Aktuell

Früher war schon immer jetzt

Malerei seit 1947 neu präsentiert
Johannes Grützke (1937-2017), Festakt im Freien, 1969, © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford, VG Bild-Kunst Bonn 2020

Presseinformation

Mit Früher war schon immer jetzt beleuchtet die Hamburger Kunsthalle den Bereich zwischen den Polen »Jetzt« und »Ewigkeit«: Vergangene Gegenwart und das Jetzt, das bald Vergangenheit sein wird, verbindet die Ausstellung in einer Präsentation, die ungleichzeitiges nebeneinanderstellt und so immerwährende Fragen der Kunst herausarbeitet. Die Ausstellung bietet zwei Laufrichtungen: einen »figurativen« Gang, der mit der menschlichen Figur beginnend zum Objekt führt und einen »unfigürlichen« Gang, der von der gestisch-expressiven Malerei zum Minimalismus führt. Am Ende begegnen sich die Wege in einer überraschenden Überschneidung.

Prof. Dr. Alexander Klar, Direktor der Hamburger Kunsthalle und Kurator: »Die heute etwas abgedroschen erscheinende Polarität Figur gegen Abstraktion war in der Mitte des 20. Jahrhunderts ein Glaubenskampf von ideologischer Intensität, in dem die gestische Abstraktion sich als Avantgarde begriff und figürliches Malen als Außenseiterposition. Im Zusammenspiel mit der im ersten Stockwerk der Galerie der Gegenwart gezeigten Ausstellung Die absurde Schönheit des Raumes untersucht Früher war schon immer jetzt, wie es heute damit steht.«

Zu sehen sind ausgewählte Werke der Sammlung des Museums, die ab 1947 bis heute entstanden sind und von rund 50 internationalen Künstler*innen – darunter zahlreiche etablierte Vertreter*innen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – stammen. Dazu treten mehrere Leihgaben aktueller Werke heute schaffender Künstler*innen in den Dialog mit den Sammlungs-Arbeiten. In einer mehr als 70 Jahre überspannenden Zusammenstellung offenbaren die ausgewählten Gemälde und Skulpturen ein spannungsreiches Spektrum bisweilen gegensätzlicher künstlerischer Positionen – von der figurativen Malerei der DDR und der gebrochenen Figuration nach 1945 in Frankreich, über Minimal und Pop Art bis zur gestischen Abstraktion und der ironischen Figuration. 

Mit Werken u. a. von: Francis Bacon (1909–1992), Georg Baselitz (*1938), Werner Büttner (*1954), Sam Francis (1923–1994), Frank Gerritz (*1964), K.O. Götz (1914–1917), Johannes Grützke (1937–2017), Sabrina Haunsperg (*1980), Almut Heise (*1944), Jörg Immendorf (1945–2007), Konrad Klapheck (*1935), Hanns Kunitzberger (*1955), Maria Lassnig (1919–2014), Richard Lindner (1901–1978), Albert Oehlen (*1954), Daniel Richter (*1962), Rosemarie Trockel (*1952), Werner Tübke (1929–2004), Cy Twombly (1928–2011) und Wols (1913–1951).