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Arena des Spotts

Engl. Karikaturen 1780-1830

Die englische Karikatur zwischen 1780 und 1830 z√§hlt zu den H√∂hepunkten dieser Gattung. W√§hrend dieser Zeit etablierte sie sich erstmals zu einer anerkannten Kunstform, die vor dem Hintergrund der Pressefreiheit in Gro√übritannien den gesellschaftlich-politischen Meinungsbildungsprozess stark mitpr√§gte. Schonungslos persiflierten die K√ľnstler tagespolitische Ereignisse sowie gesellschaftliche Themen und schufen mit neuen, schlagkr√§ftigen Ausdrucksmitteln eine ¬ĽArena des Spotts¬ę.

Anders als die √§ltere szenische Bildsatire oder die Portr√§tkarikatur verstanden die englischen Karikaturisten ihre Werke als eine gesellschaftlich relevante Gattung mit k√ľnstlerischem Anspruch. Die Komplexit√§t und Attraktivit√§t ihrer Arbeiten zeigt sich gerade in der Verbindung von kunsthistorischen und popul√§ren Motiven. Durch diese Verflechtung wurden neue k√ľnstlerische Ausdrucksmittel entwickelt: Eine expressive, h√§ufig auch drastische Bildsprache entstand, die durch die Kolorierung der Druckgraphiken noch verst√§rkt wurde. Erbarmungslos wurden die karikierten Opfer und die aktuellen Verh√§ltnisse demaskiert und einem sp√∂ttischen Publikum preisgegeben. In ihrer bissigen Darstellungsweise und der √∂ffentlichen Blo√üstellung der Inhalte besitzt die englische Karikatur ihre √§sthetische und historische Bedeutung.

Mit der humorvoll-satirischen wie auch anklagend-aggressiven Bildsprache wandten sich die Karikaturisten in ihren Bl√§ttern, die in Graphikhandlungen allen Gesellschaftsschichten zug√§nglich waren, an eine breite √Ėffentlichkeit. Die Ausstellung zeigt, wie relevant gerade das neue Selbstverst√§ndnis einer sich politisch begreifenden √Ėffentlichkeit f√ľr die englische Karikatur war. Die K√ľnstler nahmen Bezug auf eine gewandelte Gesellschaft in Zeiten der Franz√∂sischen Revolution und der Napoleonischen Kriege und pr√§gten zugleich neue Bilder f√ľr das Volk und seine Repr√§sentanten. Ein besonderes Interesse galt dabei den modernen Formen der √∂ffentlichen Inszenierung von Politikern und Privatpersonen.

Insgesamt sind acht K√ľnstler in der Ausstellung vertreten. Zahlreiche Arbeiten stammen von James Gillray und Thomas Rowlandson, den ersten bedeutenden Vertretern der englischen Karikatur, sowie von George Cruikshank, ihrem wichtigsten Nachfolger, und von den K√ľnstlern Isaac Cruikshank und Richard Newton. Die meisten Exponate kommen aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle.

Die Freunde der Kunsthalle haben das Erscheinen eines Ausstellungs-Kataloges ermöglicht, erhältlich im Museumsshop oder unter www.freunde-der-kunsthalle.de.