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Giacometti

Die Spielfelder

Giacometti. Die Spielfelder zeigt erstmals, wie wegweisend das kaum bekannte surrealistische FrĂŒhwerk des AusnahmekĂŒnstlers fĂŒr sein ƒuvre ist: In der neuartigen horizontalen Ausrichtung der fragilen Unikate entwickelt Giacometti die Idee der „Skulptur als Platz". Werk und Sockel, PrĂ€sentiertes und PrĂ€sentationsform fallen ineinander. Entscheidend wird die Positionierung der einzelnen, geheimnisvoll auf Eros, Tod und Erinnerung anspielenden Elemente – wie auf einer SpielflĂ€che. Die groß angelegte Schau umfasst rund 200 Werke aus 40 Jahren legt offen, dass die „Spielbrettskulpturen" als Modelle auf riesige Platzgestaltungen verweisen, in die der KĂŒnstler auch den Besucher einbezog. Giacometti selbst umgab sich ĂŒber Jahrzehnte mit vergrĂ¶ĂŸerten „Spielelementen" in seinem winzigen Atelier. Dieser zu recht zum Mythos gewordene Arbeitsraum wird in seiner rĂ€umlichen GedrĂ€ngtheit und zugleich ideelen Bedeutung in der Ausstellung erstmals erlebbar. Seine berĂŒhmten Sammelskulpturen der Nachkriegszeit zeigen, wie weitgehend er die Idee der PlĂ€tze in der nun typisch ĂŒberlĂ€ngten Formensprache immer wieder aufnimmt. Überlebensgroße Skulpturen, die Giacometti 1960 fĂŒr den Vorplatz einer Bank in Manhattan entwarf, bilden schließlich im ƒuvre wie in der Ausstellung den Höhepunkt der Suche nach einer idealen Platzgestaltung zwischen Kunst und Leben. Eine Vielzahl bisher selten gereister Skulpturen, GemĂ€lde, Zeichnungen und Photos aus internationalen Museen sowie unbekannteren Privatsammlungen offenbart die Spannweite und die Bedeutung von Giacomettis Kunst bis heute.