂŸt haben.«