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Die Kunst ist öffentlich

Vom Kunstverein zur Kunsthalle

Anl√§sslich des 200-j√§hrigen Jubil√§ums des Hamburger Kunstvereins pr√§sentiert die Hamburger Kunsthalle anhand von rund f√ľnfzig Werken aus ihrem Bestand ausgew√§hlte Schlaglichter auf die bewegte Geschichte eines der √§ltesten Kunstvereine¬†in Deutschland. Obwohl der Kunstverein 1817 und damit fast f√ľnfzig Jahre vor der Kunsthalle gegr√ľndet worden ist, geht die Geschichte der beiden Hamburger Kunst-Institutionen auf gemeinsame Anf√§nge zur√ľck. Sowohl der Kunstverein als auch die Kunsthalle sind aus dem Anliegen Hamburger B√ľrger entstanden, eine √Ėffentlichkeit f√ľr die Kunst zu schaffen.

Die Ausstellung veranschaulicht in sechs Themenr√§umen zu fr√ľhen Schl√ľsselausstellungen und Funktionen des Kunstvereins die Vielseitigkeit und Bedeutung des Vereins zur F√∂rderung der Kunst in Hamburg. Zu erleben sind √ľberraschende Begegnungen mit Publikumslieblingen wie Caspar David Friedrichs ber√ľhmtem Gem√§lde Das Eismeer (1823/24), das 1826 auf der ersten Ausstellung des Kunstvereins zu sehen war. Beleuchtet wird die Geschmacksgeschichte im 19. Jahrhundert anhand der ersten Kunstvereins-ausstellung von Werken Alter Meister aus Hamburger Privatbesitz. Zu sehen sein wird eine Analyse der historischen Vereinsbl√§tter, die Mitglieder des Kunstvereins als Trostpreise bei den j√§hrlichen Verlosungen von Kunstwerken erhielten. Besucher_innen von heute k√∂nnen auch der historischen Schl√ľsselausstellung Europ√§ische Kunst der Gegenwart nachsp√ľren, die der Kunstverein 1927 gro√ü in der Kunsthalle anlegte. Die Darstellung der 200-j√§hrigen Geschichte der Beziehung zwischen der Kunsthalle und dem Kunstverein umfasst auch die Jahre des Nationalsozialismus. Ein Themenraum zu der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt die Versuche des Kunstvereins, erneut an die europ√§ische Avantgarde der 1920er Jahre anzukn√ľpfen.

Als die Hamburger Kunsthalle Anfang der 1990er Jahre Platz f√ľr den Neubau ihrer Galerie der Gegenwart von Oswald M. Ungers ben√∂tigte, wurde das Kunstvereinsgeb√§ude von 1963 abgerissen. Von der unmittelbaren und inspirierenden Nachbarschaft der Institutionen zeugt die Dokumentation einer tempor√§ren Installation, die der Minimal-K√ľnstler Blinky Palermo 1973 im ehemaligen Geb√§ude des Kunstvereins geschaffen hatte. Sie wird in der Kunsthalle in der Galerie der Gegenwart bis heute dauerhaft pr√§sentiert und wird auch Teil der Ausstellung sein.

Die Kunst ist √Ėffentlich¬†ist eine Ausstellung der Hamburger Kunsthalle. Der Kunstverein plant eine zeitgen√∂ssische k√ľnstlerische Intervention in der Kunsthalle, um damit seine Beziehung zum Kunstmuseum zu kommentieren und auf den andauernden, fruchtbaren Austausch zwischen den beiden H√§usern zu verweisen.

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