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Tierisch!

Tierdarstellungen aus vier Jahrhunderten

Das Tier in der Kunst ist so alt wie die Kunst selbst. Tierdarstellungen sind sogar Ă€lter und ursprĂŒnglicher als die des Menschen. Der mutige Löwe und die diebische Elster, die sich aufopfernden Pelikane und die stolzen Adler, die lustigen Affen und die starken BĂ€ren – all diese Tiere haben ĂŒber die Jahrhunderte dazu gedient, Eigenschaften und Merkmale der Menschen zu symbolisieren. Auf dem Umweg ĂŒber die Tiere reflektiert der Mensch ausfĂŒhrlich ĂŒber sich und die Geschehnisse in der Welt.

Winzig klein und extrem groß, als Furcht erregende, einzelne Wesen oder in unendlicher Vielzahl, waren die Tiere schon immer da, kamen uns immer schon wild und gefĂ€hrlich, schön und lustig, eklig und niedlich, schrecklich aber auch durchaus reizend vor. Wir schauen sie als unsere direkten Vorfahren und Verwandten an, eingebunden in die Natur, der auch wir zwangslĂ€ufig unterworfen sind. Wir sehen uns einerseits gern als ihresgleichen und wollen uns andererseits doch unbedingt von ihnen unterscheiden. Bis heute leben wir mit Tieren in Nachbarschaft, die kompliziert und schwierig ist sowie von WidersprĂŒchen und Projektionen gekennzeichnet ist.

Neben der Literatur hat sich wohl kein Bereich der menschlichen Reflexion mit dieser NĂ€he und Ferne, eben mit dieser WidersprĂŒchlichkeit so intensiv auseinandergesetzt wie die bildende Kunst. Das Tier ist aus der kĂŒnstlerischen Darstellung des Menschen nicht wegzudenken. Stier, Pferd, Löwe und Tiger wurden dabei am hĂ€ufigsten dargestellt. Ausgehend von Werken der Sammlung Hegewisch und ergĂ€nzt durch BestĂ€nde des Kupferstichkabinetts spĂŒrt die Ausstellung exemplarisch der Bildwelt der Tiere nach, wobei neben der reinen Verbildlichung der Kreatur auch DarstellungszusammenhĂ€nge wie das Tier als Attribut oder das Tier als Symbol gezeigt werden. Zu sehen sind Zeichnungen und Druckgraphiken von DĂŒrer, Baldung Grien, Passarotti, Ridinger, Snyders, Earlom, Tischbein, Goya, Delacroix, Redon, Ensor und Munch sowie natĂŒrlich Pablo Picasso, in dessen Kunst Tiere und auch Mischwesen zwischen Tier und Mensch eine bedeutende Rolle spielen.