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Give and Take. Bilder ĂŒber Bilder

8. Triennale der Photographie 2022 – Currency
Sara Cwynar Glass Life, 2021 Sechs-Kanal Video mit Ton, 19:02 Min. / six channel 2K video with sound, 19’02’’ Courtesy: the artist, The Approach, London and Foxy Production, New York © Sara Cwynar

Presseinformation

Give and Take (»Geben und Nehmen«) veranschaulicht anhand von 20 kĂŒnstlerischen Positionen Prozesse des Austauschs und der Aneignung von Bildmaterial in der zeitgenössischen Fotografie. Bilder zirkulieren und migrieren ĂŒber geografische, kulturelle und soziale Grenzen hinweg. Die Kontexte, in der ein und dieselbe Fotografie heute erscheint, haben sich potenziert und damit auch ihre Wirkung. Die Bedeutung von Bildern lĂ€sst sich kaum noch kontrollieren. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die ausgestellten Arbeiten: Die KĂŒnstler*innen eignen sich Bilder aus den verschiedensten Feldern an, um die Mechanismen der Produktion von RealitĂ€ten und IdentitĂ€ten zu erforschen. Von frĂŒhen Bildarchiven, historischen Filmaufnahmen und Museumssammlungen, ĂŒber die klassischen Printmedien bis hin zu digitalen Bildern in sozialen Netzwerken und Suchmaschinen reichen die Materialsammlungen. In fotografischen, filmischen und installativen Arbeiten reagieren die KĂŒnstler*innen auf Bilder, die aus einer anderen Zeit stammen oder fĂŒr einen anderen Zweck entwickelt wurden, und holen sie in ihre Gegenwart. Fast alle prĂ€sentierten Werke kommen von Galerien oder direkt von den KĂŒnterler*innen aus Amerika und Europa und sind teils eigens fĂŒr die Ausstellung entstanden. Die Leihgaben werden durch Arbeiten aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle ergĂ€nzt. Einem Archiv gleich weist Give and Take den unterschiedlichen Werken »Ordner« mit folgenden Themen zu: Archiv & Algorithmus, Profil & IdentitĂ€t, Fakt & Fiktion, Protest & Verbreitung, Kanon & Gewalt.

Die US-amerikanische KĂŒnstlerin Sara Cwynar hinterfragt anhand ihres persönlichen Bildarchivs – bestehend aus Screenshots, Videos oder Texten – in ihrer Video-Installation Glass Life unser Leben im digitalen Zeitalter, das von einer Flut von Bildern und der Suche nach der eigenen IdentitĂ€t geprĂ€gt ist. Louise Lawler als zentrale Vertreterin der Appropriation Art, fotografiert hingegen Werke der Klassischen Moderne aus ungewöhnlichen Perspektiven und fokussiert Inszenierungsstrategien in unterschiedlichen Raumkontexten. Damit wird der Wert von Kunst in einem bestehenden Kanon von Bilder- und Museumssammlungen in den Blick gerĂŒckt. Der deutsche Fotograf Thomas Ruff reinszeniert Bildmaterial vor allem von einer medienkritischen Warte aus: In seiner Serie press++ kombiniert er die Vorder- und RĂŒckseiten von Pressefotos aus den 1940er bis 1960er Jahren so, dass das Archivfoto mit allen sichtbaren Kommentaren und abgezogen im Großformat als Ware prĂ€sentiert wird.

Zur Ausstellung Give and Take erscheint begleitend ein Booklet (gratis zur Mitnahme) mit einem EinfĂŒhrungstext und erlĂ€uternden Werktexten inklusive Bildmaterial zu allen 20 Positionen der Ausstellung. Das Heft gibt auch einen detaillierten Überblick ĂŒber das Begleitprogramm, das unter dem Motto »Connect« wĂ€hrend der gesamten Laufzeit der Ausstellung zu zahlreichen KĂŒnstler*innengesprĂ€chen sowie unter anderem zu KuratorinnenfĂŒhrungen und einer Performance mit Video- und Soundinstallation draußen auf dem Plateau der Galerie der Gegenwart (am 3. Juni 2022 ab 22 Uhr) einlĂ€dt.

Beteiligte KĂŒnstler*innen: Viktoria Binschtok, Josephin Böttger, Adam Broomberg & Oliver Chanarin, Irene Chabr, Sara Cwynar, Katharina Gaenssler, Mathilde ter Heijne, Sabine Hornig, Louise Lawler, Matthew Muir, Frida Orupabo, Max Pinckers, Walid Raad, Volker Renner, Sebastian Riemer, Martha Rosler, Evan Roth, Thomas Ruff, Taryn Simon und Johannes Wohnseifer.

Give and Take wird im Rahmen der 8. Triennale der Photographie 2022 am 20. Mai 2022 eröffnet und prĂ€sentiert in 12 Ausstellungen und mit ĂŒber 70 kĂŒnstlerischen Positionen das Thema Currency aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Ausstellungen werden von zahlreichen Veranstaltungen und einem mehrtĂ€gigen Festival begleitet, das vom 2. bis 6. Juni 2022 stattfindet.

Der englische Begriff Currency steht fĂŒr »WĂ€hrung«, sowie fĂŒr »Verbreitung« und »AktualitĂ€t«. Er beschreibt somit auch einen Zeitraum, in dem etwas gĂŒltig und akzeptiert ist und meint damit auch Themen, die eine große Bedeutsamkeit fĂŒr die unmittelbare Gegenwart haben: Bilder ĂŒber Bilder, die sich verbreiten, die gepostet, verĂ€ndert und in neue ZusammenhĂ€nge transferiert werden.

Gefördert von: Freunde der Kunsthalle e.V., Behörde fĂŒr Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg
Kulturpartner: NDR Kultur
Medienpartner: Hamburger Abendblatt