Vorschau

Goya, Fragonard, Tiepolo

Die Freiheit der Malerei
Jean-Honoré Fragonard (1732-1806): Der Philosoph, um 1764 © Hamburger Kunsthalle / bpk, Foto: Elke Walford

Presseinformation

Mit »Tiepolo, Fragonard, Goya. Die Freiheit der Malerei« widmet die Hamburger Kunsthalle einem Kapitel der folgenreichsten Epochen der europĂ€ischen Kunstgeschichte eine umfassende Schau: Dem 18. Jahrhundert als BlĂŒte- und Umbruchszeit der europĂ€ischen Kunst, die so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Francisco JosĂ© de Goya y Lucientes (1746–1828), Jean-HonorĂ© Fragonard (1732–1806) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) hervorgebracht hat. Die PrĂ€sentation versammelt rund 100 bedeutende GemĂ€lde und Graphiken aus wichtigen nationalen und internationalen Museen. Gleichzeitig setzt sie den Schlusspunkt des JubilĂ€umsjahres 2019, in dem die Hamburger Kunsthalle ihr 150 jĂ€hriges Bestehen feiert.
Erstmalig wird mit dieser ambitionierten Ausstellung das Schaffen Goyas, Fragonards sowie Giovanni Battista Tiepolos und das seines Sohnes Giovanni Domenico Tiepolos in einen inhaltlichen Kontext gestellt. Die ZusammenfĂŒhrung der Werke zielt darauf ab, die KĂŒnstler als Vor- und Wegbereiter der Moderne zu prĂ€sentieren, in deren Werken die UmbrĂŒche und die Befreiung von den Konventionen in der Mitte des 18. Jahrhunderts bereits nachzuvollziehen sind. 
Giovanni Battista Tiepolo, sein Sohn Giovanni Domenico Tiepolo (1727–1804), Fraugonard und Goya reagierten mit ihrer Kunst auf die weltanschaulichen, politischen und gesellschaftlichen UmbrĂŒche des 18. Jahrhunderts. Sie entwickelten eine radikalere Formensprache und verĂ€nderten die Malerei durch ihren Wandel der kĂŒnstlerischen Normen und ihre innovativen wie ungewöhnlichen KonventionsbrĂŒche. Die lockere, freie PinselfĂŒhrung steht dabei gleichsam fĂŒr die Freiheit der Malerei, die sie auch in ihrer Bildsprache fĂŒr sich beanspruchten. Die Ausstellung verdeutlicht in eindringlichen Bildern diesen Entstehungsprozess. Sie zeichnet anhand der unterschiedlichen Schaffensperioden der ausgewĂ€hlten KĂŒnstler die grundsĂ€tzlichen VerĂ€nderungen nach, mit denen in den Zentren Venedig, Paris und Madrid Grundlagen der Moderne geschaffen wurden.
Überhaupt kennzeichnen scheinbar widersprĂŒchliche Positionen das virtuose und vielseitige Schaffen Tiepolos, Fragonards und Goyas. So stehen einer auf den ersten Blick konventionellen Malweise kĂŒhne Bildfindungen gegenĂŒber, trifft atmosphĂ€risch-Ideales auf unheimlich-Groteskes, zeigt sich die Vorliebe fĂŒr das Theater und Theatrales in einem Spiel von Reflexion und Illusion. Der Stil wird radikal-persönlich und reflektiert. Mit ihrer Kunst leiteten sie bereits Mitte des 18. Jahrhunderts einen Stilwandel ein und stellten mit ihrer innovativen Formensprache die Weichen fĂŒr den Weg in die Moderne, bevor mit der Französischen Revolution ab 1789 endgĂŒltig der radikale Umbruch vollzogen wurde.