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Pop Life

Warhol, Haring, Koons, Hirst, 


Pop Life vereint spektakulĂ€re Werke von einigen der bekanntesten KĂŒnstler der vergangenen Jahrzehnte, die ihre Kunst und ihre öffentliche Person mit verschiedenen Strategien kalkuliert fĂŒr die Medien inszenieren und ihren materiellen Erfolg unverhohlen mit den Mitteln einer durch und durch kommerzialisierten Gesellschaft anstreben.

Der erste Teil der Ausstellung ist Andy Warhol gewidmet, der seit etwa 1968 begann, sich in seinen Werken selbst zu zitieren, der in Fernseh-Werbespots auftrat, eine eigene TV Talkshow hatte, das Promi-Magazin Interview herausgab, „Warhol“ zum Markenzeichen entwickelte und sich selbst mit den Reichen, den Sternchen und den KĂŒnstlern in New York zur Celebrity stilisierte.

Warhols Maxime, dass gute GeschĂ€fte die beste Kunst seien, ist zum Credo fĂŒr eine Vielzahl jĂŒngerer KĂŒnstler geworden. Keith Harings Pop Shop, in dem er seine Graffiti und tags wie eine Modekollektion vermarktete, wird in der Ausstellung samt eines eigenen Outlets rekonstruiert. Jeff Koons ist mit der berĂŒchtigten Serie Made in Heaven, die ihn mit seiner Braut La Cicciolina zeigt, vertreten. Mit den Young British Artists, Martin Kippenberger und Maurizio Cattelan ist auch die Position europĂ€ischer KĂŒnstler ausfĂŒhrlich vertreten. Die Ausstellung schließt mit Werken von Damien Hirst, die dieser auf seiner eigenen Auktion bei Sotheby’s Beautiful Inside My Head Forever zu Rekordpreisen versteigerte, und Takashi Murakami, der fĂŒr seine kĂŒnstlerischen Produkte den weltumspannenden Konzern KaikaiKiki Co. Ltd. gegrĂŒndet hat.

Pop Life hat mit seinen starken visuellen Reizen die verfĂŒhrerische AtmosphĂ€re eines Marktes. In der offenen Vermischung von Kunst und Kommerz sind jedoch, gerade im schonungslosen Umgang mit dem Thema, herausragende Werke entstanden, die zwischen Affirmation und Kritik changieren.

Eine Ausstellung der Tate Modern London in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle.