Ulay
(Frank Uwe Laysiepen) Solingen 1943 - lebt in Amsterdam und Köln
Marina Abramović
Belgrad 1946 - lebt in Berlin, Paris, New York und Amsterdam

          

A Performance Anthology I (1975-1980). 2. Teil: Action in 14 Predetermined Sequences, 1976
S/W, Ton, VHS, PAL, 30 Min.
Video
V-1998-34
Erworben im internationalen Kunsthandel 1998
Produktion Monte Video/TBA, NL

 

Performance, Body Art, Compilation
Marina Abramovi
 
Da ist eine 'kriminelle' Berührung in der Kunst
Aktion von Ulay, gefilmt von Marina Abramović

"Beschreibung der Aktion :
1. Ich hänge vor dem Haupteingang der Hochschule der Bildenden Künste eine Fotofahne 2,50m bei 2m Motiv: Reproduktion des Spitzweg-Gemäldes 'Der arme Poet'.
2. Ich fahre mit eigenem Wagen zur Neuen Nationalgalerie.
3. Parke Wagen an der Rückseite der Neuen Nationalgalerie.
4. Gehe in die Neue Nationalgalerie.
5. Entferne aus der Neuen Nationalgalerie das Gemälde von Carl Spitzweg 'Der arme Poet'.
6. Ich laufe aus der Neuen Nationalgalerie zu meinem Wagen.
7. Fahre in Richtung Berlin-Kreuzberg.
8. Stelle Wagen ab – 800m vor dem Künstlerhaus Bethanien in Berlin-Kreuzberg.
9. Laufe mit dem entfernten Spitzweg-Gemälde weiter zum Künstlerhaus Betanien.
10. Hänge vor den Haupteingang des Künstlerhaus Bethanien eine Farbreproduktion des Spitzweg-Gemäldes 'Der arme Poet'.
11. Ich laufe vom Künstlerhaus Bethanien 150m weiter mit entfernten Spitzweg-Gemälde in die Muskauerstraße.
12. Ich betrete ein Haus für Gastarbeiterfamilien.
13. Ich gehe in die Wohnung einer türkischen Gastarbeiterfamilie.
14. Hänge das entfernte Spitzweg-Gemälde 'Der arme Poet' in der Wohnung der türkischen Gastarbeiterfamilie an die Wand."
Ulay (zit. nach http://www.medienkunstnetz.de)

"Ulay (F. Uwe Laysiepen) riskiert 1976 eine präzise geplante Kunstaktion mit politischem Hintergrund. Diese 'dadaistische Irritation der Berliner Kunstszene' übertritt die Grenze des Kunstraums Akademie, Museum und Künstlerhaus nicht nur symbolisch. Die Presse, deren Empörung wohl kalkuliert ist, wird später in der Studiogalerie Mike Steiners vom inszenierten Raub als Angriff auf den Kunstbetrieb informiert. Für seine Aktion gerichtlich belangt, wird Ulay vor die Wahl einer Gefängnis- bzw. Geldstrafe gestellt. Daraufhin verläßt er Deutschland, wird aber zwei Jahre später – bei einem Zwischenstop – auf dem Münchner Flughafen verhaftet und muß von einem Freund 'freigekauft' werden" (zit. nach http://www.medienkunstnetz.de).

LIT: Ulay, "... Da ist eine 'kriminelle' Berührung in der Kunst (zu sehen im ethischen Bezug, nicht strafrechtlich), in: Plus Moins Zero, révue d'art contemporain, Vol. 5, No. 18 (Jul.-Sep.), 1977, S. 29-36.

LINKS
http://www.museenkoeln.de/museum-ludwig
http://www.ulay.net/
http://www.medienkunstnetz.de